Amerikas Task Force zur Vorbeugung von Krankheiten (Preventive Services Task Force) hat kürzlich eine Empfehlung abgegeben, laut der sich alle amerikanischen Bürger obligatorisch auf eine mentale Depression untersuchen lassen sollen. Die Task Force beabsichtigt, die Krankenversicherer unseres Landes zur Zahlung dieser obligatorischen Untersuchungen zu zwingen. Einfachste ökonomische Zusammenhänge und insbesondere das Obamacare-Desaster hätten dieser Task Force aufzeigen sollen, dass Regierungsinterventionen in das heimische Gesundheitswesen den Amerikanern großen Schaden zufügen.

Denn die durch die Regierung geförderten Krankenversicherungsverträge verteuern die allgemeinen Gesundheitskosten erheblich. Die amerikanischen Verbraucher werden auf diese Preissteigerungen reagieren, indem sie entweder keine Krankenversicherungen mehr abschließen, oder indem sie ihren Konsum von anderen Gütern und Dienstleistungen einschränken.

Eine Verabschiedung von neuen und allgemein verpflichtenden Gesundheitsplänen wird aus diesem Grund dazu führen, dass es Amerikas Verbrauchern – von denen momentan schon ein Großteil unter Obamacare leidet – finanziell bald noch schlechter gehen wird. Gleichzeitig werden die Verbraucher unseres Landes durch diese Gesetze dazu gezwungen, von deren bevorzugten Konsummustern abzulassen.

Neue Datenbank: Zusätzliche Gefährdung der Bürger- und Freiheitsrechte

Der nun verfolgte Plan zu einer obligatorischen Untersuchung auf mentale Depressionen wird nicht nur die allgemeinen Gesundheitskosten durch die Decke schießen lassen. Sondern um sicher zu gehen, dass die durch den Staat auferlegten Untersuchungen auch ordnungsgemäß umgesetzt werden, werden die Regierungsbehörden auch eine neue Datenbank, welche die Ergebnisse dieser Untersuchungen speichert, ins Leben rufen müssen.

Diejenigen unter unseren Anti-Waffenpolitikern, die es jedermann in unserem Land, der oder die als “mental krank” apostrophiert werden, verbieten wollen, eine Schusswaffe zu besitzen, werden auch ohne Zweifel dafür plädieren, diese potenziell entstehende Datenbank als Instrument zu nutzen, um Bürger unseres Landes ihren Bürger- und Freiheitsrechten zu berauben, die im Zweiten Verfassungszusatz zur US-Landesverfassung verbrieft sind.

Falls die Task Force zur Vorbeugung von Krankheiten damit durchkommen sollte, könnten nicht wenige Amerikaner ihrem Zweiten Verfassungszusatz – und möglicherweise auch anderen bestehenden Schutzgesetzen – verlustig gehen, ganz einfach deshalb, weil sie ihrer obligatorischen Untersuchung auf eine Depression vielleicht zu einem Zeitpunkt unterzogen wurden, zu dem sie mental mit einer Partnertrennung oder einer Scheidung – oder einfach nur weil sie einen schlechten Tag hatten – zu kämpfen hatten.

Was passiert im Falle von Fehlern oder Irrtümern?

Wie jedermann, dessen Name fälschlicherweise auf die heimische Terrorliste gesetzt wurde, bescheinigen kann, ist es äußerst schwierig, seinen Namen wieder aus einer Datenbank der Regierung entfernen zu lassen, selbst falls die Regierungsbehörden ihren Irrtum oder Fehler einräumen. Deshalb wird jedermann, der in dieser potenziellen Datenbank fälschlicherweise mit dem Etikett „depressiv“ versehen wird viel Zeit und Geld dafür aufbringen müssen, um sich zu rehabilitieren und sich die eigenen Verfassungsrechte zurückzuholen.

Eine obligatorische Untersuchung auf Depressionen wird die allgemeine Gesundheit der Menschen gefährden, weil es in unserem ganzen Land zu einer erhöhten Verabreichung von Psychopharmaka kommen wird. Diese Medikamente weisen häufig gefährliche Nebeneffekte auf. Deren Gebrauch ist selbst mit einem Begehen von Selbstmord in Verbindung gebracht worden.

