Was ist dran an den weltweit aufkommenden Vorwürfen zu einer Verstrickung der türkischen Führung in die Ölraub- und Ölschmuggelaktivitäten des Islamischen Staats? Nach dem Abschuss des russischen SU-24 Jets durch die Türkei fielen keine Bomben auf Ankara. Doch der Kreml antwortete mit einer weltweiten Aufklärungskampagne im Hinblick auf die Türkei und die Familie Erdogan, die dem Bosporus-Land bis dato weitaus mehr Schaden zugefügt hat, als es Bombenabwürfe jemals könnten. Nun stellt sich auch der Iran hinter die russische Regierung, erklärend, über unwiderlegbare Beweise zur Verstrickung der Türkei in den illegalen Ölhandel mit dem Islamischen Staat zu verfügen.

Türkischer Präsident in der Defensive

Bislang reagierte der Kreml sehr besonnen auf den jüngst durch die türkische Militärführung erfolgten SU-24 Jetabschuss. Eine militärische Antwort auf diesen Affront ist Putin bis dato glücklicherweise schuldig geblieben. Es ist schon eine delikate Angelegenheit, dass über den NATO-Staat Türkei nicht nur unzählige ISIS-Kämpfer, sondern auch Waffen aller Art nach Syrien eindringen.

Dieselben ISIS-Kämpfer sollen es sein, die in Paris Anschläge verübten, um auf diese Weise dem westlichen NATO-Partner Frankreich zu schaden. Nun ja, hier stinkt irgendetwas ganz gewaltig gen Himmel, werte Leser. Oder der Türkei ist in der Tat nicht mehr über den Weg zu trauen, wie ich dies zuletzt im Gespräch mit Dr. Paul Craig Roberts anklingen ließ.

Die Informationen, die der Moskauer Kreml seit dem Jetabschuss geleakt und an die breite Öffentlichkeit im Hinblick auf schon lang zuvor kursierenden Gerüchte über eine potenzielle Verstrickung von Mitgliedern der türkischen Staatsführung in den illegalen Ölschmuggel von ISIS herangetragen hat, zwingen den türkischen Machthaber Erdogan in die Defensive.

Stichhaltige russische Beweise?

Dem Informationsleak folgte eine Präsentation von Satellitenaufnahmen und Bildmaterial durch das russische Verteidigungsministeriums, die Öltrucks, detaillierte Transportwege sowie erfolgte Luftschläge dokumentierten. Seitdem steht die Familie Erdogan noch stärker mit dem Rücken zur Wand, denn im Raum steht nichts anderes als deren aktive Finanzierung des internationalen Terrorismus (hier im Fall der sunnitischen Terrororganisation ISIS).

In der vergangenen Woche folgte dann, was folgen musste. So bezichtigte das russische Verteidigungsministerium auch die Führung der Vereinigten Staaten, von den illegalen Aktivitäten um den Ölhandel zwischen der Türkei und ISIS zu wissen, dies jedoch geflissentlich zu ignorieren.  

Sowohl in Washington als auch in Ankara werden diese Anschuldigungen bis dato vehement bestritten, doch siehe da, Putins Russland scheint zumindest eine wichtige Lektion gelernt zu haben, und zwar diejenige, wie man den Spieß im globalen Medienpropagandakrieg umdreht. Was immer auch an Russlands geleakten Informationen und Bildpräsentationen dran sein mag.

Ölschmuggel für den IS: Verfügt auch der Iran über Beweise?

Trotz allem beginnt sich abzuzeichnen, dass Washington die islamistischen Terroristen als eine Art Vehikel zu nutzen scheint, um den eigenen Zielen auf dem eurasischen Kontinent Vorschub zu leisten. Und diese Ziele scheinen der Maßgabe zu folgen, die Bemühungen einer Destabilisierung samt geopolitischer Eskalation zu forcieren. Nun schaltet sich auch der Iran in die anhaltenden Diskussionen ein, sich hinter Russland stellend.

So sollen in Syrien vor Ort aktive Militärberater der iranischen Führung sowohl über Video- als auch Fotomaterial verfügen, aus welchen die Transportwege der mit gestohlenem Rohöl beladenen Öltrucks in die Türkei hinein glasklar belegen sollen. „Falls die staatlichen Behörden der Türkei nichts über die Ölschmuggelaktivitäten von ISIS in ihr Land wissen sollten, können wir die türkische Führung mit geheimdienstlichen Informationen en masse versorgen“, wie der iranische General Mohsen am vergangenen Freitag erklärte.

Unterdessen geht aus einem Interview mit dem iranischen Diplomaten Seyed Hadi Afghahi gegenüber Sputnik News folgendes hervor: Es sei wichtig, einige Kernpunkte ganz offen zu benennen. Erstens ginge es darum zu verstehen, ob gewiss sei, dass die illegalen Ölankäufe von gestohlenem Rohöl des Islamischen Staats durch die Türkei in vollem Wissen des türkischen Staatspräsidenten Erdogan sowie dessen Sohn und Schwiegersohns vonstatten gingen.

Türkische Truppen im Nord-Irak

Die bisherigen Reaktionen der türkischen Behörden und Erdogans selbst zeigten den Schock über die der Weltöffentlichkeit seitens Moskau zur Verfügung gestellten Information, welcher der türkischen Führung in den Gliedern sitze. Irans militärische Berater und Ausbilder befänden sich in unmittelbarer Umgebung zu diesen (Ölschmuggel-)Aktivitäten. Genannte Personen kooperierten im Kampf gegen ISIS nicht nur mit der syrischen Armee, sondern auch mit der libanesischen Hisbollah.

Wie der Diplomat weiter ausführte, verfügten die Geheimdienste des Landes aus diesem Grund über einschlägiges Video- und Fotomaterial, das die illegalen Ölschmuggelaktivitäten in die Türkei hinein lückenlos dokumentiere. Falls Erdogan sich weiter sträuben sollte, die Fakten zu ignorieren oder zu leugnen, werde die iranische Führung der Weltöffentlichkeit weitere unwiderlegbare Beweise in Form von Fotomaterial, GPS-Navigationsdaten sowie Videomaterial über diese Transporte präsentieren. [Zitat Ende]

Tja, und nun überlegen Sie mal, zu welchem Zeitpunkt die türkische Führung und Erdogan ganz plötzlich Soldaten in den Nordirak entsendet haben, was zusätzliche Spannungen mit der schiitischen Führung des Iraks zur Folge haben dürfte.... !



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