Traurig, traurig! Das Halbfinale ging verloren. Verdientermaßen! Den Italienern sei es gegönnt. Doch ist es nur ein Spiel! Armes Italien! Spanien ist jetzt trotzdem Europameister. Es kommt halt immer darauf an, wer bevorteilt ist. Hätte Hummels den Ball gegen die Italiener doch nur versenkt! Die EM wäre anders gelaufen…

Doch zumindest wurde fair gespielt. Beim Fußball. In der Politik sieht das zurzeit anders aus. Ich persönlich habe ja sowieso meine Probleme mit Europa. Würde ein US-Amerikaner nicht sofort nachfragen, aus welchem Land man stamme, wenn man ihm bei der Begrüßung mitteilte, man sei Europäer? Ich persönlich fühle mich deutsch. Nicht europäisch – bin in dieser Hinsicht politisch unkorrekt. Natürlich mag ich die europäischen Länder und unsere Nachbarn. Trotz allem fühle ich mich in Frankreich, Italien oder Spanien nicht heimisch, sondern ausländisch. Balotelli, Ronaldo, Schweinsteiger und Xavi werden niemals zusammen auf Torejagd gehen.

Zu unterschiedlich sind die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in den einzelnen Ländern und die politischen Strukturen hinsichtlich der Renten, Einkommen, Gesetzgebung, etc. Das, was in einem einzelnen Staat wie Deutschland mit einem Länderfinanzausgleich und einem Transfer von Zahlungen westdeutscher Städte zu den ostdeutschen Orten und Metropolen angewendet wird, mag innerhalb eines Staates funktionieren. Doch irgendwann ist auch hier die Grenze erreicht, wie die Proteste der Kämmerer in den hochverschuldeten westdeutschen Städten zeigen. Auch wenn sich 43 Prozent der Deutschen laut einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap für die Vereinigten Staaten von Europa aussprechen, kommt es immer darauf an, wie und ob die Regierung dieser möglichen Vereinigten Staaten von Europa demokratisch und den Bevölkerungszahlen der einzelnen Staaten entsprechend legitimiert ist. Frieden, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit wünscht sich wohl ein jedes der europäischen Völker – jedoch keine zentralistisch regierte EUdSSR, deren Gouverneuren jegliche Gewalt über die einzelnen Staatshaushalte zugesprochen wird.

http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=3097153

Ständige Transferzahlungen ins Ausland, wie beim jetzigen ESM vorgesehen,  würden hingegen niemals von der breiten Bevölkerung befürwortet werden. Wären die Deutschen tatsächlich durch die Medien umfassend über den ESM-Vertrag aufgeklärt worden, wäre die obige Umfrage sicherlich anders ausgefallen. Der jetzige Plan, die Vereinigten Schuden von Europa mit Hilfe des ESM durchzusetzen, wird schief gehen müssen. Ganz einfach, weil er von den Menschen, die den Zahlernationen angehören, nicht mitgetragen werden wird. Im Übrigen wäre auch ein vereinigtes Staatengebilde in Europa kein Garant für den Frieden, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Erinnert sei an dieser Stelle an die Balkankriege im Ex-Jugoslawien.

Und doch! Es geht ums Geld und unser Leben. Dagegen nicht um Leben und Tod! Unsere Bundeskanzlerin hatte sich nach der Nacht von Brüssel und der Abstimmung im Bundestag über ESM und Fiskalpakt ein weiteres Mal täuschen müssen. Sie werde die Vergemeinschaftung europäischer Schulden nicht mehr erleben, sagte sie. Eurobonds, nein danke, ohne mich? Welch ein Quatsch! Schon wurden sie unter anderem Namen eingeführt.

Man könnte nun meinen, Angela Merkel wäre einfach nur ein weiteres Mal in Sachen „Schwäbische Hausfrau“ eingeknickt. Und doch muss gesagt werden, dass sie zusammen mit Peer Steinbrück bereits 2008 nichts anderes getan hat, als Schulden mit einer Bürgschaft der Bundesregierung vergemeinschaften zu wollen. Damals traten die beiden gemeinsam vor die Fernsehkameras und verkündeten, die Spareinlagen seien von der Bundesregierung garantiert. Welch eine Androhung eines kommunistischen Staatsaktes! Denn dieses Statement bedeutete nichts anderes, als dass die Schulden der Banken, die sie bei ihren Anlegern und Sparern haben, notfalls mit Hilfe der deutschen Bürger vergemeinschaftet werden sollten.

Es kommt halt immer darauf an, aus welchem Blickwinkel man Schulden und Guthaben betrachtet. Warum nur hat der Kanzlerin bisher niemand beigebracht, dass die Schulden der einen immer auch die Guthaben der anderen sind? Wann, wann nur wird sie es endlich begreifen? Oder hat sie es gar heimlich kapiert und stellt sich nur dumm? Schulden sind doch gar nichts Böses, sondern nur die Kehrseite der Medaille, auf der in Computern die Guthabenzahlen abgebildet sind.

