Die Kartelle und Staatsorgane versuchen mit Blick auf diese revolutionäre Technologie verzweifelt zu kooperieren, um diese zu ächten, in den Griff zu bekommen und/oder zu kontrollieren. Zu behaupten, dass die Zukunft des Geldes auf Blockchain-basierenden Kryptowährungen und Zahlungsplattformen fußen wird, gehört heutzutage schon fast zum guten Ton. Wenn dies nicht der Fall wäre, warum verhält es sich dann so, dass Goldman Sachs (und somit die „Too-big-to-fail“ Banken) große Eile dabei an den Tag legen, firmeneigene Versionen dieser Blockchain-Technologien patentieren zu lassen?

Und weswegen investieren Banken massiv in Unternehmen, die zurzeit versuchen, eine globale Blockchain-Plattform für Banken aufzubauen? Grund ist, dass Banken verstanden haben, dass der Hauptzweck von deren Existenz durch Peer-to-peer-Netzwerke, dezentrale Zahlungsplattformen und Währungen in Gefahr zu geraten droht.

Wenn Zahlungstransaktionen nicht mehr länger über eine zentralisierte Institution des Vertrauens geleitet werden müssen, verschwindet eine Schlüsselfunktion des etablierten Bankwesens auf nimmer Wiedersehen.

Zentralbanken sehen ihr Geldmonopol in Gefahr

Falls eine Peer-to-peer-Kreditvergabe bei gleichzeitiger Hinterlegung von Sicherheiten immer einfacher und kostengünstiger durch Blockchain-Anwendungen werden sollte, wird sich auch die Funktion von Banken als Kapitalallokationsstelle in Luft auflösen.

Gordon White und ich haben uns über diese Aspekte in die Zukunft des Geldes (und deren Auswirkungen auf das Arbeitsleben) ausführlich unterhalten. Seien Sie vorgewarnt, das 1:11 Stunde lange Gespräch behandelt Bereiche, die bei Vermögensthemen über höhere Bildung bis hin zu zur Schaffung von Werten in einer innerlich zerrissenen Wirtschaft reichen. 

Da Geld – oder eine Währung, die als Tauschmittel dient – nicht mehr länger durch Notenbanken beziehungsweise Staaten emittiert werden muss, sehen sich Zentralbanken und Staaten ebenso in Gefahr in der Zukunft umgangen zu werden. Grund ist, dass sowohl Unternehmen als auch Bürger realisieren, dass diese der anhaltenden Zerstörung ihrer Kaufkraft durch inflationspredigende Notenbanken und Staatsregierungen entgehen können. 

Falls Sie kein ausreichendes Wissen über Blockchain-Technologien und Kryptowährungen haben sollten – und auf welche Weise diese Innovationen das zentralisierte Bankwesen und durch Staaten emittierte Währungen zerstören –, schlage ich Ihnen eine Reihe von Artikeln zum Lesen vor: 

Why Wall Street Is Embracing the Blockchain—Its Biggest Threat

Das Vorhandensein von Bitcoin-Plattformen – dezentralisierten, nicht vertrauenswürdigen und reproduzierten Konten für Zahlungstransaktionen – entspricht in Gänze dem exakten Gegenteil von zentralisierten, vertrauenswürdigen und geschützten Modellen von modernen Vermögenstransaktionen, welche über einen sehr langen Zeitraum auf DTCC – unter anderen Systemen – als einer Art Zentralautorität fußten. Um es mit anderen Worten auszudrücken, realisiert DTCC gerade, dass es einer existentiellen Gefahr entgegen blickt. 

Forget How Blockchain Works, Talk About What It Does

Block chain (database)

Blockchain: The next big thing (or is it?) 

Alles, was gebraucht wird, ist eine „Killerapplikation“, um einen Durchbruch herbei zu führen, wie Blockchain-Apologeten argumentieren. Vergleichbar wäre eine solche Killerapplikation mit Webbrowsern, die einst das Internet nutzbar machten. Manche Leute sind heute noch davon überzeugt, dass eine physische Währung eine der vielversprechendsten Applikationen sei, doch eine Vielzahl von Ingenieuren setzt sich gerade mit anderen Ideen auseinander, um herauszufinden, wie die Welt verändert werden könnte. 

Bitcoin Blockchain Technology In Financial Services: How The Disruption Will Play Out

„In nahezu jeder Industrie, die auf eine neue Technologie fokussiert ist, die es innerhalb der nächsten drei Jahre zu einem Marktdurchbruch bringen könnte, und von der geglaubt wird, dass sie die eigenen Aktivitäten zu nicht einmal einem Prozent beeinflussen wird, erweist sich diese Denkweise nach wie vor als interessante Realität”, wie Adam Ludwin, Vorstand der Firma Chain.com, ausführte. Beispielsweise führte Ludwin an, dass die Platten- und Musikindustrie im Jahr 2000 nicht in einer Weise auf Napster reagierte, indem diese selbst weitaus mehr Geld in digitale Modelle investierte, sondern anstelle dessen Geld in unzähligen Gerichtsverhandlungen versenkte.

Niemand ist dazu in der Lage mit Gewissheit vorauszusagen, auf welche Weise Blockchain-Technologien das zentralisierte Bankwesen und Währungen zum Erliegen bringen werden. Doch es lässt sich durchaus voraussehen, dass Blockchain-Technologien das zwischen Kartellen und Staaten getroffene Arrangement zerstören werden, das nur einigen Wenigen Nutzen auf Kosten aller anderen bringt.

Die Kartelle und Staatsorgane versuchen deshalb auf verzweifelte Weise zu kooperieren, um das traditionelle Bankwesen vor einer Zerstörung durch Blockchain-Technologien zu bewahren. Versucht wird dies durch Ächtung und/oder den Versuch, die Kontrolle darüber zu erlangen. Hier folgt eine Analogie: Nordkorea hat es geschafft, das Internet zu ächten, in den Griff zu bekommen und zu kontrollieren. Und nun erzählen Sie mir bitte auf welche Weise Nordkorea prosperiert und wie produktiv das Land ist! 

Wir dürfen es Banken, Zentralbanken und Staatsregierungen nicht erlauben, verzweifelte Versuche zu unternehmen, um aufkommende Blockchain-Technologien mit allen Mitteln zu ächten und/oder zu kontrollieren. Falls sie „gewinnen, wird unsere Wirtschaft stagnieren und eine Implosion unserer Wirtschaft wird nicht mehr zu stoppen sein.

The Future of Money (Podcast, 1:11 Stunden, Charles Hugh Smith und Gordon White)


Gastbeitrag für CK*Wirtschaftsfacts / © 2016 Charles Hugh Smith / Charles Hugh Smith ist Betreiber der Webseite Oftwominds.com, die von CNBC unter den besten alternativen Finanzwebseiten der Vereinigten Staaten von Amerika auf Platz 7 geführt wird.