Es ist sowohl für die betreffenden Gesellschaften als auch für Investoren immer wieder faszinierend und aufregend, wenn eine vielversprechende Entdeckung auch wirtschaftlich verwertbar wird und schließlich in Produktion geht. Leider ist dies gerade im Goldsektor zur Ausnahme geworden. Der Prozess bis zur finalen Produktionsentscheidung (Bohrungen, Ressourcen-Definition, Machbarkeitsstudien, Infrastruktur, Genehmigungen, Minenplan) ist extrem aufwendig und teurer, weshalb viele Firmen mangels Finanzierungsmöglichkeiten irgendwann aufgeben müssen, ihre Lagerstätten verkaufen oder selbst billig übernommen werden. Vor diesem Hintergrund ist der seit drei Jahren stark rückläufige Goldpreis ein echter „Company-Killer“, denn viele Projekte sind derzeit einfach nicht mehr rentabel umsetzbar, da die Gesamtkosten pro geförderter Unze einfach zu hoch wären.

Tiefer Goldpreis als „Project-Killer“

Der Zeitraum bis zur Produktionsreife liegt im Durchschnitt zwischen acht und zwölf Jahren. Der Bau der Mine selbst benötigt davon je nach Größe etwa zwei bis drei Jahre und erfordert oft mehrere hundert Millionen an Kapital. Um eine solche Finanzierung überhaupt zu stemmen und Investoren zu gewinnen, müssen die Firmen bereits lange vor dem möglichen Produktionsstart in diversen Studien (Feasibility-Study) und unter verschiedenen Goldpreis-Szenarien die Wirtschaftlichkeit (IRR, NPV etc.) des Projekts belegen. In den goldenen Zeiten bis 2011, als das Edelmetall fast bis auf 2.000 USD sprang, war der Optimismus beinahe grenzenlos und viele Projekte erschienen erfolgversprechend. Jetzt aber, wo es bei diesen Gesellschaften von der Planungsphase um die konkrete Umsetzung geht, macht ein Minenbau aufgrund des stark gefallenen Edelmetallpreises keinen Sinn mehr und das Projekt verschwindet bis auf Weiteres wieder im Aktenschrank.

Erfolgsgeschichten mit massivem Kapitalbedarf, wie beispielsweise Detour Gold (DGC) oder Osisko (von Yamana und Agnico-Eagle übernommen), würden im aktuellen Umfeld von niemandem mehr finanziert. Hinzu kommt, dass es immer schwieriger und teurer wird, überhaupt signifikante Entdeckungen zu machen. Die Grafik verdeutlicht diesen Zusammenhang sehr gut. Die Explorationsausgaben sind seit dem Jahr 2000 zwar massiv angestiegen, neue Funde mit Vorkommen von über 2 Mio. Goldunzen gab es trotzdem immer weniger. Zudem wird seit 2012 kaum noch Geld zur Suche nach solchen Lagerstätten bereitgestellt. In den kommenden Jahren rechnet daher niemand mehr mit spektakulären Nachrichten.

Trotzdem einige Lichtblicke

Umso erfreulicher ist es, dass einigen Firmen unter den aktuell schwierigen Marktbedingungen und ohne einen großen Partner an der Seite der Schritt vom Explorer zum Produzenten gelungen ist. Die nachfolgenden Gesellschaften sind zwar in verschiedenen Ländern tätig und verfügen über unterschiedlich große Projekte, besitzen aber eine wesentliche Gemeinsamkeit: Sie sind hinsichtlich ihrem Hauptprojekt voll genehmigt und bis zum Produktionsstart 2015 komplett durchfinanziert. Zudem arbeiten sie auch bei Goldpreisen um 1.000 USD noch gewinnbringend. Das notwendige Kapital für die Fertigstellung der Produktionsanlagen wurde von den jeweiligen Geldgebern zum Großteil erst in diesem Jahr eingesammelt. Es müssen also herausragende Projekte sein, die auch bei niedrigeren Goldpreisen noch funktionieren, denn sonst hätten diese Firmen keine Finanzierung bekommen.

Guyana Goldfields (www.guygold.com) hat mit dem Aurora-Projekt einen Volltreffer gelandet. Die Machbarkeitsstudie weist robuste Zahlen und eine exzellente Wirtschaftlichkeit aus. Die Nachsteuer-Rendite (IRR) wird bei einem angenommenen Goldpreis von 1.300 USD mit sehr guten 31% angegeben. Bei 1.000 USD wären es immer noch 20%. Der durchschnittliche Goldgehalt ist mit 2,74 g/t relativ hoch, die Kosten zum Bau sowie zum Betrieb der Mine vergleichsweise gering. So wurden bis zur Produktionsaufnahme insgesamt 249 Mio. USD Capex veranschlagt. Im Zuge der Minenfinanzierung wurden  44,4 Mio. USD Eigenkapital eingesammelt und mit einem Konsortium aus verschiedenen Geldgebern eine Kreditlinie von insgesamt 185 Mio. USD ausgehandelt. Insgesamt ist man bis zur Produktionsaufnahme in 2015  sogar deutlich überfinanziert. Der Abbau erfolgt zunächst im Open-Pit und soll dann untertage fortgesetzt werden. Allerdings ist man sehr flexibel. Sollte sich im Falle eines noch tieferen Goldpreises der teurere Untertagebau nicht mehr lohnen, so wird in einem Alternativ-Szenario einfach nur die Grube vergrößert und ausschliesslich dort gefördert. Über die gesamte Minenlebensdauer sollen insgesamt 3,3 Mio. Unzen Gold gewonnen werden. Die jährliche Durchschnittsproduktion liegt bei 194.000 Unzen, wobei in den ersten zehn Jahren eine Produktion von 231.000 Unzen pro Jahr erwartet wird. Die Cash-Kosten sind mit 423 USD und die All-In-Kosten mit 802 USD angegeben. Die Firma verfügt über eine hochgradige Ressource von über 8 Mio. Unzen, wobei 3,5 Mio. schon als Reserven ausgewiesen sind. Guyana Goldfields ist an der TSX in Toronto unter dem Symbol GUY notiert. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei rund 400 Mio. CAD. Über drei Viertel der Firma wird von Insidern (6%) und institutionellen Investoren (70%) gehalten. Gründer Patrick Sheridan Jr. hält selbst noch 4,3% an der Firma. Das Länderrisiko ist als moderat einzustufen und die politische Situation stabil.

