Es ist an der Zeit, diese alltägliche Bühne hier heute ausnahmsweise einmal unserem treuen „Unterstützer“ zu überlassen – ganz so, wie Sie es vielleicht von anderen Veranstaltungen her kennen: Der Wahrheit. Sie hat sich dieser Tage leider oft sehr rar gemacht, deswegen sind eir heute sehr glücklich darüber, dass sie uns mit einem ihrer seltenen Auftritte ehrt. Schön, dass Sie auch heute wieder hier sind, um diesen Moment nicht zu verpassen.

Eigentlich bietet das Nachrichtengeschehen wieder genügend Gelegenheiten für spitze Bemerkungen, wir wollen es aber nur kurz abhaken: Nachdem gestern die spanische Bankia dringenden und krassen Kapitalbedarf anmeldete, stieg der DAX „dank guter Konjunkturdaten aus Spanien“ wieder einmal über die gar so wichtigen 7.000 Punkte. Unterstützung gab es dabei aus Frankreich, wo mit der CIF ebenfalls eine neue Pleitebank ausfindig gemacht wurde. Das Übliche.

Allerdings haben wir am heutigen Tag gleich zweimal einen „Artikel der Woche“ gefunden. Dieses Label hat sich etabliert, um Beiträge zu kennzeichnen, bei denen manch wahre Umstände oder Hintergründe gekonnt auf den Punkt gebracht wurden – damit diese im täglichen Nachrichtenlärm vielleicht ein wenig langsamer untergehen. Denn ja, es gibt sie tatsächlich. Und der jeweilige Inhalt trifft auch heute wieder den besonderen Nerv.

Da haben wir zunächst einen Kommentar, in dem erläutert wird, wie und warum dem Souverän („Alle Macht geht vom Volke aus“) gegenwärtig nicht nur das Ersparte (dank Inflation und negativem Realzins), sondern auch die politische Stimme (dank Einheitspolitik) genommen wird. Dabei werden die Beweggründe der Politik genauso nüchtern erläutert wie die Beweggründe der Großindustrie und sogar der Bundesbank, an diesem Status Quo festzuhalten. Alle Achtung!

Weiterhin hat sich ein großes Medium aus Österreich die Mühe gemacht, einmal den Verstrickungen der Investmentbank Goldman Sachs in die Personalien der Eurorettungspolitik nachzugehen. Dabei kam neben viel zu vielen bekannten Namen heraus, dass Goldman Sachs wegen der „Beratungen“ für Griechenland zum Eurobeitritt heute noch jährlich so viel verdient (400 Millionen Euro), wie für außergerichtliche Vergleiche an die Falschberatenen der Immobilienkrise fällig wurden (400 Millionen Euro).

So viel mal als Vorschau, die Originale finden Sie wie gewohnt weiter unten. Danke natürlich auch an diejenigen couragierten Verleger und Autoren, die derartige Erlebnisse hin und wieder ermöglichen. Es tut schließlich gut zu wissen, dass man nicht alleine ist.

===== N E W S =====

 

DAX STEIGT ZUR WOCHE ENDLICH WIEDER ÜBER 7.000 PUNKTE

Und warum? „Dank guter Daten aus Spanien“. Echt jetzt? Na dann ist ja alles klar…

FTD

FRANKREICH HAT NEBENBEI AUCH EINE NEUE PLEITEBANK ENTDECKT

Credit Immobilier de France (CIF) will mit mehr als 20 Milliarden Euro gerettet werden.

Reuters

ANZEICHEN FÜR EINE EZB-ZINSSENKUNG AM DONNERSTAG MEHREN SICH

Den Märkten ein Opfer bringen und erst nach dem deutschen ESM-Entscheid konkret werden…

FAZ

MOODY’S SENKT AUSBLICK FÜR BONITÄT DER EU AUF „NEGATIV“

Ja, die EU hat eine Bonität. Bestnote sogar. Aber manche Einzahlerstaaten wanken. Ach tatsächlich?

n-tv

                                                                                        

SCHÄUBLE WILL COMPUTER- UND DERIVATEHANDEL REGULIEREN

Huch, das klingt ja auf einmal direkt ambitioniert! Aber ob es funktioniert?

SPIEGEL

===== H I N T E R G R U N D =====

 

WIE GRIECHISCHE FIRMEN INS BULGARISCHE EXIL PILGERN

[LZ 30.5.] Nette Reportage und nicht nur Bulgarien. Repost von gestern!  

Tagesschau


ARTIKEL DER WOCHE — DIE ENTMACHTUNG UND ENTEIGNUNG DER BÜRGER

Die ganze Krisen-PR ist reine Machtpolitik. Und so wird es weitergehen. Punkt fertig.

FAZ

GOLD ALS KRISENWÄHRUNG KEINE GUTE FORM DER GELDANLAGE (?)

Zitat: „Gold enthält also seinen Wert allein durch den Glauben der Menschen an seinen Wert.“ Kein Druckfehler.

SPIEGEL

ARTIKEL DER WOCHE — DIE GOLDMÄNNER UND DIE POLITIK

[LZ] Einfach mal paar Namen und Fakten zusammengestellt. Es ist schier unglaublich…

Der Standard

ZU GUTER LETZT — DIE VEGETARIER-STUDIE DER UNIVERSITÄT JENA

Ziemlich interessante Verteilung. Was da alles dahintersteckt! Mehrheitlich areligiös??!

uni-jena.de

Hinweis: Die verlinkten Beiträge stellen nicht immer die Meinung der Cashkurs-Redaktion dar, dienen aber in jedem Falle der eigenen Urteilsbildung.