Die Tatsache, dass nahezu jeder der Massentodesschützen vor dem Begehen von deren Taten Psychopharmaka eingenommen hatte, ist nur ein weiterer guter Grund, sich jedweder politischen Leitlinie zu widersetzen, die eine Abhängigkeit von diesen Medikamenten fördern wird.

Diagnose von mental-psychologischen Gesundheitsproblemen: Oftmals mit reichlich Subjektivität versehen

Die Pläne zu einer obligatorischen Untersuchung auf Depressionen durch die Task Force zur Vorbeugung von Krankheiten basiert auf der falschen Annahme, dass eine Diagnose von mental-psychologischen Gesundheitsproblemen vergleichbar ist mit einer Diagnose von Krebs oder Diabetes. Selbst Ikonen auf dem Gebiet mentaler Depressionen gestehen ein, dass die Feststellung und Diagnose von mental-psychologischen Gesundheitsproblemen oftmals mit einer gehörigen Portion Subjektivität Hand in Hand geht.

Bedenken Sie, dass Homosexualität durch Amerikas Nationalen Psychiatrieverband bis zum Jahr 1973 als mental-psychologische Störung klassifiziert wurde. Heutzutage sind manche Psychiater der Ansicht, dass diejenigen, die an eine Notwendigkeit zur Machteinschränkung der Regierung, an freie Marktwirtschaft oder an traditionelle Werte glauben, unter mental-psychologischen Störungen leiden.

Falls eine obligatorische Untersuchung auf Depressionen tatsächlich schon bald zu einer Realität werden sollte, ist es nur allzu wahrscheinlich, dass diese Untersuchungen auch auf andere mental-psychologische Bereiche ausgeweitet werden, um von offizieller Seite Daten über die Bürger und andere mental-psychologische Störungen zu sammeln. Diese Entwicklung könnte darin gipfeln, dass jedermann mit unpopulären politischen Ansichten oder einem von der Norm abweichenden Lebenswandel als „psychisch krank“ etikettiert wird.

Dirigismus bis hin zur Vollkontrolle des Bürgers

Selbst wenn obligatorische Gesundheitsuntersuchungen ohne steigende Gesundheitskosten oder eine Bedrohung der bürgerlichen Freiheitsrechte durchgeführt werden könnten, entsprächen diese noch immer einer äußerst schlechten Idee. Denn Dauerinterventionen der Regierung in unser Gesundheitswesen unterminieren das Grundprinzip einer freien Gesellschaft.

Wenn es für Regierungsbehörden legitim wird, uns zu erklären, welche Arten von Gesundheitsvorsorge wir beziehen müssen, dann ist der Regierung auch bald das Mittel recht, uns zu erklären, was wir essen, wann wir Sport treiben und auf welche Weise wir unsere Kinder erziehen sollen.

Um es mit den Worten von C.S. Lewis auszudrücken, entspricht eine Tyrannei, die zu unserer aller Besten eingeführt wird, der schlimmsten Form einer Tyrannei überhaupt, weil diese Form der Tyrannei keinerlei Grenzen kennen wird. All jene, die sich zur bürgerlichen Freiheit bekennen, müssen sich aus diesem Grunde den Plänen zu einer obligatorischen Untersuchung auf Depressionen und allen anderen Gesundheitsvorsorgeplänen dieser Art mit allen nur erdenklichen Mitteln entgegenstellen.

Gastbeitrag für CK*wirtschaftsfacts / © 2016 Dr. Ron Paul / Institute for Peace and Prosperity

Dr. Ron Paul war in der Vergangenheit neben seiner rund zwanzigjährigen Tätigkeit als Kongressabgeordneter für den Bundesstaat Texas in der Hauptstadt Washington auch Präsidentschaftskandidat für die Partei der Republikaner. Sein neues Buch „Swords into Plowshares“ ist im Buchhandel erhältlich.

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