Sell in May & go away – but remember to come back in September

Es klingt abgedroschen und eher wie eine Bauernweisheit. Jedoch hätte sich eben diese Herangehensweise auch in diesem Jahr einmal mehr ausgezahlt. So notierte der DAX im Mai noch bei zum Teil 11.900 Punkten und fiel dann bis Ende September auf 9.350 Punkte herunter. Ein Absturz von sagenhaften 21%. Seitdem konnte sich der deutsche Leitindex bis heute hingegen wieder auf über 11.100 Punkten hochkämpfen. Auch dies wäre ein Plus von über 18% gewesen. Es macht sich also bemerkbar, dass man trotz der langfristigen Überzeugung von Aktien ein attraktives Alpha in Form der richtigen Absicherung hätte erzeugen können. Die hohe Volatilität hat einmal mehr Nerven gekostet.

Dafür nutze ich die Börsenpsychologie, die mir kurz- bis mittelfristig hilft Überhitzungen am Markt zu erkennen oder das Ende eines Trends zu identifizieren. Wie das aussehen kann, lesen Sie in den kommenden Zeilen.

Nach der Erholung steigt die Stimmung

Die folgende Grafik soll dabei einen ersten Überblick vermitteln. Wir haben erst vor kurzem in der unteren Grafik einen starken Rückgang der Stimmung gesehen (letzte Delle nach unten), was mit nur noch wenigen positiven Börsenbriefen signalisiert wurde. Diese pessimistische Stimmung war es, die nach der Korrektur im August und September signalisiert hat, dass es sich scheinbar um das Ende eben dieser Abwärtsphase handelte. Ähnlich tief war die Stimmung zuvor auch im Herbst/Winter 2014, im Sommer 2012 und im Herbst 2011. Jedes Mal, wenn nur noch so wenige Börsenjournalisten positiv gestimmt waren, konnte man antizyklisch sehr gut das Ende der Talfahrt markieren.

Heute hingegen ist die Stimmung wiederum stark ins positive gewechselt. Die Kurserholung hat dafür gesorgt, dass die Stimmung unaufhörlich in den positiven Bereich gedreht ist. Dies ist primär kein gutes Zeichen, da eine etwas langsamere Steigerung mit kleinen Rückschlägen und/oder Seitwärtsphasen sich oftmals als erkennbar nachhaltiger erwiesen hat.

Aktuell jedoch ist bei Aktien gemäß dieser Lesart noch keinerlei Gefahr zu vernehmen, die auf wieder sinkende Kurse hinweisen würden.

Gold – der einst sichere Hafen rät in Vergessenheit

Beim Gold hingegen sieht es ganz anders aus. Von einem Investment in dieses Edelmetall spricht heutzutage kaum noch einer. Schließlich wirft Gold keinerlei Rendite ab und die hohen Dividenden bei Aktien sind erste Wahl. Früher wurde Gold oftmals als sicherer Hafen verkauft, jedoch ist auch davon derzeit nichts zu lesen. Und das obwohl die Unsicherheit in der Welt gerade in der jüngeren Vergangenheit zugenommen hat. Die zuvor kältere Stimmung zwischen Putin und Obama wird derzeit nur überschattet, da ein gemeinsames Agieren gegen den IS notwendig wird. Auch von Griechenland oder dem Ukraine-Konflikt hört man deshalb kaum noch was, von den aufkeimenden Problemen in Portugal ganz zu schweigen.

Nichtsdestotrotz wurde Gold in den letzten Monaten unglaublich verprügelt, was sich auch in der äußerst pessimistischen Stimmung wiederspiegelt. Ein Sprichwort an der Börse heißt „Kaufen wenn die Kanonen donnern“. Diesem steht das Sprichwort „Greife niemals in ein fallendes Messer“ gegenüber. Im Falle der ältesten Währung der Welt sollte man daher auf jeden Fall aufpassen, wann man einsteigt. Ein Ende der jüngsten Talfahrt mit wieder leicht anziehenden Kursen und/oder einer Seitwärtsbewegung sind daher wünschenswert.

Die folgende Grafik zeigt zum einen den Goldpreis (in US$) und die Hedgefonds, die sich Long positioniert haben. Je niedriger die Kurve der unteren Grafik desto weniger Hedgefonds sind also optimistisch zum Gold.

Dabei wird ersichtlich, dass die Stimmung unter den alternativen Anlagevehikeln seit Juli nicht mehr so schlecht war wie aktuell. Daraufhin gab es auch damals eine deutliche Aufwärtsbewegung, die sich als kurz- bis mittelfristige Erweiterung des Portfolios für ideale Renditezusätze herausgestellt hat.

Dieser Ansatz findet in Form vieler unterschiedlicher Auswertungen bei Aktien und Rohstoffen seinen Platz. Genau aus diesem Grund werden wir im Rahmen des Cashkurs-Event-Herbstes auch am kommenden Mittwoch zu dieser Thematik referieren. Dabei werde ich gemeinsam mit Ihnen auf den Ansatz im Allgemeinen eingehen, Ihnen zeigen wie auch Sie die eigene Psychologie nutzen können und anhand vieler spannender Beispiele direkte Investmentansätze aufzeigen.

Eine Anmeldung dazu finden Sie hier:

http://www.cashkurs.com/kategorie/meldungen/beitrag/ankuendigung-eventherbst-auf-cashkurs/

Ich freue mich auf Ihre Teilnahme.

Beste Investment-Grüße

Andreas Meyer

Quelle: www.am-capital.de

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