Der Kaukasuskrieg 2008 war ein bewaffneter militärischer Konflikt im Transkaukasus zwischen Georgien auf der einen und Russland, sowie den von Russland unterstützten, international nicht anerkannten Republiken Südossetien und Abchasien auf der anderen Seite. Der Konflikt wurde auf georgischem Staatsgebiet ausgetragen. Die offenen Kampfhandlungen zwischen Soldaten der georgischen Armee und südossetischen Milizverbänden begannen bereits im Juli 2008 und eskalierten in der Nacht zum 8. August, in der georgische Einheiten eine Offensive zur Rückgewinnung der Kontrolle über die ganze Region begannen. Daraufhin griffen aus dem Nordkaukasus russische Truppen ein, drängten die georgische Armee zurück und rückten bis ins georgische Kernland vor. Bis zum Waffenstillstand am 12. August wurden insgesamt etwa 850 Menschen getötet sowie zwischen 2500 und 3000 Menschen verwundet.

Beklagenswerte Ausrüstung

Somit beendeten die russischen Truppen den Einsatz in Südossetien erfolgreich, führten aber gleichzeitig der Welt den beklagenswerten Zustand ihrer Ausrüstung vor.
Zwischen 1991 und Anfang 2016 verfügte Russland nicht über eine einzige militärische Formation in Divisionsstärke in ihren westlichen Militärdistrikten.  Es handelte sich dort nur noch um ein paar bedauernswerte Überbleibsel der ehemals mächtigen Armee. Man hielt im Kreml eine Aufrüstung an den westlichen Grenzen für unnötig. Man glaubte nicht, dass es eine Bedrohung aus Westeuropa gäbe oder je geben würde.

Noch 2015 sprachen der ehemalige US-Verteidigungsminister Robert Gates und die ehemalige Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice von der russischen Armee als einer „zweitrangigen Macht“.

Moskau hat aufgeholt

Die Realität in Syrien zeigt, dass es der Russischen Föderation gelungen ist, ihre Rüstungsindustrie wieder aufzubauen, hocheffektive Waffensysteme zu entwickeln und zu produzieren. Schließlich  gab es für Moskau viel nachzuholen, nachdem der im Westen hoch angesehene Gorbatschow den Weg ebnete für den Zugriff russischer und westlicher Oligarchen auf die russische Wirtschaft und zugleich das Militär verkümmern ließ. Der schwer alkoholkranke Boris Jelzin folgte Gorbatschow  als Präsident und trieb das Land weiter ins Chaos. Allerdings brachte Jelzin den unscheinbaren und vom Westen unterschätzten Geheimdienstoffizier Wladimir Putin ins Amt.

NATO vor den Kopf gestoßen

Die NATO und ihre globalistischen Befehlshaber  war dann wie vor den Kopf gestoßen, als die Krim, die uralter Teil Russlands und Stützpunkt der Schwarzmeerflotte ist, handstreichartig, ohne einen einzigen Schuss gesichert wurde. Mit der Krim hörte der Spaß für die Russen auf. Die Krim in den Händen des Westens, bestückt mit atomaren Mittelstreckenraketen, war aus Sicht Russlands das Horrorszenario schlechthin.  

Vorher schossen Scharfschützen auf Menschen auf dem Maidan in Kiew. In Dollar bezahlte Demonstranten wurden  antransportiert und die Goldreserven der ukrainischen Notenbank  wurden ruckzuck nach New York verbracht, um es dort sicher zu verwahren. So sicher wie große Teile der Goldreserven der Bundesbank dort lagern…

Die verhaltenen Aussagen von Washington während der russischen Entfaltung in Syrien, wurden im Mainstream unterschiedlich interpretiert. Sie konnten letztlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Pentagon von der russischen Militärpotenz überrascht und beeindruckt war.

Kalibr Mittelstrecken-Lenkrakete mit dem NATO-Code SS N 30

Im letzten Beitrag zum Thema habe ich die Beschreibung der Kalibr Mittelstrecken-Lenkrakete mit dem NATO-Code SS N 30 nicht abgeschlossen. An dieser Stelle knüpfe ich an.

