US-Präsident Trump hat den Chef des FBI James Comey entlassen - ein unerhörter Vorgang in der Geschichte der USA.

Unabhängig davon, welche Folgen diese Entlassung des Direktors des FBI durch US-Präsident Trump haben wird, Edgar Hoover - der Gründer des FBI, der bis zu seinem Tod 1972 fast 50 Jahre über diese Organisation herrschte - hätte sich bestimmt nicht vom Mann im Weißen Haus entlassen lassen - eher umgekehrt.

Unter Hoover dienten acht Präsidenten, die meisten fürchteten diesen Mann, die Kennedy-Brüder verachteten ihn. Er überlebte sie beide.

Als sich am 2. Mai 1972 sich die Nachricht vom Tode Hoovers verbreitete, wurde das Ende eine Ära eingeleitet. Die Ära der totalen Machtkonzentration - in den Händen einer einzigen Organisation bzw. einer einzigen Person.

Schon bald wurden Gerüchte gestreut, Hoover wäre das Opfer einer Verschwörung.

Präsident Nixon notierte damals in sein Tagebuch, wie froh er gewesen sei, dass Hoover im Amt gestorben sei, bevor er ihn hätte entlasen müssen.

Hoovers Geheimakten waren legendär. Es hieß, er wisse mehr über die Mächtigen Amerikas, als sie über sich selbst.

Mögliche Beweggründe Trumps für diese Entlassung

In offiziellen Verlautbarungen, welche in Washington kursieren, hieß es, Präsident Trump habe auf klare Empfehlungen von Justizminister Jeff Sessions und des stellvertretenden Generalbundesanwalts Rod Rosenstein gehandelt.

Für die Öffentlichkeit kam die Entscheidung hingegen völlig überraschend. Comeys Behörde war gerade dabei, sich mit den Russland-Kontakten des Trump-Teams zu befassen. In einem Brief, welcher US-Medien vorliegt, schrieb Präsident Trump, Comey habe ihm drei Mal persönlich gesagt, dass nicht persönlich gegen ihn ermittelt werde... Diese Russland-Ermittlungen gegen das Trump-Team sind seit Monaten ein schwerer Schatten über der Präsidentschaft des Republikaners. Die CIA ist heute viel mächtiger als das FBI.

Die Beziehung zwischen dem US-amerikanischen Geheimdienst und dem designierten Präsidenten ist schon vor dessen Amtsantritt mehr als gespannt.

Trump wurde damals von der CIA gebrieft über das Ausmaß der russischen Einflussnahme beim zurückliegenden Wahlkampf. Dieses Briefing war so etwas wie das persönliche Pearl Harbour Trumps, noch bevor seine Präsidentschaft überhaupt begonnen hat. Trump hat begriffen, dass er möglicherweise dem russischen Geheimdienst seinen Wahlsieg und sein Amt zu verdanken hat. Wobei die amerikanischen Nachrichtendienste sich noch bei der Bewertung zurückhalten, wie stark Moskaus Einflussnahme den Wahlausgang beeinflusst hat. Um einen Machttkampf zu verhindern, in der Öffentlichkeit, zwischen den Spitzen der Geheimdienste und dem Weißen Haus - das wäre ein großes Risiko für die Sicherheit der USA - hält der Geheimdienst ein Großteil der Informationen noch zurück.

In diesem Zusammenhang, ist die Entlassung des FBI-Direktors so etwas wie ein Warnschuss, in die Richtung des CIA.