Bloomberg meldete gestern am 3. Mai 2010, dass griechische Staatsanleihen nicht mehr den Standards für notenbankfähige Sicherheiten genügen müssen. Bis auf unbestimmte Zeit wird das Kriterium eines guten A-Ratings (mindestens einer Ratingagentur) ausgesetzt.

http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601087&sid=aYrxGIX0CBLA&pos=5

Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die Europäische Zentralbank zum direkten Aufkauf von Staatsanleihen (Quantitative Easing) übergeht.

Langsam wird es unerträglich! Regeln und Gesetze werden mittlerweile nach Belieben außer Kraft gesetzt, nur um eine weitere Runde um das goldene Kalb zu tanzen und den unvermeidlichen Zusammenbruch, der normalerweise schon längst stattgefunden haben müsste, hinaus zu zögern.

Liebe Leser, wir schlagen das wohl letzte Kapitel des laufenden Systemcrashs auf: die absolut größte und gewaltigste (Mutter) aller Blasen, die jemals in diesem System aufgepumpt wurde, beginnt gerade zu platzen: Die Mega-Blase der Staatsanleihen, - und wir sehen mittlerweile auch ganz deutlich, wer dafür gerade stehen soll: die Bürge(r)n der Staaten.

In Griechenland werden Streiks und Proteste immer aggressiver. Ich denke, solche Szenen werden wir in wenigen Monaten auch in anderen Ländern sehen. In Deutschland kann es ebenfalls zu Gewalt auf den Straßen kommen, wenn man versucht den Menschen die Luft zum Atmen (Leben) zu nehmen. Vor der Suffokation kommt es immer zum Kampf.

http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/12/12/griechenland-athen-polizisten-brennen/athen-brennende-polizisten-11053581-mfb,templateId=renderScaled,property=Bild,height=225.jpg

In den Medien wird der Anschein erweckt, als handele es sich bei der Gewährung neuer Kredite für Griechenland um eine „Rettungs“aktion und „Hilfen“ für ein Land, das durch eine „selbstverschuldete Geldverprasserei“ vor dem Bankrott steht.

Ja, - natürlich kann man den Griechen Bilanzfälscherei vorwerfen. Und doch überdecken diese Anschuldigungen nur die Fehler im System. Man kann Griechenland alle Verfehlungen, Lügen und Tricksereien vorwerfen, doch an der Eskalation der Schuldenzunahme – gerade in den letzten beiden Jahren – in Portugal, Spanien, Italien und auch Deutschland sind sie ganz gewiss nicht Schuld.

Tatsächlich handelt es sich bei der Griechenland-„Hilfe“ in erster Linie um eine Rettung von Banken und Versicherungen, die in griechische Staatspapiere investiert sind. Es handelt sich hier nicht um eine Sanierung der griechischen Staatsfinanzen, sondern einzig und allein um die Suche nach Neu- und Nachschuldnern, die den Erhalt der gigantischen Geldvermögen und deren Verzinsung auf der anderen Seite der Schuld sicher stellen sollen. Man will die bestehende Verschuldungskrise mit neuen Schulden lösen, die mit noch höheren Zinssätzen als bisher vom griechischen Volk zu erwirtschaften sind, wobei die „Stabilitätsmaßnahmen“ die griechische Wirtschaft noch weiter abwürgen werden. Von den Hilfen hat das griechische Volk rein gar nichts, außer dass das Land in den kommenden drei Jahren seine Zinsen und auslaufenden Staatskredite mit dem frischen Geld tilgen kann, - viel mehr aber auch nicht.

Wäre ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone eine Lösung?

Zunächst einmal ist anzumerken, dass kein Land (außer vielleicht durch Krieg) gezwungen werden kann, den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel aufzugeben. Auch nach einer Wiedereinführung der Drachme bliebe die bestehende Verschuldung Griechenlands bestehen. Durch eine Abwertung der neuen griechischen Währung gegenüber anderen Währungen würde Griechenland sicher wettbewerbsfähiger werden, doch sollte unseren Politikern langsam einmal klar werden, dass eine Rückzahlung der griechischen und weltweiten Gesamtverschuldung überhaupt nicht möglich ist, da Geld durch Kredit (Schuld) entsteht, und es nach Tilgung aller Schulden kein Geld mehr gäbe. Zudem wäre eine Verzinsung gesparten Kapitals nicht mehr möglich: 1. weil auch das verschwunden wäre und 2. ohne Schuldner keine Zinszahlungen. Hierbei geht es nicht nur um das Geldvermögen der wenigen Superreichen (10% der Weltbevölkerung halten 85% des gesamten Geldvermögens), sondern auch um das Kapital der kleinen Sparer.

