Nullzinsfinanzierungen über Zeiträume von 6 Jahren und Rabatte, die in der Historie des Landes ihres Gleichen suchen, halten die Verkäufe der amerikanischen Automobilhersteller zurzeit noch am Laufen. Insgesamt betrachtet entpuppt sich die Branche für die Steuerzahler nach Milliarden schweren Bailouts allerdings als Steuergrab. Nichts anderes wurde seit 2009 auf dieser Welle prophezeit. Fahrzeugbauer wie General Motors oder Spezialhersteller wie Fisker Automotive legen darüber Zeugnis ab.

Um einige Tausend Jobs bei General Motors zu erhalten, zwang die US-Regierung ihren Steuerzahlern einen sündhaft teuren Bailout auf, der im Rückblick mehrere Hunderttausend Dollar pro Arbeitsplatz gekostet hat. Nachdem der vor einem Bankrott stehende Autobauer nach erfolgter Verstaatlichung im Jahr 2009 sein Comeback ankündigte, sollte dieses Ereignis durch einen neuen Börsengang gefeiert werden. Im November 2010 war es dann schließlich so weit, als das IPO zu einem Emissionspreis von $33 pro Aktie initiiert wurde.

Hochrangige Regierungsvertreter waren voll des Lobs, in welch guter Weise General Motors seine Insolvenz unter staatlicher Aufsicht bewältigt habe. Darüber hinaus wurde die Wiederauferstehung des einstigen Autogiganten als Beginn eines neuen amerikanischen Zeitalters angepriesen. Wäre es nach der damals aus dem Amt scheidenden Regierung von George W. Bush gegangen, lägen sowohl GM als auch Chrysler heute wahrscheinlich schon längst auf dem Totenbett.

Doch der neue Präsident Barack Obama verfolgte andere Pläne, und bat die Republikaner in ihrer ausgehenden Amtszeit um finanzielle Unterstützung für die beiden Detroiter Autoriesen. Was in der Folge geschah, schien mehr als absehbar. Die neuen GM-Aktien gingen nach ihrem erfolgten Börsendebüt in den Sinkflug über, bis im Sommer 2012 ein Zweijahres-Tief bei $19,62 ausgebildet wurde. Von den vollmundigen Ankündigungen der US-Regierung war zum damaligen Zeitpunkt nichts mehr zu vernehmen.

Immerhin hielten das US-Finanzministerium und die US-Steuerzahler damals immer noch mehr als 500 Millionen GM-Aktien beziehungsweise knapp 26,5% der Anteile an dem Autobauer, dessen „Rettung“ sich da schon als das Milliardengrab entpuppte, das durch die Bailout-Kritiker prognostiziert wurde. Denn um die durch das US-Finanzministerium ehedem gewährten Rettungshilfen von insgesamt $49,5 Milliarden komplett zu begleichen, hätte der Kurs von GM zum damaligen Zeitpunkt irgendwann $53 pro Aktie erreichen müssen.

Ärgerlich für die Steuerzahler war ganz gewiss, dass GM nach einem Gewinnausweis von  $7,6 Milliarden im Gesamtjahr 2011 nicht einmal einen einzigen Cent an Steuern zahlte. Nun, seit Sommer 2012 hat sich zumindest der Aktienkurs von GM im Zuge der anhaltenden QE-Rallye an den Industrieländerbörsen ein wenig berappelt. Seitdem verringerte das US-Finanzministerium seine gehaltenen Anteile über gestückelte Verkäufe auf 7% aller ausstehenden Aktien.

Wie es vor einigen Tagen hieß, wolle die Regierung den Rest ihrer gehaltenen GM-Anteile bis zum Jahresende verkaufen, womit die Steuerzahler die entstehenden Verluste vollends schlucken müssten. Im Januar wurde durch SIGTARP bekannt gegeben, dass die Steuerzahler zudem auch immer noch einen Anteil von 74% an dem zusammengebrochenen Kreditgeber GMAC hielten.

Wie jüngst der vierteljährliche Sonderbericht für den US-Kongress konstatierte, müsste der GM-Aktienkurs nunmehr von aktuell $38 auf rund $147,5 pro Anteilsschein klettern, um weitere aus dem Bailout ausstehende Finanzhilfen von $10 Milliarden zurückzuerhalten. Selbst die größten Aktienbullen würden darin sehr wahrscheinlich eine Utopie sehen. Nicht viel anders sieht es bei dem nun bankrotten Hybridfahrzeughersteller Fisker Automotive aus. Noch im Jahr 2009 weitete die ins Amt kommende Obama-Regierung dem Autobauer eine Kreditlinie von ehedem $530 Millionen aus.

Doch dabei blieb es nicht. Immerhin gewährte die Regierung dem Autobauer in den letzten Jahren auch noch zusätzliche Steuererleichterungen, die sich auf insgesamt $320 Millionen summieren. Wie aus dem Insolvenzantrag von Fisker hervorgeht, türmte das Unternehmen in den vergangenen Jahren Nettoverluste von mehr als $800 Millionen auf. Natürlich hängen die amerikanischen Steuerzahler im Fall von Fisker abermals voll am (Verlust-)Haken, wenn es um die Sozialisierung von privaten (Unternehmens-)Verlusten geht.

Immerhin fror die US-Regierung die gewährte Kreditlinie im Jahr 2011 ein, so dass nicht der gesamte Betrag abgerufen werden konnte. Ansonsten stünden die Steuerzahler noch stärker in der Kreide. Die größte Sauerei resultiert allerdings aus der Tatsache, dass Unternehmen wie Fisker ihre Steuervergünstigungen im Zuge des Insolvenzverfahrens behalten dürfen. Daraus resultiert, dass die Firma die staatlichen Steuervergünstigungen nach abgeschlossener Insolvenz gegen zukünftige Nettojahresverluste gegenrechnen darf, um abermals steuerfrei auszugehen.

Als Steuerzahler kommt man sich in der Tat nicht mehr als viel mehr als ein Schaf vor, das durch die hinter solchen Gesetzen stehenden Lobbies kahl geschoren wird. Kaum etwas geschieht noch im Sinne der Allgemeinheit – vielmehr schlachten private Unternehmen und deren Lobbies den Staat so lange aus und spannen die Steuerzahler für ihre Interessen ein, bis auch die letzte Sau im Dorf keine Zitzen mehr haben wird. Eigentlich ist das bereits der Fall, was jedoch durch eine verbotene Staatsfinanzierung der Notenbanken durch die Hintertür bislang noch überkleistert werden kann.