Sie warten weiterhin auf die Vorlage eines glaubhaften Beweises im Hinblick auf die an die Adresse Russlands gerichteten Vorwürfe seitens amerikanischer Nachrichtendienste, laut denen der Moskauer Kreml mittels Hackerangriffen aktiv in den Präsidentschaftswahlsieg in den USA eingegriffen habe?

Trösten Sie sich. Wir auch. Ebenso scheint es Glenn Greenwald, Mitbegründer der Webseite The Intercept, zu gehen. Erst kürzlich trat Greenwald in der auf Fox News ausgestrahlten Tucker Carlson Show auf, um Amerikas Nachrichtendienste und die Washington Post scharf für deren unbewiesenen Bezichtigungen zu russischen Hackerangriffen zu kritisieren.

Mit dem beständig wiederholten Verweis auf ein aggressives Russland scheinen führende Protagonisten des Polit-Establishments in den USA um im Rest des Westens einen nahezu vorzüglichen Sündenbock gefunden zu haben, um davon abzulenken, dass es vielmehr ihre eigenen Politstrategien und der eigene Führungsstil sind, die durch eine wachsende Anzahl unter den westlichen Bevölkerungen rundheraus abgelehnt werden.

Anders lässt sich der souveräne Präsidentschaftswahlsieg von Donald Trump, der in weiten Teilen des Landes – und vor allem in den heiß umkämpften Swing States – einem Erdbeben glich, nicht erklären. Zumal Trump von Beginn seiner Wahlkampagne an auf harsche Kritik und Entblößung des herrschenden Polit- und Wirtschaftsestablishments gesetzt hatte.

Damit hatte „The Donald“ wohl voll und ganz den Nerv der Zeit getroffen, das muss man ihm lassen. Der dem Establishment ebenfalls sehr skeptisch gegenüberstehende Glenn Greenwald hieb in der weiter oben genannten Sendung in erster Linie auf die Washington Post ein, deren Redaktion fortfahre, „Fake News“ zu publizieren und unter die US-Bevölkerung zu bringen.

Angebliche russische Hackerangriffe auf US-Elektrizitätsnetze

Dieser Vorwurf der bewussten Täuschung und Irreführung der Öffentlichkeit bezog sich unter anderem auch auf die angeblichen Bemühungen von russischer Seite, das Elektrizitätsnetz im US-Bundesstaat Vermont per Hacking torpediert und lahm gelegt zu haben. Uns kommt dabei eher der Gedanke, vielleicht einmal den vielerorts maroden Zustand der Infrastruktur in den Vereinigten Staaten zu hinterfragen.

Die Aufrechterhaltung und Weiterführung von fabrizierten, konstruierten und aus der Luft gegriffenen Anschuldigungen in Richtung Russland, werde, so Greenwald, mit allen Mitteln und koste es, was es wolle, betrieben. Auflagen- und Abonnentenzahlen zeigen allerdings, dass die Art der Berichterstattung Amerikas Traditionsblättern wie der Washington Post oder der New York Times alles andere als gut tut.

Unter einer wachsenden Anzahl von Lesern leidet die eigene Glaubwürdigkeit. Nachdem sich die durch die Washington Post konstruierte Geschichte als wenig glaubwürdig und in den Augen vieler Beobachter als „Ente“ entpuppt habe, handele es sich laut Greenwald um eine „der größten Demütigungen“, welche die Redaktion des Traditionsblatts in ihrer Geschichte habe hinnehmen müssen.

"Putin selbst ist schuld!"

Die auf Sensationsjournalismus setzende Aufmachung des Artikels zum angeblichen Angriff russischer und mit dem Moskauer Kreml assoziierter Hacker, habe sich vom ersten bis zum letzten Satz als „Fake“ dargestellt. Wäre es tatsächlich zu einem solchen Hackerangriff, in dessen Zuge Malware-Software in einem amerikanischen Elektrizitätsnetz platziert worden sei, gekommen, wären die außenpolitischen Folgen fürchterlich gewesen.

Vielmehr habe die Washington Post, so Greenwald, jedoch darauf gesetzt, sowohl den amtierenden Gouverneur als auch Senator Pat Leahy zu Aussagen zu bewegen, laut denen Russlands Präsident Wladimir Putin schuld daran sei, dass ein Großteil der Bürger Vermonts in einem harten Winter unter Entbehrungen leiden müsse.

Doch letztendlich stellte sich heraus, dass die gefundene Malware von einem einzigen Laptop stammte, der mit dem heimischen Elektrizitätsnetz nicht verbunden war. Jedenfalls zeigte sich, dass Russland mit der Verbreitung dieser Malware nichts zu tun haben konnte. In der Folge stellte sich dann heraus, dass es sich bei der gefundenen Software noch nicht einmal um Malware gehandelt habe.

Von Anfang an konstruierte Mediengeschichten

Die in sensationeller Aufmachung durch die Post verbreitete Geschichte kollabierte also in nur wenigen Tagen vor all unserer Augen, so Greenwald. Ebenso verhielte es sich mit Blick auf die durch Amerikas Nachrichtendienste aufgestellten Behauptungen, die bis dato durch keinerlei handfesten Beweis untermauert worden seien.

Vielmehr handele es sich um angestellte Vermutungen der Nachrichtendienste, die in einer Weise in der Öffentlichkeit transportiert würden, als handele es sich um ein Gott gegebenes Gesetz. Hinzu geselle sich der Eindruck, dass alle Beobachter, die auf eine Vorlage von handfesten Beweisen drängten, als Freunde Wladimir Putins und dessen Statthalter im Westen verunglimpft worden seien. 

Westliche Staatsregierungen und deren Nachrichtendienste, so Greenwald, sollten zukünftig anhand einer lückenlosen Beweisvorlage gemessen werden – und nicht an deren plumpen Behauptungen. Laut Greenwald gelte dies umso mehr, wenn die außenpolitischen Folgen derart ernsthaft sein könnten.

Leute wie John McCain stellten sich auf ein Podium, um zu behaupten, dass Russland einen Akt des Krieges begangen habe. Nancy Pelosi bezichtige heimische Journalisten, Komplizen Russlands zu sein. Eine gefährliche Gangart. Vor allem dann, wenn sich Mediengeschichten nachträglich als das erweisen, was sie von Beginn an gewesen seien: nämlich konstruiert!

Dies ist eine Zusammenfassung eines am 9. Januar 2017 auf der Plattform "Zero Hedge" erschienenen englischen Original-Beitrages.

Diesen finden Sie unter dem folgenden Link:

http://www.zerohedge.com/news/2017-01-09/glenn-greenwald-blasts-fake-news-peddling-washington-post-lack-basic-journalistic-sk