Im April 2014, von einem U-Boot im Kaspischen Meeres abgeschossen, haben 26 dieser Raketen 11 Ziele in 1500 Kilometer Entfernung getroffen und zerstört. Über die militärische Notwendigkeit des Einsatzes wird gestritten. Doch darum ging es den Russen nicht. Man wollte der NATO die Möglichkeit geben, die Leistungsfähigkeit des Waffentyps einzuschätzen. Die Raketen flogen über den Iran, in einer variablen Höhe von 50 bis 100 Meter je nach Bodenbeschaffenheit in vier Kilometer Entfernung an einer amerikanischen Drohne vorbei. Alle abgefeuerten Marschflugkörper trafen ins Ziel. Bei den amerikanischen Systemen hingegen wird deren hohe Ausfallquote beklagt, obwohl sie ein Vielfaches kosten. Da hat die NATO nun ein Raketenabwehrschild entlang der russischen Grenzen stationiert, um, nach eigenen Aussagen, Europa vor iranischen Raketen zu schützen (jeder möge sich sein eigenes Urteil darüber bilden), und nun sowas! Kalibr machen das teure „Schutzschild“ wirkungslos.

Kalibr können auf See und auf Land transportiert, nuklear bestückt und abgeschossen werden.

Elektronik

Am 12. April 2014 überflog eine unbewaffnete russische Su-24 den US-Zerstörer USS Donald Cook im Schwarzen Meer. Nach eigenem Bekunden befand sich das Schiff in internationalem Gewässer und die Besatzung wäre nach dem Vorfall so demoralisiert gewesen, dass sie in Rumänien vor Anker gingen. Trotz lautstarker Ankündigungen von Konsequenzen durch die US-Regierung, passierte – nichts.

Die russische Luftwaffe scheint eine Waffe zu besitzen, die elektronische Regelkreise und  Informationssysteme stören, eventuell komplett lahmlegen kann. In Hmeymim, nördlich von Latakia haben die Russen ein solches System ebenfalls installiert. Nachdem in einem Umkreis von 300 Kilometern um Hmeymim, einschließlich auf der NATO-Basis Incilrlik in der Türkei dieselben Störungen in der Elektronik auftraten, vermuteten die NATO-Verbündeten zunächst einen Sandsturm als Verursacher.  Dann stellte das Pentagon jedoch fest, dass die Geräte gezielt gestört wurden.

Die  moderne Kriegsführung des Westens setzt auf "c4i"; c4i steht für  „command", "control", "communication", "computer" und "intelligence“. c4i schafft Kommunikationsmöglichkeiten innerhalb sämtlicher Streitkräfte bis hin zum einzelnen Soldaten.  Diese Lebensader scheint in Syrien beliebig gestört werden zu können. Inzwischen kann man darüber sogar etwas in Wikipedia nachlesen. Schauen Sie dort mal unter dem Stichwort „Krasuhka EW System“ nach. Flugzeuge, Hubschrauber und Schiffe können damit ausgestattet werden.

Anregung

Abschließend möchte ich noch eine Anregung zum Nachdenken geben. Ein Kommentator schrieb mir kürzlich, dass die Russen den Syrien-Krieg finanziell gegen den Westen nicht durchhalten würden.

Ich denke, das Problem der Finanzierung ist längst gelöst. Die russische Staatsverschuldung ist seit dem Beginn des Einsatzes in Syrien unverändert geblieben. Ein Blick auf die Landkarte zeigt, wie wichtig der Nahe Osten für das chinesische Jahrhundertprojekt „die neue Seidenstraße“ ist. Wäre es nicht denkbar, dass im Hintergrund ein Finanzier namens „China“ wirkt?

Die militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit Russlands und Chinas bis hin zu gemeinsamen Manövern, demnächst auch in der Ostsee, legen diesen Schluss nahe.

-Fortsetzung folgt im Teil 5-
Lesen hier den vorherigen Teil dieser Berichts-Serie.

AdR.: Der Teaser wurde entsprechend der Erklärung von Herrn Trepnau abgeändert!