Das Wort „Window Dressing“ haben Sie bestimmt schon einmal gehört. Typischer Weise gebraucht das die Gemeinde bei wichtigen Enddaten wie Jahresende oder auch Halbjahresende. Was aber könnten jetzt Sommereuphorie oder Jahresendrally mit „Window Dressing“ oder sagen wir mal Performanceabgrenzung zu tun haben. Um das näher zu bestimmen, sollten wir erst mal in den Fondsprospekt schauen. Das Schlagwort heißt TER, oder Total Expense Ratio.

Wikipedia beschreibt den Ausdruck wie folgt:

Die Total Expense Ratio (Abkürzung: TER) oder Gesamtkostenquote ist eine Kennzahl, die Aufschluss darüber gibt, welche Kosten bei einem Investmentfonds jährlich zusätzlich zum Ausgabeaufschlag anfallen. Die Total Expense Ratio greift auf Ebene des Fonds und enthält Verwaltungsgebühren, wie z. B. für die Fondsgeschäftsführung, das Portfoliomanagement, Wirtschaftsprüfer und Betriebskosten sowie sonstige Gebühren, wie Depotbankgebühren, jedoch (in Deutschland und der Schweiz) ohne Transaktionskosten, d. h. die auf Fondsebene beim Wertpapierkauf/-verkauf entstehenden Kosten, Maklerkosten (Immobilienfonds) und die gesondert aufzuführenden, erfolgsabhängigen "performance fees".

Sie schließt nicht die beim Fondskauf/Fondsverkauf zu bezahlenden Kauf- und Verkaufsspesen sowie einen allenfalls zu bezahlenden Ausgabeaufschlag ein, da diese Kosten auf der Ebene des Anlegers liegen.

Somit hat die Depotbank gleich eine Vielzahl von Stellschrauben um die Gebühren und somit die Marge für die Bank zu erhöhen. Fangen wir mal mit etwas ganz einfachen an. Maklerkosten: Hier lassen sich durch zu häufiges hin und her handeln immense Summen generieren, die der Anleger trägt. Der Broker des Vertrauens freut sich und bedankt sich mit netten Essenseinladungen, Geburtstagsgeschenken oder Einladungen zu oft sehr schönen Events. Natürlich alles legal und im Rahmen der entsprechenden Richtlinien, wenn jemand hinguckt! Der Ausgabeaufschlag ist ohnehin nur eine Mogelpackung für den Anleger. Brüstet sich doch mittleiweile jede Bank, dass für seine Kunden dieser entfällt oder halbiert wird. Als Anleger würde ich mit meiner Bank aushandeln, jeden Fond ohne Ausgabeaufschlag kaufen zu dürfen. Nach einem etwas druckvolleren Gespräch ist das oft möglich.

Die Performance Fee ist der bedeutendste Teil und muss somit um jeden Preis „reingeholt“ werden. Sie erfolgt bei einigen Produkten zum Quartal oder zum Halbjahr, auf jeden Fall aber zum Jahresende oder Rechnungslegungsende des Fonds. Da in den guten „Produkten“ und in vielen Fonds heutzutage eine solche vereinbart wurde, rechnet der Asset Manager damit (und zwar schon von Jahresbeginn an). So ist es nicht verwunderlich, dass in schlechten Börsenzeiten die Performance frühzeitig eingefroren wird, um nicht die „Sondersteuer“ zu verlieren. In guten Börsenzeiten wird versucht die Struktur des Fonds, wenn der Prospekt es erlaubt, so zu gestalten, dass möglichst viel Performancefee generiert wird. Da ich einige Konstruktionen kenne die von der Fee leben, ist es wichtig die Indexstände so zu treiben, dass möglichst viel hängen bleibt. Oft ist in steigenden Kursen oder bei vermeintlichen Höchstständen das Volumen gering, sodass man ohne große Schwierigkeiten die Kursstände auf ein gewisses Niveau zum Stichtag treiben kann. Sie glauben gar nicht wie einfach das ist, wenn viele Leute das gleiche Interesse haben. Ein sinnvolles Instrument der Hedge Fonds Industrie ist die „High Watermark“. Die beschreibt folgenden Sachverhalt. High Watermark ist die Messlatte für die Performance fee. Wird die Abgrenzung bezahlt, dient der „Wasserstand“ als Anfangssaldo für die nächsten Gebühren. Macht auf den ersten Blick Sinn, denn der Anleger zahlt nur, wenn auch Gewinne gemacht werden. In guten Zeit schön, in schlechten Zeiten wird der Fonds einfach geschlossen und mit gleicher Struktur neu aufgemacht. Wenn der Manager weiß, dass es zu lange dauert um den Wasserstand zu erreichen, würde er ja umsonst arbeiten und das geht nun wirklich nicht.         

Bleiben Sie am Ball der Märkte, denn dann kann man durchaus auch Geld verdienen. Nächste Woche lesen Sie, wie bei strukturierten Produkten die Selektion der Basiswerte durchgeführt wird. Soviel sei verraten, oft ist der Affe besser als der Manager.          

P.S.: Anlageempfehlungen werde ich in diesem Forum nicht geben!

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