Doch leider ist es passiert! Die Merkel knickste! Nur vor was oder wem? Vor Monti? Oder doch vor den im Hintergrund feixenden Banken? Die Schulden der Banken werden nun schon seit Jahren durch Schulden der Bürger ersetzt. Und der ESM soll nun dafür sorgen, dass dieses unfaire Spiel auf europäischer Ebene vor allem auf Kosten der deutschen Steuerzahler außerhalb jeglicher parlamentarischer Kontrolle geschehen soll. Das Ende der Demokratie ist nah! Die parlamentarischen Rechte des deutschen Bundestages wurden in einem Staatsstreich der Finanzindustrie ausgehebelt. Zur Erinnerung: Mario Monti ist nicht nur italienischer Ministerpräsident, sondern auch Mitglied des Vorstands der Bilderberg-Konferenz, führendes Mitglied der von Rockefeller gegründeten privaten Trilateralen Kommission und zudem internationaler Berater bei Goldman Sachs.  

Die Eurobonds wurden durch die Hintertür eingeführt und ein ESM beschlossen, der uneingeschränkt walten und schalten kann. Auf Teufel komm raus hat man das durchgeboxt, was geplant war. Und der Bundestag hat diesen Bruch des deutschen Grundgesetzes mitgetragen. Was zu erwarten war, da der überwiegende Teil der Abgeordneten nur eine grobe Ahnung hatte und haben konnte, wobei der undemokratische Fraktionszwang eine entscheidende Rolle spielt. Warum sollte sich ein Bundestagsabgeordneter – auch wenn es eigentlich seine Pflicht wäre – intensiv mit Dingen beschäftigen, wenn er sowieso seine persönliche Meinung nicht im Abstimmungsverhalten kundtun darf. Es ist mir persönlich völlig unverständlich, dass ein solcher Fraktionszwang in einem demokratischen Staat überhaupt legitim ist und von der Judikative akzeptiert werden kann.

Das Parlament hat am Freitag die Demokratie mit Füßen getreten. Nachhaltig! Man hat zusammengeschweißt, was in dieser Form nicht zueinander passt. Und doch dürfte es sehr wahrscheinlich sein, dass die Vergemeinschaftung der europäischen Schulden für Frau Dr. Merkel und ihre Regierung politische Konsequenzen nach sich ziehen wird. Spätestens dann, wenn der deutsche Bürger es endlich merken wird, was es mit Eurobonds und ESM so auf sich hat. Spätestens dann, wenn es geschoren wird, das deutsche Schaf. Die Schlinge liegt jetzt eng am Hals und zieht sich zu. Der griechische Bürger grüßt recht freundlich. Einzig das Bundesverfassungsgericht kann noch einschreiten. Doch zeigt die Erfahrung, dass die obersten Richter die Schlinge wahrscheinlich nur ein wenig lockern werden.   

„Stirbt der Euro – stirbt Europa!“, ist auch so ein Satz, den Frau Merkel einmal sagte. Das Gegenteil ist der Fall. Der Gemeinschaftswährung selbst ist es, die für Streit, Missgunst und Neid gesorgt hat. Doch nun sind nicht nur die Tage des Euro endgültig gezählt. Der europäische Gedanke wird ebenfalls zu Grabe getragen werden. Aufgrund der Unfähigkeit der Politik und den dahinter stehenden Interessen der Banken. Und die Deutschen werden zweimal zahlen.

Das erste Mal wurden sie zur Kasse gebeten, als die Gewinne der Unternehmen und der Banken auf Kosten der deutschen Arbeitnehmer nach Einführung des Euro in die Höhe geschraubt wurden. Und nun durch die vom Bundestag aufgebürdete Begleichung des Schadens, der verursacht wurde durch den übermäßigen deutschen Export von Waren in Länder, die nicht zahlen konnten, weil sich die unverdienten Vermögen an den wenigen, falschen und privaten Kapitalsammelstellen in Deutschland, Griechenland, Spanien und sonstwo anhäuften und von der Politik mit allen Mitteln bis aufs Blut geschützt und verteidigt werden. Wir Bürger selbst haben und sollen weiterhin für diese Umverteilung zahlen müssen.

Und wer weiß, was die neuen Machthaber in Form der ESM-Gouverneure sich noch einfallen lassen? Es wartet ein mögliches Vollprogramm an „Solidaritäts“-Abgaben in Form von neuen Steuern an schwache Banken und Euroländer, Kapitalverkehrskontrollen und vielleicht sogar ein Goldverbot, wenn die breite Flucht aus der Gemeinschaftswährung beginnen wird. Genau die wird starten, wenn begriffen wird, dass Deutschland die Lasten der anderen Staaten keineswegs tragen kann und nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch, einer abgeschlossenen Umverteilung nach der deflationären Depression die Geldschleusen abschließend „zum Wohle der Bürger“ geöffnet werden und eine galoppierende Inflation Einzug hält.

Das Spiel ist noch nicht zu Ende. Es wurde gerade erst angepfiffen. Es kommt jetzt auf den Willen und die Stärke der Deutschen an.

Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

Artikel 20

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Auch wenn laut § 20 Absatz 4 im Grundgesetz der Widerstand erlaubt ist, muss immer gesagt werden, dass andere Abhilfe in den Augen von Richtern wohl immer möglich sein wird. Ein Kampf kann und sollte deshalb nur mit friedlichen und demokratischen Mitteln ausgetragen werden. Und doch bleibt die Frage, ob sich die Deutschen ein weiteres Mal auf friedlichem Weg befreien können. Gegenmodelle zum jetzigen, perfiden Geld- und Wirtschaftsgefüge gibt es genug.

Das bisherige System ist nicht alternativlos, sondern wird uns Bürgern aufgezwungen.

Geld oder Leben? Es wartet eine bessere Welt!