Mein Beitrag vom 14.02. hat hier auf cashkurs.com eine rege und für mich unerwartete Diskussion entfacht.

Ein Diskussionspunkt war die sichere Verwahrung von Edelmetallen.

Gestatten Sie, liebe Leser, dass ich mich dazu äußere.

Schon in der Antike gab es Goldverbote.

Auch die Weimarer Republik und Frankreich blieben im 20. Jahrhundert davon nicht verschont.

Das wohl am stärksten im kollektiven Gedächtnis haftende Goldverbot dürfte das der USA gewesen sein.

Am 5. April 1933 unterzeichnete der Präsident die Executive Order 6102, wonach der private Goldbesitz ab dem 1. Mai 1933 in den USA verboten wurde: „Kraft der mir übertragenen Vollmacht aus Abschnitt 5 (b) des Gesetzes vom 6. Oktober 1917, geändert durch Abschnitt 2 des Gesetzes vom 9. März 1933 mit dem Titel „Maßnahmen zur Bekämpfung des Notstandes bei Banken und für andere Zwecke“, in denen der Kongress einen ernsthaften Notstand erklärte, verkünde ich, Franklin D. Roosevelt, als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, dass der nationale Notstand nach wie vor existiert und entsprechend der Verordnung tritt damit das Verbot des Hortens von Goldmünzen, Goldbarren und Goldzertifikaten durch Personen, Gesellschaften, Vereinigungen und Firmen innerhalb der kontinentalen Vereinigten Staaten in Kraft.“

Das gesamte private Gold (Münzen, Barren und Zertifikate) musste bei staatlichen Annahmestellen innerhalb von 14 Tagen zum festen Goldpreis von 20,67 US-Dollar pro Feinunze abgegeben werden. Ausnahmen bildete Gold, das für industrielle Zwecke, Kunst oder Handwerk benötigt wurde, sowie Goldmünzen und -zertifikate, die den Wert von 100 US-Dollar (inflationsbereinigt 1.868,68 US-Dollar) nicht überschritten. Das Besitzverbot war auf das Inland beschränkt, Goldbestände im Ausland waren nicht betroffen.

Goldbesitzer, die ihr Edelmetall freiwillig abgaben, erhielten eine Abfindung. Entdeckte dagegen der Staat Gold bei einer angeordneten Durchsuchung, enteignete er dieses entschädigungslos. Ein bevorzugtes Ziel von Durchsuchungen waren Tresore und Schließfächer in Banken. Sie wurden versiegelt und durften nur im Beisein eines Beamten der Bundessteuerbehörde der Vereinigten Staaten geöffnet werden. Die Besitzer waren der Regierung durch Bank- und Versicherungsbelege bekannt (Das kann jeder ganz gemütlich bei Wikipedia nachlesen).

Die Konfiszierung des Goldes auf Grund des Goldverbotes rechtskräftig betraf sämtliche Goldmünzen, Goldbarren und Goldzertifikate. Alles musste bis zum 1. Mai 1933 bei staatlichen Annahmestellen abgegeben werden zum o. g. Festpreis. Lediglich Schmuck, Gold für industrielle Zwecke, Kunst oder Handwerk und Goldmünzen bis zu einem Wert von maximal 100 USD durften die Bürger behalten. Das private Sammeln von historischen Goldmünzen war weiter gestattet. Das Verbot war zunächst nur auf das Inland beschränkt.

Dafür brauchte man noch nicht mal die „Pseudo-Terror-Gefahr“. Was glauben Sie denn, was das Finanzamt, respektive die Steuerfahndung bei Verdacht auf Steuerhinterziehung alles öffnen darf?

Der Glaube an das „sichere“ Bankschließfach ist ein schöner Traum, den man seine Bürger gerne träumen lässt. Noch besser, als auf diesem Tablett kann man seine Vermögenswerte dem Staat gar nicht servieren!

Hintergrund dieses Verbots bildete die Weltwirtschaftskrise, welche am 24. Oktober 1929 mit dem schwarzen Donnerstag begann und massive Auswirkungen wie Deflation und Zusammenbrüche von Banken mit sich brachte. Gold gewann immer mehr an Wert. Viele US-Bürger horteten ihre Goldreserven zu Hause oder schafften diese ins Ausland.

Vielleicht wäre es hilfreich, gelegentlich über die Lagerung in einem der über die Schweiz verteilten zehn Zollfreilager nachzudenken. Das sind exterritoriale Gebiete.

In einem solchen Transitlager können  Edelmetalle frei von Mehrwertsteuer (spielt bei Gold im Moment noch keine Rolle) und Zoll lagern – zeitlich unbegrenzt. Die Lagereröffnung funktioniert bereits ab einem Wert von 10.000 CHF.

Der Kauf von Silber, Platin, Palladium und Kupfer bleibt frei von Mehrwertsteuer und Zoll.

Die v Edelmetalle sind stets zu 100 Prozent physisch vorhanden.

Die Lagerung der Barren und Münzen ist zeitlich unbegrenzt.

Über die gelagerten Werte kann jederzeit verfügt werden.

Alle gelagerten Werte sind voll versichert.

Ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer kontrolliert das Zollfreilager zweimal im Jahr und überprüft die Bestände.

Das Bargeldverbot wird zur Zeit viel diskutiert. Wann es kommt weiß keiner. Die Diskussion wird jedoch nicht enden, weil die Finanzindustrie und viele Staaten ein Interesse daran haben. Damit würde totale Kontrolle erreicht. (vgl. dazu: Vermögenssicherung im Euro-Desaster, Thomas Trepnau)

Gold ist das einzige auf der ganzen Welt akzeptierte  Geld. Sein Besitz kann nicht einfach überall verboten werden, und beim oben angeführten Beispiel vom früheren Verbot in den USA handelte es sich wohl um eine Verzweiflungstat im Zuge der Depression zu Beginn der 30er Jahre.

Man kann ja mal versuchen, in einem oder meinetwegen auch mehreren Ländern den Goldbesitz zu verbieten. Da würden sich schnell Helfer für die Goldbesitzer finden. Im Zollfreilager kann mich sich dann ganz gut helfen lassen.

Sicher gibt es viele Gründe, warum Menschen Gold kaufen. Einer davon dürfte sein, damit der Vermögensabgabe zu entgehen.

Dazu abschließend noch zwei Zitate, die man nicht ignorieren sollte:

Bundesbank: "Im Vergleich zur Staatsinsolvenz könnte die Erhebung einer Vermögensabgabe aber wohl strukturierter und geordneter gestaltet werden".

"Der Vorteil sei, dass niemand der einmaligen Abgabe entkommen könne - und sie deshalb als fair erachtet würde, schrieb der IWF. Laut seinen Berechnungen müsste eine europäische Abgabe ein Zehntel der privaten Vermögen wegbesteuern, um den Schuldenstand im Währungsraum auf das Vorkrisenniveau zu senken".

"Im Vergleich zur Staatsinsolvenz könnte die Erhebung einer Vermögensabgabe aber wohl strukturierter und geordneter gestaltet werden". "Der Vorteil sei, dass niemand der einmaligen Abgabe entkommen könne - und sie deshalb als fair erachtet würde, schrieb der IWF. Laut seinen Berechnungen müsste eine europäische Abgabe ein Zehntel der privaten Vermögen wegbesteuern, um den Schuldenstand im Währungsraum auf das Vorkrisenniveau zu senken".

Bedenken Sie bitte, es würde dadurch nur eine Senkung auf das Vorkrisenniveau erreicht. Ob das reicht?