Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen. Dann gibt es kein sicheres Wertaufbewahrungsmittel (…) Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates macht es erforderlich, dass es für Vermögende keinen Weg gibt, sich zu schützen. Das ist das schäbige Geheimnis der Wohlfahrtsstaats-Tiraden gegen das Gold. Defizitfinanzierung ist schlichtweg eine Maßnahme zur ‘versteckten’ Enteignung von Vermögen.
Alan Greenspan, Fed-Präsident 1987-2006 (Aufsatz “Gold and Economic Freedom”, 1966)

Fast die Hälfte in New York

Noch 2014 lehnte es die Bundesregierung ab, die Goldreserven der Bundesbank aus den Lagerstätten in New York und London vollständig nach Deutschland zurückzubringen.

In der Formulierung wird übrigens impliziert, es handele sich um das Gold der Bundesbank. Damit man nur ja nicht auf die Idee kommt, zu glauben, es könnte sich um das Gold der Bundesbürger handeln. Denn genau darum handelt es sich. Um 3.378 Tonnen Gold, in welchem der Schweiß einer Nachkriegsgeneration steckt. Um  hart erwirtschaftete Handelsüberschüsse, die in Gold  bezahlt wurden. 1.536 Tonnen davon lagerten bis vor kurzem bei der Fed in New York.

Wegen der Bedrohung durch Russland, so die damalige Behauptung, hat man erhebliche Teile davon in den 50er und 60er Jahren der vertrauenswürdigsten Institution der Welt anvertraut, der amerikanischen FED.  Dabei hat sich dieses deutsche Gold vorher nie auf deutschem Boden befunden. Es wurde von vornherein in den Tresoren der FED eingebucht.

Die Bundesbank forderte schon im Jahr 2013 nach zunehmendem öffentlichen Druck einen Anteil von 700 Tonnen seines bei der FED gelagerten Goldes zurück. Die Bundesbank bekam zur Antwort, dass es bis zu sieben Jahre dauern würde, bis komplett geliefert werden kann. Bis 2020 soll es also dauern bis das Gold geliefert werden kann.

Weniger als die Hälfte in New York

Und nun ereilte uns diese Woche die frohe Botschaft:

Die Bundesbank hat den Prozess der Goldverlagerungen früher als geplant abgeschlossen. Nachdem bereits im Jahr 2016 die Verlagerung von Goldreserven aus New York vorzeitig vollzogen werden konnte, sind in diesem Jahr die noch verbliebenen rund 91 Tonnen Gold aus Paris nach Frankfurt verbracht worden. Somit befindet sich kein Gold mehr in Paris.

"Das gesamte Lagerstellenkonzept wurde damit insgesamt rund drei Jahre vor dem geplanten Termin abgeschlossen", sagte Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, mit Verweis auf das 2013 vorgestellte Lagerstellenkonzept. Dieses sah vor, dass die Bundesbank ab 2020 die Hälfte der deutschen Goldreserven in eigenen Tresoren in Frankfurt am Main lagert. Dazu wurden schrittweise rund 300 Tonnen Gold aus New York und rund 374 Tonnen Gold aus Paris nach Frankfurt am Main verlagert.

„Schrittweise“ - man stelle sich mal sowas vor. 300 Tonnen von über 1500 Tonnen. Wie lächerlich ist denn sowas?  Mit solchen logistischen Kompetenzen  könnte die gesamte deutsche Industrie einpacken.

Stolz berichtet die Bundesbank, dass sie im gesamten Verlagerungsprozess sicherstellte, dass es sich von den Entnahmen bei den ausländischen Lagerstellen bis zur Einlagerung in Frankfurt nachweislich um deutsche Goldreserven handelte. Bei Eintreffen in Frankfurt am Main unterzog die Bundesbank alle verlagerten Goldbarren einer vollständigen Eingangskontrolle und Echtheitsprüfung. Nach Abschluss der Prüfungen ergaben sich bei den Verlagerungen keine Beanstandungen bezüglich Echtheit, Feingehalt und Gewicht der Barren.

Eine aktualisierte Goldbarrenliste wird die Bundesbank im Frühjahr 2018 zum Stand 31. Dezember 2017 auf ihrer Internetseite veröffentlichen.

Somit ist das Gold der Bundesbürger nun folgendermaßen verteilt:

Man backt also inzwischen noch kleinere Brötchen. Die 700 Tonnen werden gar nicht mehr verlangt. Man ist schon mit 300 zufrieden.

Kein Gold mehr in Paris

Somit wurde die Lagerstelle in Paris komplett aufgelöst. In London lagern noch immer 432 Tonnen und in den USA  1.236 Tonnen.

Warum werden die knapp 37 Prozent nicht von der Fed zurückgeholt? Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn mancher auf die Idee kommt, das Gold wäre gar nicht vorhanden. Deshalb wird, wie üblich, auf Zeit gespielt.

Dass das deutsche Gold nicht mehr da sei, wird von unseren bestens informierten und ausschließlich die Interessen des Volkes vertretenden  Politikern als Verschwörungstheorie abgetan. Das können die mit Hilfe der Bundesbank auch begründen.

Physische Echtheitsprüfung

Denn laut Bundesbank wurden in den ausländischen Lagerstellen in London und New York die Barren von Mitarbeitern der Bundesbank stichprobenweise physisch geprüft. Dabei gab es keine Beanstandungen. Es wurde also festgestellt, dass die zur Stichprobe vorgelegten Barren tatsächlich aus Gold sind. Haben die auch mal den gesamten Bestand gesehen? Diese Frage beantwortet der Bericht nicht.

Einlagerung in den USA sinnlos

Ob Deutschland die noch fehlenden rund 1500 Tonnen jemals bekommt?
Ich weiß es nicht, aber Zweifel sind gerechtfertigt.

Aus Angst vor der Sowjetunion hatte man es vor Jahrzehnten weit weg, jenseits des Atlantiks bei der Fed eingelagert. Die Zeiten ändern sich.

Die USA sind längst nicht mehr vertrauenswürdig. Militärisch, finanziell, sozial und politisch abgewirtschaftet stehen sie an der Schwelle zum Bürgerkrieg. Die USA sind dermaßen fraktioniert, dass es derzeit weder DAS US-Militär, noch DIE US-Regierung noch DEN US-Bürger gibt.

Vielleicht wäre das Gold inzwischen in Moskau besser aufgehoben.

Zumindest haben uns die Russen, im Gegensatz zu den Amerikanern, bisher noch keine wertlosen asset-backed securities (ABS) aufgeladen, an denen fast die komplette Finanzwirtschaft zerbrochen wäre.