Torex Gold Resources (www.torexgold.com) verfügt mit El-Limon über ein Weltklasseprojekt im aussichtsreichen Guerrero-Goldgürtel in Mexiko. Die aktuelle Ressource beläuft sich auf 5,4 Mio. Unzen Gold, wovon 4,1 Mio. bereits als Reserve definiert sind. Aufgrund der minenfreundlichen Regierung gibt es kaum Bewertungsabschläge wegen möglicher politischer Risiken. Die Liegenschaft befindet sich etwa 180 km südwestlich von Mexiko City und verfügt über eine hervorragende Infrastrukturanbindung. Sämtliche Zulassungen und Genehmigungen liegen vor. Die Konstruktion der Mine ist mit 21 Monaten veranschlagt und wurde bereits im November 2013 begonnen. Bei voller Leistungsfähigkeit befindet sich El Limon mit Durchschnittsgraden von 2,61 g/t unter den ergiebigsten und kostengünstigsten Übertageminen weltweit. Selbst für das Aufbaujahr 2015 rechnet man noch mit einer Produktion von 38.000 Unzen, welche dann im Folgejahr auf 168.000 Unzen gesteigert werden soll und für die restliche Minenlebensdauer bis 2025 bei durchschnittlich 358.000 Unzen liegen dürfte. Die letzte Machbarkeits-Studie weist bei einem zugrunde gelegten Goldpreis von 1.276 USD eine Nachsteuer-Rendite (IRR) von 19,1% auf. Fällt Gold auf 1.000 USD liegt diese immer noch bei 11,7%. Die Cash-Kosten sind mit 504 USD prognostiziert. Die All-In-Kosten dürften damit deutlich unter 1.000 USD liegen. Die Capex bis zur kommerziellen Produktionsaufnahme beträgt insgesamt 725 Mio. USD. Dieses Jahr wurde nochmals Eigenkapital über 143 Mio. USD aufgenommen, sowie 375 Mio. USD an Fremdkapital (Kreditgeber u.a. BNP, ING, BMO, etc.) beschafft. Damit ist man voll finanziert und hat sogar noch einen Kapitalpuffer von 75 Mio. USD für eventuelle Projektverzögerungen. Die Firma ist an der TSX in Toronto notiert, die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei 1,1 Mrd. CAD.

True Gold Mining (www.truegoldmining.com) in Afrika und Rubicon Minerals (www.rubiconminerals.com) in Kanada sind zwei weitere voll finanzierte Firmen, die 2015 in Produktion gehen. True Gold entwickelt das Karma-Goldprojekt in Burkina Faso und ist derzeit nur mit 140 Mio. CAD bewertet. Die Capex beträgt 132 Mio. USD und über die gesamte Minenlebensdauer wird eine jährliche Durchschnittsförderung von 97.000 Unzen zu Cash-Kosten von 431 USD erwartet. Bei einem Goldpreis von 1.250 USD liegt die Renditeerwartung nach Steuern bei sehr hohen 43,1%. Selbst bei einem Rückgang auf 1.000 USD ist die IRR noch mit 21,3% ausgewiesen. Allerdings muss man als Investor das erhöhte politische Risiko in Kauf nehmen, was immer zu gewissen Abschlägen im Börsenwert führt.

Das Gegenteil ist bei Rubicon der Fall, denn das Phoenix-Projekt liegt im politisch stabilen und minenfreundlichen Kanada direkt neben einer der wohl bekanntesten Lagerstätten weltweit: Goldcorp´s Red Lake Mine. Daher sind die Übernahmegerüchte auch nie ganz verstummt. In der aktuellen Studie ist eine Capex von 413 Mio. USD bis zur geplanten Produktionsaufnahme nächstes Jahr ausgewiesen. Über einen Zeitraum von bisher dreizehn Jahren will man durchschnittlich 165.000 Unzen Gold p.a. fördern. Aufgrund des hochgradigen Vorkommens von über 8 g/t liegen die Cash-Kosten bei 599 USD und die All-In-Kosten bei 870 USD, was für den Untertagebau hervorragende Werte sind. Bei einem angenommen Goldpreis von 1.300 USD ergibt sich eine Nachsteuer-Rendite von 19,5%. Bei 1.000 USD fällt diese dann aber schon deutlich unter 10% zurück. Die Marktkapitalisierung der Gesellschaft beträgt aktuell schon rund 585 Mio. CAD.

Fazit:

Die hier vorgestellten Entwicklungsfirmen verfügen über alle notwendigen Genehmigungen und sind darüber hinaus bis zur Produktionsaufnahme voll finanziert („fully funded and permitted“). Daneben besitzen sie weitere, aussichtsreiche Liegenschaften. Mehr kann man sich von einem Explorer/Entwickler derzeit nicht wünschen. Jetzt fehlt nur noch ein steigender Goldpreis.

Anbei finden Sie eine Tabelle mit weiteren Informationen



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