Um die Lage an den vornehmlich durch Cash Buyers und Renditeinvestoren beherrschten Häusermärkten in USA ein wenig besser unter die Lupe zu nehmen, empfiehlt es sich, den Unternehmensmeldungen aus dem Hausbausektor Beachtung zu schenken. D.R. Horton, der größte Hausbauer der Vereinigten Staaten, berichtete im abgelaufenen Quartal zum Beispiel über einen Rückgang seiner Nettoauftragseingänge von 2%.

Diese Entwicklung sei vornehmlich steigenden Hypothekenzinsen als auch einer wachsenden politischen Unsicherheit geschuldet. Seit Mai dieses Jahres hoben die Hypothekenzinsen im Windschatten der US-Staatsanleihemärkte ab. Nicht von ungefähr fiel diese Entwicklung mit dem ebenfalls im Frühjahr einsetzenden „Taper Talk“ der US-Zentralbank Federal Reserve zusammen.

Obwohl die Häuserpreise in den USA seit knapp zwei Jahren wieder steigen, haben sich die Auftragseingänge unter den großen Hausbaufirmen im Laufe dieses Jahres teils deutlich reduziert. Im Fall von D.R. Horton sanken die Nettoauftragseingänge im vierten Quartal auf 5.160 von 5.276 Einheiten im Vorjahr. Beim zweitgrößten US-Hausbauer Pulte Group sieht die Lage noch deutlich schlechter aus.

Im vergangenen Monat gab Pulte für das abgelaufene Quartal einen Einbruch von 17% seiner Nettoauftragseingänge gegenüber dem Vorjahr bekannt. Diese Entwicklung sollte man nicht unterschätzen, da die Nettoauftragseingänge einen viel beobachteten Schlüsselindikator für die zukünftige Performance und die Ertragsentwicklung unter amerikanischen Hausbaufirmen bilden.

Nicht von ungefähr fielen die schwebenden US-Hauskäufe im Oktober den fünften Monat in Folge. Hauptsächlich verantwortlich für diese Entwicklung wurden ebenfalls die steigenden Hypothekenzinsen und die zuletzt zu beobachtenden Preissteigerungen gemacht. Wie der US-Hypothekenverband NAR mitteilte, sank der eigens berechnete Index zu den schwebenden Hauskäufen im Oktober um 0,6% auf 102,7 Punkte – dem niedrigsten Niveau seit einem Jahr.

Generell besteht zwischen der Vertragsunterzeichnung zum Kauf eines Hauses und dem Abschluss der unterliegenden Transaktion ein zeitlicher Verzug von bis zu zwei Monaten.  
Aus diesem Grund lässt der durch die NAR gemessene Indexrückgang auf nichts Gutes hoffen, denn auch in den kommenden Monaten dürften sich die Absätze als rückläufig erweisen.

Eine wachsende Anzahl von Beobachtern zeigt sich davon überzeugt, dass die Erholung an den US-Häusermärkten ins Stocken geraten ist. Am stärksten sanken die Vertragsabschlüsse an der Westküste und im Süden der USA. Ausgerechnet der nordkalifornische Bezirk Contra Costa litt in den letzten Jahren unter den höchsten Preisabschwüngen im gesamten Land, wie neue Daten des U.S. Census Bureau zeigen. 

Laut Daten der NAR sanken auch die Verkäufe von bestehenden Häusern auf saisonbereinigter Basis im Oktober um 3,2% gegenüber dem Vormonat. Im Gesamtjahr 2012 erreichten die Absätze bestehender Häuser ein Volumen von 4,67 Millionen Einheiten – nach wie vor weit unterhalb des Niveaus von 5,5 Millionen Einheiten pro Jahr, die als gesund für die US-Immobilienmärkte angesehen werden.