Nachdem man nun in Zypern in einem ersten Testlauf die Katze aus dem Sack gelassen hat, wird abzuwarten sein, welche Auswirkungen dieser Raubzug am Kleinsparer im restlichen Euroland haben wird. Es ist durchaus vorstellbar, dass man nach und nach (auch in Deutschland!) neuerlich das Vertrauen in die Sicherheit von Bankeinlagen verliert und es zum massiven Abzug von Bargeld kommen wird. Sicherlich wird dieser Umstand am Ende als Begründung für eine komplette Abschaffung des Bargeldes und Ausbau der Überwachung herhalten müssen. In Schweden beispielsweise wird der  bargeldlose Zahlungsverkehr bereits flächendeckend praktiziert. [1]

Eine Aussage von Wolfgang Schäuble im heute journal ist in Bezug auf den Haircut der Kleinsparer in Zypern übrigens besonders bemerkenswert. Kurz und knapp erklärt unser Bundesfinanzminister, worauf moderne Räuber im Politikergewand und Schergen der Hochfinanz heutzutage unbedingt achten müssen:

„Bankeinlagen ischt immer sensibel, da muss man schnell handeln. Deswegen macht man's meischtens auch am Wochenende." Wolfgang Schäuble (ab min. 2:25)

ZDF heute journal vom 16. März 2013

Doch niemand soll hinterher sagen, man hätte die Bürger seitens der Politik nicht gewarnt. Aber auch niemand sollte behaupten, dass Eurosystem würde nicht funktionieren. Tatsächlich kommt es nur auf den Blickwinkel an, aus dem man die Einführung des Euro und seiner Aufrechterhaltung um jeden Preis betrachtet. Für die Hochfinanz könnte es doch besser als zurzeit kaum laufen! Man muss daher sagen: Das Eurosystem funktioniert bestens! 

Vielleicht überrascht Sie diese Aussage, doch wird immer deutlicher, dass schon die Einführung der Einheitswährung ein abgekartetes Spiel war. Das Ziel ist die möglichst umfangreiche Enteignung breiter Bevölkerungsschichten in Europa, die mit einem Beibehalt der nationalen Währungen in dieser Form niemals würde stattfinden können.

Besonders traurig – besser eine Unverschämtheit - ist in diesem Zusammenhang, dass der Betrug am Volk in Griechenland und Zypern noch viel weiter reicht. Er beschränkt sich mitnichten auf die Enteignung auch kleinerer Sparguthaben. Schlichtweg handelt es sich um die Tatsache, dass Griechenland und Zypern überaus reich an Bodenschätzen sind und dieser Raubzug kaum in den Medien thematisiert wird.

Energie: Riesiges Erdgaslager vor Küste Zyperns entdeckt

[...] Nikosia - Südlich von Zypern sind reiche Erdgasvorkommnisse entdeckt worden. "Wir haben erfreuliche Nachrichten", sagte der zyprische Präsident Dimitris Christofias am Mittwoch im zyprischen Fernsehen. Es sei ein "historischer Moment" für Zypern, so Christofias. Die amerikanische Firma Noble Energy habe bei ihren Forschungen schätzungsweise fünf bis acht Billionen Kubikfuß (180 bis 285 Milliarden Kubikmeter) Erdgas unter dem Meeresboden südlich der Insel entdeckt. Mehr Erdgas werde auch in anderen Regionen südlich von Zypern vermutet. Weitere Erkundungen sollen folgen.

Wann Erdgas gewonnen werden könne, sagte Christofias nicht. Experten gingen davon aus, dass dies etwa nach drei Jahren möglich sein könnte. Sie vermuteten, dass insgesamt 75 Billionen Kubikfuß (2,7 Billionen Kubikmeter) Erdgas unter dem Meeresboden im Süden Zyperns seien.

Bereits 300 Milliarden Kubikmeter Erdgas könnten Zyperns Energiebedarf für 30 Jahre decken, hieß es aus Regierungskreisen. Zum Vergleich: Jährlich verbrauchen die USA nach Berechnungen der Energy Information Agency (EIA) etwa 650 Milliarden Kubikmeter Erdgas.[...]

Man darf davon ausgehen, dass dieser Reichtum an fossilen Brennstoffen rund um Zypern den Regierungen der Anrainerstaaten schon sehr viel länger bekannt sein dürfte, zumindest aber vermutet wurde. Jedenfalls sprechen die gesamte politische Lage auf Zypern und seine bis heute bestehende Teilung [1] und der dauernd schwelende Konflikt zwischen Griechen und Türken stark für meine Vermutung. 

Stellen wir uns an dieser Stelle einfach einmal eine ganze simple Frage: Wie überhaupt kann es möglich sein, dass ein kleiner Inselstaat mit gerade einmal 1,1 Mill. Einwohnern in die Pleite rutschen kann, wenn erst 2011 vor seinen Küsten riesige Erdgasvorkommen entdeckt wurden, deren Förderung voraussichtlich 2018 beginnen soll? 

Doch natürlich wird dieser natürliche Reichtum wieder einmal – wie fast überall auf der Welt – nicht dem Volk zugutekommen, sondern von der Hochfinanz und seinen Oligopolen abgeschöpft werden. In diesem Zusammenhang dürfen wir auch gespannt sein, wie sich die Debatte um das Fracking und den Gasvorkommen in Deutschland entwickeln wird. Meine Vermutung ist, dass man auch uns seitens der anglo-amerikanischen Konzerne über den Tisch ziehen wird, um auch diese deutschen Bodenschätze billigst zu fördern und die riesigen Gewinne in die Taschen der Hochfinanz, als „Ausgleichszahlungen“ für angeblich bestehende Schulden des Volkes fließen.

Auch wenn man sich berechtigterweise über die Enteignung von Kleinsparern in Zypern aufregt, verdeckt dieser nur einen viel größeren Betrug am Volk – nämlich die Ausbeutung der Ressourcen und Vereinnahmung der Gewinne von Volkseigentum in Form der vorhandenen Bodenschätze. Die Hochfinanz führt Krieg. Nicht einen Krieg gegen den Euro. Sondern unter Zuhilfenahme des Euros. Einen Krieg gegen die Völker Europas.

[1] Kreditkarte wird Pflicht – Schweden schafft Bargeld ab

[2]  Zypern ist seit 1974 geteilt. Die Republik Zypern umfasst den größeren Südteil ausgenommen den britischen Militärbasen Akrotiri und Dekelia. Sie gehören als Exklaven völkerrechtlich zu Großbritannien.

Der Norden der Insel steht unter Kontrolle der Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ), welche nur von der Türkei anerkannt wird. Der Norden wurde 1974 militärisch durch die Türkei besetzt. Die Pufferzone „Green Line“ zwischen den beiden Staaten wird von  Friedenstruppen der Vereinten Nationen – der United Nations Peacekeeping Force in yprus (UNFICYP). überwacht und verwaltet.