Sechs Jahre nach den alten Rekorden gab es im Jahr 2013 wieder neue Höchststände für deutsche Aktien. Doch neue Geschichten suchten Anleger vergebens. Die erstarkende deutsche Wirtschaft schob die Kurse an. Die Notenbanken sorgten mit ihrem billigen Geld für für das richtige Marktumfeld.

Über allen Nachrichten und Geschehnissen steht ein Versprechen der Europäischen Zentralbank (EZB), das EZB-Chef Mario Draghi aus dem Sommer 2012.  Sein Haus werde alles unternehmen, um den Euro zu bewahren, hatte Draghi damals gesagt. In zwei Schritten im Mai und im November senkte die EZB den Leitzins auf 0,25 Prozent in diesem Jahr.

Fünf Jahre Nullzins

Die US-Notenbank (Fed) hat vor genau fünf Jahren ihren Zins auf eine Bandbreite zwischen 0,0 und 0,25 Prozent gesenkt. Auch die Nachfolgerin von Ben Bernanke, die kommende Fed-Präsidentin Janet Yellen, wird an der Niedrigzinspolitik festhalten. Zusätzlich kaufte die Fed jeden Monat  Anleihen im Wert von 85 Milliarden US-Dollar. Dieses Programm wird nun schrittweise zurück geführt.

Die niedrigen Zinsen haben die Aktienkurse weltweit befeuert. Die Geldpolitik schützte die Märkte wie eine Käseglocke. Der Deutsche Aktienindex (Dax) konnte im Jahresverlauf über 20 Prozent zulegen. Im Frühjahr war der Dax noch bis auf 7418 Punkte gefallen. Im Oktober stieg das Börsenbarometer erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 9.000 Punkten und markierte zum Jahresende hin ein Rekordhoch nach dem nächsten. Damit schwankte der Dax im Jahresverlauf um über 2.000 Punkte.

Unternehmen verdienen wieder

Als Motor des Erfolgs wirkten über die Notenbankpolitik hinaus recht solide Unternehmensgewinne, ordentliche Dividenden und eine generell robuste deutsche Wirtschaft. Der Konsum entwickelte sich dabei zu einer wichtigen  Konjunkturstütze. Dem Außenhandel machten der starke Euro und die wirtschaftlichen Probleme im Euroraum zu schaffen. Dennoch erreichten die deutschen Exporte im Oktober einen neuen Rekordstand.

Bester Dax-Wert war erneut mit Abstand Continental mit einem Kursplus von etwa 75 Prozent. Dabei hätte der Reifenhersteller genauso gut unter der schwächeren Autokonjunktur leiden können, wie das beim Spezialchemiekonzern Lanxess der Fall war. Mit einem Kursplus von gut 45 Prozent entwickelten sich auch Daimler-Aktien überdurchschnittlich. Die Stuttgarter profitierten vor allem davon, dass ihnen Analysten im Vergleich zu anderen Autoherstellern Nachholbedarf attestierten.

Telekom als Überraschungssieger

Telekom-Aktien stiegen um fast 40 Prozent. Auslöser war die die erfolgreiche Vermählung der Telekom-Tochter T-Mobile USA mit der Konkurrentin Metro PCS. Die Telekom konnte sich so einen dicken Klotz vom Bein nehmen. Die Kundenzahlen in den USA stiegen wieder, das weckte Begehrlichkeiten. T-Mobile USA soll das Interesse von Sprint geweckt haben.

Auch bei den Verlierern fehlen eindeutige Branchentrends. Der Düngemitel-Experte K+S ragt mit über 40 Prozent Verlust hervor. Der Preisdruck bei Kali hatte aus heiterem Himmel beim Aktienkurs eingeschlagen. Verluste gab es erneut für die Energieversorger RWE und Eon. Die Unternehmen gaben ein ums andere Mal an, von der Energiewende belastet zu werden. Selbst die Aussicht auf eine etwas kohlefreundlichere Politik der Großen Koalition konnte daran wenig ändern.

Die massiven Umbauten bei ThyssenKrupp setzten den Aktien des Stahlkonzerns zu. Papiere der Deutschen Bank entwickelten sich unterdurchschnittlich. Auch die Autoaktien neben Daimler ließen sich vom Gesamtmarkt abhängen.

Guten Rutsch ins neue Börsen Jahr!