Ed Miliband, der Vorsitzende der Labour Party und Oppositionsführer in Großbritannien möchte den „Non-Dom-Status“ im Falle eines Wahlsieges bei den Unterhauswahlen im Mai abschaffen und damit Milliarden in die Staatskassen spülen.

Das würde viele bekannte Namen in London treffen. Vorsorglich ziehen sich schon einige Non-Doms aus London zurück und bieten ihre zum Teil exorbitant teuren Immobilien zum Kauf an.

Non-Dom-Status

Nun fragt sich der Durchschnittsbürger, der brav und regelmäßig seine sauer verdienten Groschen beim Finanzamt abliefert, was dieser „Non-Dom-Status“ eigentlich ist.

Den Non-Dom Status gibt es seit 1799. Premier Minister William Pitt der Jüngere führte die Einkommenssteuer ein, um damit die Kriege des britischen Empire zu finanzieren.

Um trotzdem Investitionen in den Kolonien, wie z.B. den Zuckeranbau in Jamaika, nicht zu gefährden, versprach Pitt, daraus gewonnene Erträge nicht mit der Einkommenssteuer zu belegen, so lange diese nicht nach England ausgeschüttet würden.

Resident aber Non-Dom

Dieses steuerliche Konzept gilt bis heute. Mit dem Unterschied, dass es nur noch für Steuerzahler im United Kingdom, nicht britischer Abstammung, angewendet wird. Daraus ergibt sich eine einzigartige Betrachtung im britischen Steuerrecht. Jemand OHNE britische Abstammung, kann im UK „resident“ sein.  Er muss jedoch nicht gleichzeitig „domicile“ sein.

Der deutsche Lebesmittelpunkt

Wir in Deutschland kennen den Begriff des „Lebensmittelpunkts“. Hat man seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland, so ist das gesamte Einkommen, das Welteinkommen in Deutschland zu versteuern.

Grundsätzlich ist das im UK ähnlich.

Versteuert wird nur, was nach England fließt

Auch hier versteuert der „resident“ sein Welteinkommen in Großbritannien. Ist man aber nur „resident“ und gleichzeitig „non-domiciled“ im UK wird nur das Einkommen aus englischer Quelle in England versteuert. Das gesamte restliche Welteinkommen muss nur in England versteuert werden, wenn es nach England ausbezahlt wird oder dort ausgegeben wird. Somit muss nur das Geld, das nach England fließt, versteuert werden.

Zur Verdeutlichung: Hat der Profisportler Hans Müller, der in London „resident“ aber „Non-Dom“ ist, im UK 100.000 Pfund verdient, so versteuert er diese dort. Hat er zusätzlich bei seinem Club in Deutschland weitere fünf Millionen verdient und transferiert diese nicht nach England, so bleiben dies fünf  Millionen steuerfrei. Damit kauft er vielleicht eine Villa an der Côte d‘ Azur und seinen Ferrari-Fuhrpark. Den Rest gibt er in Las Vegas aus.

Non-Dom auch in Irland und Malta

In Irland und Malta funktioniert das ähnlich. Als ein ehemaliger Teil des britischen Empires haben Irland und Malta auch diese Non-Dom Regelung übernommen.

In  England sollen rund 100.000 Non-Dom-Steuerzahler registriert sein. Denen möchte Ed Miliband nun ans Portemonnaie. Ob es gelingt, bleibt abzuwarten. Schließlich befinden sich unter den „Non-Doms“ in London auch einige sehr einflussreiche Köpfe.

Viel heiße Luft im Immobilienmarkt

Schwerreiche Ausländer haben den Londoner Immobilienmarkt in den letzten Jahren gewaltig aufgepumpt.

Die Immobilienpreise sind in England in den letzten 10 Jahren im Durchschnitt um fast 60 % gestiegen. Da hat sich viel heiße Luft angesammelt.

So wie es aussieht, bekommen einige „Non-Doms“, hauptsächlich in London, kalte Füße und verlieren, aufgrund der Aussagen von Ed Miliband, ihr Vertrauen in die britische Steuerpolitik. Die schauen sich nach Alternativen um und fangen an ihre Immobilien zu verkaufen.

Wenn noch einige auf diesen Zug aufspringen, könnte das der Auslöser sein, der die Blase zum Platzen bringt.

Die Anbieter stoßen dann auf ausgetrocknete Märkte. Denn wer will zu diesen Wahnsinnspreisen noch kaufen, wenn das große Steuergeschenk „Non-Dom“ nicht mehr existiert?