Vor wenigen Tagen kritisierte Venizelos, der als Finanzminister an der Aushandlung des zweiten Hilfspakets für Griechenland beteiligt war, in einem Interview mit der FAZ indirekt auch die harte deutsche Position bei der Formulierung von Auflagen für Krisenländer. "Es ist für einen deutschen Bürger und Politiker nicht einfach, europäische Vielfalt und das Recht auf einen anderen Lösungsansatz zu akzeptieren", sagte er. Griechenland könne bei seinem Weg von Anpassungen und Reformen Erfolge wie kein anderes Land der Euro-Zone verweisen.

Er fügte wörtlich hinzu: „Wir haben Möglichkeiten und Spielräume, die Struktur der griechischen Schulden zu verbessern (…)Das alles wurde ohne Belastung der europäischen Bürger erreicht", sagte der Minister. "Wir belasten den sogenannten deutschen Steuerzahler nicht." Bei den beiden Hilfspaketen über zusammen fast 240 Milliarden Euro für sein Land handele es sich zu wesentlichen Teilen um Kredite, die sein Land bediene.

Griechenland möchte ja, wie vom Ministerpräsidenten Samaras vernommen, bald wieder zurück an die Finanzmärkte.

Untermauert wird dies seitens Athens mit dem primären Haushaltsüberschuss, der sich inzwischen aufgebaut habe.

Gleichzeitig berichtet die griechische Online-Wirtschaftszeitung Voria.gr, dass Athen seine Schulden an die privaten Gläubiger nicht bezahlt, um die Zahlen für den primären Haushaltsüberschuss zu schönen.

Laut Voria.gr handelt es sich dabei um Schulden des Staates an private Unternehmen, Lieferanten, aber auch Steuerzahler.

Laut griechischem Finanzministerium betrugen  Ende November 2013 die fälligen Verbindlichkeiten an die Privatwirtschaft 5,858 Mrd. Euro.  Das Saldo soll in 2014 abgetragen werden.

Interessant sind im Zusammenhang mit Venizelos‘ Ausführungen zur Nichtbelastung des deutschen Steuerzahlers die Aussage von Konstantinos Simitis am 10. Januar in der griechischen Online-Zeitung Sofokleous:  “Die Union hat Griechenland bis einschließlich Anfang 2013 auf verschiedene Weisen finanziert. Die Höhe der bereitgestellten Mittel und Bürgschaften erreicht ungefähr 340 Mrd. Euro. Es ist eine auf weltweitem Niveau ungekannte Finanzierung“. (K. Simitis war Ministerpräsident Griechenland von 1996 bis 2004 und ist Mitglied der PASOK, welcher auch Venizelos angehört.)