„Nach monatelangem Poker mit den internationalen Geldgebern kann das krisengeschüttelte Griechenland auf weitere Milliardenhilfen hoffen. Die Euro-Finanzminister kündigten am Montag eine Rückkehr der Troika-Kontrolleure nach Athen in den kommenden Tagen an. „Wenn jeder seine Arbeit macht, kann die Überprüfung im März abgeschlossen werden“, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn in Brüssel.“ So berichtet wiwo-online am 18.02.2014.

Wenn die Milliarden was bringen, dann kann man ja irgendwie damit leben. Nur es steht zu befürchten, dass entweder Hopfen und Malz verloren sind oder die Früchte der Milliardenhilfen, wenn überhaupt, erst in mehreren Generationen geerntet werden können.

Ich komme wieder auf das Thema, weil die griechische online-Zeitung zougla.gr am 17.02. einen zornigen Bericht über Richter in Griechenland und deren Verwicklungen in Korruptionsfälle veröffentlichte.

So berichtet zougla.gr über den Staatsanwalt Vasilis Floridis, der erst kürzlich eine Stelle in der neugegründeten „Behörde für die Kontrolle der öffentlichen Aufträge“ angetreten hat.

Frustriert und enttäuscht habe dieser die neue Behörde schon nach wenigen Tagen fluchtartig verlassen, um wieder seine vorherige Funktion als Staatsanwalt am Berufungsgericht in Thessaloniki zu übernehmen.

Er erklärte, dass er nur noch Ekel empfinden konnte, als er die unzähligen Vertuschungen von Korruptionsfällen im Zusammenhang mit Auftragsvergaben erkannte. Bei seinem Rücktritt äußerte er sich wörtlich: „Es muss mit allen Mitteln aus dem NSRP (Anm. d. Autors: europäischer Fonds für regionale Entwicklung) ein Hochsicherheitsgefängnis für wenigstens 10.000 Amtsträger gebaut werden!“

Anstatt, dass ihm Unterstützung zuteil geworden wäre, wurde Floridis mittels unüberwindbaren bürokratischen Hindernissen indirekt zum Rücktritt gezwungen.

Ebenso interessant ist der Fall der  ehemaligen Richterin Antonia Ilia, die behauptet, Richter in Griechenland zu kennen, die während ihrer Karriere in der Justiz reich geworden sind – und zwar definitiv nicht etwa infolge einer Erbschaft, einer reichen Heirat oder eines Lottogewinns.

Die heute 56-jährige Juristin hat Griechenland 2005 verlassen, nachdem sie des Betrugs, der Geldwäsche, der verleumderischen Diffamierung (eines Richters) und anderer Vergehen beschuldigt wurde.

Antonia Ilia erklärte damals bei ihrer Abreise am Flughafen öffentlich, wegen ihrer Enthüllungen gegenüber den Medien sogar Morddrohungen erhalten zu haben und verlasse Griechenland, weil sie um ihr Leben fürchte.

Die derzeit in England lebende Juristin konnte ihre Auslieferung nach Griechenland bisher erfolgreich verhindern, obwohl die griechischen Behörden insgesamt rund ein halbes Dutzend internationale Haftbefehle erwirkten, von deren Schlüssigkeit jedoch die britische Justiz nicht überzeugt zu sein scheint … .

Auf die Frage, ob es Korruption in der griechischen Justiz  gäbe, antwortete sie:

Mit einer ordentlichen und nicht nur angeblichen Aktivierung der substantiellen Kontrolle der Vermögensdeklarationen der Richter lässt sich die Korruption in der griechischen Justiz jederzeit ganz einfach feststellen. Dies impliziert, dass alle aktiven Richter, die während der Ausübung ihrer Aufgaben reicher wurden, ohne eine Erbschaft empfangen, reich geheiratet, im Lotto gewonnen zu haben usw. zweifellos korrupt sind! Eine solche substantielle Überprüfung hat jedoch bis heute im Raum der Justiz niemals stattgefunden…“