Ein freiwilliger Austritt Griechenlands aus dem Euro-System hätte wahrscheinlich eine baldige Hyperinflation der Drachme zur Folge. Griechenlands Wirtschaft wird es niemals schaffen können, ohne Hyperinflation, - genau wie alle anderen Staaten der Welt – seine Schulden zu tilgen. Griechenland würde nichts anderes übrig bleiben, als zu versuchen, sich mit Hilfe der elektronischen Druckerpresse zu entschulden. Die Gläubiger Griechenlands (Banken, Versicherungen die Staaten der Euro-Zone) würden tatsächlich aufhören müssen, zu glauben (Gläubiger kommt von Glauben), dass Staatsschulden insgesamt rückzahlbar sind. Große Verwerfungen an den Kapitalmärkten hätten letztendlich den Systemzusammenbruch zur Folge, - der so oder so auf Dauer ohne grundlegende Systemänderungen nicht mehr abwendbar ist.

Politik und Notenbanken haben längst die Kontrolle über das System verloren. Es geht nur noch darum, Zeit zu schinden, um das System immer wieder ein kleines Stückchen weiter laufen zu lassen. Hierbei scheint es fast, dass dieser Systemzusammenbruch intelligent gesteuert wird. Wie anders ist die massive Abwertung der Staatspapiere ziemlich unbedeutender Länder (Griechenland, Portugal) bei gleichzeitiger Beibehaltung der Top-Ratings für die USA oder Großbritannien zu erklären? Es sei an dieser Stelle nochmal darauf hingewiesen, dass sich die mächtigen Ratingagenturen in Privatbesitz befinden. (z. B. Standard & Poors = McGraw Hill http://www.mcgraw-hill.com/) *Buch C(r)ashkurs ab Seite 114.

Politik und EZB sind selbst zu Versicherern von Banken und Sparern geworden, wobei die Geldhortung, - das Entziehen von Geld aus dem Wirtschaftskreislauf und der Zinseszins-Effekt auf Sparguthaben – selbst die Probleme der ausufernden Verschuldung verursachen. Interessent ist hierbei, dass diese Versicherung fast kostenlos für die Profiteure bleibt. Tritt der Schadensfall ein, können sich Banken und deren Sparer im Hintergrund gewiß sein, dass die Entscheider in der Politik helfen werden, denn es steht ja nichts Schlimmeres als der totale Zusammenbruch des Geldsystems im Raum, der als Drohung gegenüber den Bürgern ausgerufen wird. Den Banken kann es nur Recht sein, denn an neuen Staatskrediten wird gut verdient und natürlich kann das verdiente Geld gleich wieder an den Kapitalmärkten angelegt werden, um irgendwo eine neue Blase aufzupumpen.

Das System ist auf Dauer nicht zu retten

Sparen und der damit verbundene Zinseszins-Effekt führt auf Dauer zu gesamtwirtschaftlichen Verwerfungen, wie Bernd Senf in dieser Video-Reihe hervorragend darstellt. http://www.cashkurs.com/Detailansicht.80.0.html?&cHash=71ffeab992&tx_t3blog_pi1[daxBlogList][showUid]=2466

Die Geschwindigkeit mit der Geldvermögen und parallel die Verschuldung ansteigen, nimmt dabei ständig zu. Und auch die Zeitabstände der auftretenden, immer heftiger werdenden Krisen werden von Mal zu Mal kürzer. Traten sichtbare Verwerfungen an den Kapitalmärkten früher recht selten auf, rasen wir jetzt von einer zur nächsten. Die Beschleunigung nimmt auch hier deutlich zu. Zu nennen sind die Russland-LTCM-Krise (1994), die Asienkrise (1997), die Dotcom-Blase (2000), die amerikanische Immobilienkrise (2007 bis heute), die Lehmann-Bankenkrise (2008 bis heute), die Eurokrise (seit Anfang 2010) und schließlich die wahrscheinlich gewaltigste aller Krisen, die gerade begonnen hat: die Staatsverschuldungskrise.

Wir sollten positiv denken und diese Zeit als Chance begreifen, Veränderungen herbei zu führen. Ansätze gibt es genug, es liegt an Ihnen sich zu engagieren.

www.monetative.de

www.liebeangelamerkel.de

Nein, der Weltuntergang steht nicht bevor, jedoch einige einschneidende Veränderungen in den nächsten Monaten und Jahren. Ich glaube auch nicht daran, dass wir alle Baumrinde fressen werden müssen und doch können wirtschaftliche Verwerfungen sämtliche Lebensbereiche empfindlich treffen, wie man gerade in Griechenland sehen kann.

Wie kann man sich halbwegs schützen?

