Liebe Cashkurs-Community,

Die Übereinstimmung der Kursentwicklung des DowJones aus den Jahren 1928/1930 und 2012/2014 ist beeindruckend. Und in logischer Konsequenz muss uns ein Einbruch um 25% unmittelbar bevorstehen. Die Börsengemeinde ist fasziniert und die Diskussionen laufen heiß. Bei nüchterner Betrachtung bleibt die Erkenntnis aus dem SwingerClub : Alles kann, nichts muss.

Es wäre eine der seltenen Momente der Börsengeschichte,  dass ein bevorstehender Crash zuvor in der Apotheken-Umschau angekündigt würde. Geschichte kann sich wiederholen, aber sie muss es doch nicht. Gruseln wir und also gerne ein wenig ohne es allzu ernst zu nehmen und bleiben wir  bei der Erkenntnis eines alten Griechen: “Wenn man die Zukunft schon nicht kennt, sollte man wenigstens auf jede Form der Zukunft vorbereitet sein.“  Und so sollten wir weiterhin auf die Sachwerte setzen, ein gerüttelt  Maß an Liquidität halten um zu möglicherweise günstigen Kursen noch mal nachzuschenken. Wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, der kauft sich eine Versicherungspolice mit Selbstbeteiligung (Put-Option) und sichert sein Depot somit gegen Großschäden ab, ohne den möglichen Aufschwung zu verpassen. Einerseits wird in Börsenspekulanten gemunkelt, George Soros würde aggressiv gegen den S&P-Index wetten, was aber die Blogs am meisten elektrisiert, ist der sogenannte „Chart of Doom“. Hier von „der Welt“ ausgeliehen.

Gold und Silber sind wieder „in“. Unsere Olympioniken sind horten das Edelmetall genauso gerne wie die Chinesen. Auch an den Terminmärkten haben große Spekulanten heimlich still und leise ihre Positionierung gedreht, die Shortpositionen abgebaut und orientieren sich wieder auf der Kaufseite. Das Ergebnis ist eine zumindest vorläufige Bodenbildung und ein Ausbruch über die Widerstände bei 1280 US$/Unze (Gold) und 20,50 US$/Unze (Silber). Im wahrsten Sinne ein erster Silberstreif am Horizont. Die Analystenzunft ist sich mal wieder uneins –was ein gutes Zeichen ist. Von „Zwischenerholung mit nachfolgendem Abverkauf unter 1000 US$“ bis „Weg frei bis 1700 US$“ finden Sie jede Schattierung. Diese bisher doch im Vergleich zum Abschwung überschaubare Erholung von 1200 auf 1310 US$ im Gold hat bei den Minenaktien zu einer schieren Kursexplosion geführt. Um 25% ging es in wenigen Tagen über den Sektor nach oben. Aber auch das ist homöopathisch, wenn man sich diese ausgebombten Werte betrachtet und erkennt, dass sie noch einmal 160 Prozent steigen müssen, bevor sie ihre Höchststände von 2011 wieder sehen. Für Mutige eine gute Chance eine Wette zu riskieren.

Weit weniger gut läuft es derzeit bei der amerikanischen Konjunktur. Letzte Woche sind wir schon mit „Boom…ja wo denn!?“ auf das Thema eingegangen, inzwischen haben die neuesten Daten das Elend weiter untermauert. Eine kleine Horrorschau der letzten Tage:  Industrieproduktion Januar: -0,3% (Erwartung: +0,3%), Kapazitätsauslastung der Industrie : 78,5% (e:79,4%),  Einzelhandelsumsätze : -0,4% (e: unverändert), Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe : 339.000 (e: 335.000), Empire State Index (wie läuft die Industrie im Raum New York) : 4,4 (e:7,5), Hauspreisindex : 46 (e:55), Hausneubaubeginne : 880.000 (e:964.000)

Schon spekuliert man über ein Tapering des Taperings. Also wieder etwas mehr Gas an den Kreditmärkten der USA. Auch den Herrschaften in Tokyo, Peking und  Frankfurt wird langsam mulmig zu Mute  bei der Erkenntnis, dass all die Zins-Bazookas keine durchschlagende Wirkung an der Konjunkturfront erzielen. In Europa denkt man schon über Negativzinsen und „unkonventionelle“ Maßnahmen nach, was immer damit im Einzelnen gemeint ist. Die Not ist groß und gebiert gar merkwürdiges Gedankengut. Auf Zinserhöhungen muss der geneigte Anleger nun wohl in absehbarer Zukunft nicht hoffen um seine Inflationsverluste auszugleichen. Bleibt einmal mehr die Erkenntnis, dass an Sachwerten kein Weg vorbei führt.