Dumm gelaufen. Ich hatte es geahnt, als mir schon beim Zählen der Tageseinnahme dieser besondere Fuffi auffiel. Schlecht gemacht war sie nicht. Die Blüte. Tatsächlich waren kaum Unterschiede zum herkömmlichen Falschgeld – welches per Druckerpresse in Folge eines Kreditvertrages in heiliger, staatlich abgesegneter Allianz zwischen Zentralbank und meistens privaten Geschäftsbanken produziert wird – zu erkennen. Selbst das Hologramm hielt dem Kipp- und Wackeltest recht wacker stand. Und der Sicherheitsfaden erst. Perfekt gemacht! Fetten Respekt!

Einzig die Farben waren es, die ein wenig anders wirkten. Insgesamt erschien mir der Schein, als wäre das Geld gewaschen worden. In einer Waschmaschine versteht sich und nicht etwa in Liechtenstein, auf den Caymans oder in der Schreibtischschublade des ein oder anderen Politikers. Die Farben wirkten zwar kräftiger, zugleich aber auch ein wenig fahl. Wenig definiert. Unehrlich. Heuchlerisch. Hinterhältig. Ein guter Grund, warum Geldwäsche verboten sein sollte. Ebenso wie das Herstellen von Falschgeld. Wer auch immer es drucken mag. Das U der Seriennummer gab wenigstens als Indiz Aufschluss darüber, aus welchem Land das Falschgeld stammte. Aus Frankreich! Kaum dass ein neuer Präsident das Land regiert, schon geht‘s los mit der Gelddruckerei – könnte man meinen. Oder hatte der Fälscher einfach nur Humor, indem er mir ein französisches U für ein deutsches X vormachte? Man weiß es nicht.       

Die Bareinzahlung auf das eigene Konto brachte die Gewissheit. Der Schein trog und wurde von der Zählmaschine als Fälschung entlarvt und ausgespuckt. Ersatz gibt es bekanntlich nicht. Von wem auch? Hollande? Merkel? Der EZB? Wohl kaum! Als Privatmann und ehrlicher Bürge bleibt man stets auf dem Schaden sitzen! Egal, wer ihn anrichtet: Ob Geldfälscher in Hinterhofwerkstätten vornehmlich in Osteuropa oder die in den weltweiten Bankenmetropolen.

Doch zumindest die Zentralbanken der Schwellenländer wollen auch die vermeintlich echten Euronen nicht mehr. Im letzten Monat verlor die Währung der Europäer beinahe sieben Prozent gegenüber der nicht tot zu kriegenden amerikanischen Welt-RESERVE-Währung. Es ist sicher ein guter Plan, im Freifall über eine Reserve zu verfügen. Wer war es noch, der immer wieder sagte: “Unterschätzt mir die Amis nicht.”? Dirk, ick hör dir trapsen.

Hm, das Falschgeld einfach wieder auszugeben, wäre eine Option. Allerdings eine verbotene, mit der man sich im Übrigen eine Menge Ärger einfangen kann. Schließlich leben wir in einem Rechtsstaat, in dem alles seine Ordnung hat. Nicht so wie woanders – wo alles drunter und drüber geht. Nein, nicht über die Wupper, die Spree oder den Rubikon. Vielmehr über den Duero, den Ebro, die Seine oder den Tiber. Nichts ist mehr im Fluss. Außer dem Gerede der Politiker über angeblich rettende Pakete, die nichts retten ausser den eigenen A... und das unnütze Falschgeld der angeblich reichen, priviligierten modernen Feudalherren.

Sei‘s drum. Man könnte sich rausreden. Der Polizei eine Geschichte auftischen. Machen andere schließlich auch, oder? Man hätte von nichts gewusst. Man hätte nur vertraut. Auf die Echtheit. Auf dass es ein Waschmittel, eine Geldwäsche war, die den Schaden anrichtete. Man könnte sich selbst als Betrogenen ausgeben, als Opfer eines Falschgeldsystems, mit dem man nichts zu tun habe. Natürlich gibt es andere, die Schuld haben. Es sind doch immer die anderen. Nicht nur die Griechen, Spanier, Portugiesen und wie sie sonst alle heißen.

Man selbst ist es nie. Man ist niemals selbst verantwortlich für sein Tun. Man schiebt sie ab. Die Verantwortung und natürlich auch die Fehler, die selbstredend und ausschließlich in den vergangenen zwei Jahren vom politischen Gegner gemacht wurden, doch keinesfalls von einem selbst. Scheibchenweise gibt man zu, dass die Eurokrise aus der Bankenkrise resultierte, die maßgeblich für die Eskalation der Schulden sorgte. Und doch ist es ein undurchdringliches Geflecht zwischen Politik und Finanzwirtschaft, die alles zum Nachteil der Bürger möglich macht. Victory! Herr Bundeskanzler?