Wahrscheinlich wird man sich nicht vollständig vor einem Verlust des bisherigen Lebensstandards schützen können. Hier nun ein paar wichtige Punkte, die ich für wichtig erachte, um einigermaßen unbeschadet durch den kommenden Systemcrash zu kommen, - wobei jeder selbst bestimmen muss, welche davon er umsetzen kann und möchte:

1.) Bewußtsein für einen drohenden Systemcrash bei anderen schaffen. Je mehr Menschen für die Problematik des heutigen FIAT-Money-Zinseszins-Systems sensibilisiert sind, desto höher stehen die Chancen auf eine Systemveränderung. (Also reden, diskutieren und schreiben auch Sie in Foren mit. Verfassen Sie Leserbriefe in ihrer örtlichen Tageszeitung. Engagement ist gefragt, egal welcher Meinung Sie sind.) 

2.) Ein guter Zusammenhalt im Familien- und Freundeskreis.

3.) Sparen in physischem Gold und Silber, das anonym gekauft wurde. (Achtung, das bedeutet nicht, dass ich Befürworter einer goldgedeckten, nicht umlaufgesicherten Zinswährung bin.)

4.) Abbau von Schulden, soweit möglich. Keine neuen Schulden. (Dauert die Deflationsphase zu lang, kommt man in Bedrängnis mit der Rückzahlung, da die eigenen Einnahmen wegbrechen. Bei einer starken Inflation oder Hyperinflation steigen die Zinsen enorm an (15,20,30% pro Tag!), und auch hier wird es schwierig, Schulden und Zinsen zu tilgen.

5.) Bargeld für 2-3 Monate

6.) Lebensmittelvorsorge (Das Flugverbot über Europa hat gezeigt, wie schnell Transportwege ausfallen können.)

Bitte belächeln Sie die folgenden Ratschläge der Bundesministerien nicht! Auch wenn Lebensmittelvorsorge zurzeit noch übertrieben erscheint: Schaden kann sie nicht! Auch ein Hochbeet im eigenen Garten kann sinnvoll sein. Nicht nur im Krisenfall macht es Spaß, eigenes Gemüse zu züchten.

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV):

http://www.bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Ernaehrung/SichereLebensmittel/Kontrolle-Krisenmanagement/Ernaehrungsvorsorge.html

 http://www.ernaehrungsvorsorge.de/de/startseite/

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

http://www.bbk.bund.de/cln_007/nn_401846/SharedDocs/Publikationen/Brosch_C3_BCren__und__Faltbl_C3_A4tter_20Download/Broschuere__Notfall,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Broschuere_Notfall.pdf

7.) Aktien, Rohstoffe, Immobilien ... siehe im folgenden Text

Nun gut, bis zu welchem Grad Sie selbst vorsorgen möchten, bleibt Ihnen überlassen. Für Angst und Panik besteht kein Grund, solange man sich der Gefahren bewußt ist und Vorbereitungen getroffen hat. Lassen Sie sich die Freude am Leben nicht nehmen. Jeder Tag ist ein Geschenk und verdient es genossen zu werden.

Sie wissen vielleicht, dass ich in meiner Freizeit zum Spaß aus Flugzeugen springe. Ein Fallschirmsystem (Rig) beinhaltet immer einen Haupt- und Reserveschirm. Auch wenn ich meinen Reserveschirm bisher noch nie ziehen musste, würde ich ohne diese Lebensversicherung niemals diesen Sport betreiben. Sehen Sie obige Maßnahmen einfach als sinnvolles Backup an. Panik und Angst kommen in der Regel nur auf, wenn man ohne Reserve ein Problem im Freifall bekommt.

Aktien, Rohstoffe und bezahlte Immobilien gehören m. E. nicht unbedingt in den Reservecontainer. Allerdings können sie natürlich hilfreich sein. Betrachten Sie diese Dinge als nicht unbedingt notwendiges, jedoch nützliches Zubehör wie Höhenwarner, Integralhelm oder Kappentrennmesser.

Die Menschheit ist nach dem 2. Weltkrieg mit Einführung des Bretton-Woods-Systems und der Weiterentwicklung unseres Geldsystems kollektiv ohne Reserve aus einem Flugzeug gesprungen. Nach langem Freifall wird die Erde nun größer und größer. Der Boden rast mit beeindruckender Geschwindigkeit auf uns zu. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass der Hauptschirm (unser Geld- und Wirtschaftssystem) fehlerhaft konstruiert wurde und sich nicht öffnen wird.

Um den Freifall zu verlängern, werden Politiker und Notenbanken vom System und der Machthydra gezwungen, ein großes, breites und immer tiefer werdendes Loch in die Erde zu graben. Ich befürchte, sie legen gerade eine knochenharte Granitschicht frei.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Reserve schon gepackt?

Pullen Sie jetzt! Ich wünsche Ihnen eine gute Landung!

P.S.:

Hier noch ein interessantes Interview mit der Buschtrommel:

http://www.youtube.com/watch?v=bfIpJmIs42k