Günther Jauch - Brauchen wir den Euro wirklich?

Korrupte Politiker und Josef Ackermann

Falschgeld in Umlauf bringen? Nein, ein rechtschaffener Bürge macht so etwas natürlich nicht. Es sei verboten und unmoralisch. Sagt nicht nur die Polizei, sondern auch die Banken. Also die, die es tun. Obwohl es eigentlich niemanden stören würde und dürfte, wenn man mit vom Bürger gedruckten Falschgeld gute Kaufmannsgeschäfte abwickelte. Was spielt es schon für eine Rolle, aus welcher Druckmaschine die Blüten stammten. Solange jeder nur vertraut ... 

Vertrauen ist gut. Kontrolle sei besser, sagen die Banken. Es bereitete Probleme, den falschen Fuffziger bei meiner Sparkasse einzuzahlen. Nicht nur, weil der Schein trog, sondern auch aufgrund des neuen Einzahlungsbeleges. Sonderbar. Man will nun ganz genau wissen, woher der Bürge sein Bares hat. Neuerdings soll man tatsächlich angeben, aus welcher Quelle die Mittel stammen, die man zum Finanzinstitut seines Vertrauens trägt. Schließlich hat der Geschäftspartner in finanziellen Dingen Sorge zu tragen, dass alles mit rechten monetären Dingen zu geht. Dafür sorgt ein Gesetz. Man nennt es Geldwäschegesetz (GwG). Es stellt jeden Bürgen unter Generalverdacht. Zumindest wenn er mehr als 15.000,- Euro auf ein Konto einzahlt. Noch. Ja noch, liegt die Grenze bei dieser Höhe. Vorraussichtlich nicht mehr lange.

Geldwäschegesetz (GwG)

Da lohnt es sich, einmal nachzufragen, weshalb diese Änderung der Einzahlungsbelege bei der hiesigen Sparkasse vorgenommen wurde. Gibt es plausible Gründe? Handelt es sich vielleicht um den ersten Schritt zur Einführung von Kapitalverkehrskontrollen? Wurde heimlich eine Bankenstasi gegründet? Lieber Herr Bundespräsident Gauck, wussten Sie und ihre Ex-Behörde davon?

Die Äußerungen von Mitarbeitern in drei verschiedenen Filialen der Sparkasse sind recht unterschiedlich. Die erste Bankangestellte wiegelt ab. Die Regelung gelte nur für Einzahlungen ab einer Höhe von 15.000,- Euro. Auf die Frage, wie man Geld waschen könnte, indem man es auf das eigene Konto einzahlt, hatte sie allerdings auch keine befriedigende Antwort. Und auch nicht darauf, ob es ihr auffallen würde, wenn jemand an drei Tagen hintereinander je 5.000,- Euro einzahlt.

Die ältere Dame in der zweiten Filliale klagte mir ihr Leid, wieviel Arbeit die neue Richtlinie mache und wie sinnlos das ganze wäre, da wohl kaum jemand auf die Idee käme, Schwarzgeld auf sein eigenes deutsches Bankkonto einzuzahlen. Blöd sind die auch nicht. Die Verbrecher.  

In der dritten Filliale wurde es interessant. Der nette junge Mann gab an, dass die Kassierer angehalten seien, möglichst bei jedem Kunden die Mittelherkunft zu erfragen. Ganz gleich bei welcher Betragshöhe. Doch natürlich könne man die Richtigkeit der Angaben letztendlich nicht überprüfen und bei der Nutzung von Einzahlungsmaschinen würde ganz darauf verzichtet. Letztendlich gab er mir noch den wichtigen Hinweis, mich nicht unnötig aufzuregen, da ich doch sicherlich nichts zu verbergen hätte. Meine im System gespeicherte Telefonnummer gab er freundlicherweise an einen Experten der Hauptverwaltung weiter, der mich auch innerhalb kürzester Zeit anrief.

Nein, keinesfalls wolle man die eigenen Kunden ausspionieren. Schließlich setzte man nur Brüsseler Gesetze um. Geldwäsche sei nun mal ein großes Problem und Banken seien verpflichtet, aktiv bei der Verbrechensbekämpfung mitzuhelfen. Die Frage, wieviele Geldwäscher und Halunken denn schon in den letzten Jahren durch die Maßnahmen im Rahmen des GwG von der Sparkasse aufgespürt worden sind, beantwortete er eindeutig und exakt.

Mit Null. Der Schein trügt!

Beitrag senden Beitrag drucken