Auch mein letzter Beitrag zum Thema „Russland, Wirtschaft, Militär und Sanktionen“ mit dem Titel  „Super-Satan“ bringt NATO-Verbündete ins Schwitzen“, wurde von Lesern reichlich und  unterschiedlich kommentiert.

Von Zustimmung bis hin zur kompletten Ablehnung war alles dabei.  Ich freue mich über Ihre Kommentare, auch die ablehnenden, sofern sie sachbezogen kritisieren und nicht den Überbringer der Botschaft, den Verfasser attackieren.

Ein Leser schrieb: „…Hört endlich auf mit diesem todbringenden gefährlich verharmlosenden Geschreibsel und redet endlich dem Humanismus das Wort“. Emotional nachvollziehbar. Mein Beitrag hat die Waffensysteme nicht erschaffen. Der Beitrag liefert Informationen über Fakten. Ist denn wirklich die Information  „todbringend“ oder sind es die Waffensysteme mit der dahinterstehenden Politik? Ist es besser nicht zu wissen - oder ermöglicht erst das Wissen und Erkennen auch die Fähigkeit zum Humanismus? Das könnte man jetzt seitenweise diskutieren und ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Schon zu Zarenzeiten hielt man Russland für rückständig, dumm und leicht besiegbar. Eine Überheblichkeit, die teuer bezahlt wurde.

Was ist ein Staat?

Einen Krieg gegen Russland auf europäischem Boden halte ich für so gut wie ausgeschlossen. Denn die NATO-Führung kennt das russische Militärpotential und auch die Strategen im Pentagon wissen, dass sie, im Gegensatz zu früher, nicht ungeschoren blieben. Krieg zwischen Staaten ist in Europa gar nicht nötig.  Solange Länder wie Deutschland von Regierungen gelenkt werden, die offensichtlich gegen das Interesse der eigenen Bevölkerung agieren, indem Staatsgrenzen nicht mehr geschützt werden, erledigt sich das von selbst.

Nach der Allgemeinen Staatslehre von Georg Jellinek besteht ein Staat aus den drei Elementen Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt. Der geschäftsführende Direktor des Instituts für Völkerrecht, René Schneider äußert sich dazu klipp und klar: „Das Staatsgebiet ist fraglos durch seine Grenzen definiert, und diese sind deshalb zu schützen und nicht der Willkür und Beliebigkeit nach außen und innen preiszugeben, die Staatsgrenzen sind ein ganz wesentlicher Bestandteil der verfassungsmäßigen Ordnung. Dasselbe gilt für die Staatsgewalt. Wenn ein Staat seine Staatsgewalt nicht ausübt, indem er hunderttausendfach oder millionenfach ausländische Invasoren illegal eindringen lässt, und diese wie liebe Gäste bewirtet, verliert dieser Staat ein unverzichtbares Element seiner Staatlichkeit, d. h. der Staat hört auf, „Staat“ zu sein, und es beginnt die Anarchie!“

Zurück zum Thema

Ich hatte nur die Iskander  beschrieben und mit dem Supersatan angefangen. Es kann nicht schaden, wenn man weiß, was einen erwartet, wenn man im Größenwahn Russland überfällt.

Während Krieg den Massen nichts als das Grauen bringt,  bringt er einigen viel, unvorstellbar viel. Aber nur solange sie aus sicherer Entfernung vor dem Großbildschirm Hamburger kauend das Gräuel gefahrlos beobachten und sich auf die Schenkel klopfen können, wenn x Milliarden aus dem Nichts geschöpftes Geld in Kriegsmaterial und Wiederaufbau investiert werden können.  Droht jedoch der eigene Hamburger, nebst einem selbst  im Bombenblitz zu verpuffen, dann, ja dann wird die Idee mit dem Krieg vielleicht doch ein wenig  gruselig…

Super-Satan, NATO-Code SS X 30

Was ist also nun der Super-Satan mit dem  NATO-Code SS X 30? Die Super-Satan oder russisch Sarmat ist eine Interkontinentalrakete, die in sechs Ausführungen existiert und eine Reichweite von bis zu 16.000 Kilometern hat. War die Sarmat schon während des kalten Krieges vom Westen gefürchtet, kommt bei westlichen Militärexperten nun ungläubiges Erstaunen hinzu. Flugtestes mit dem Vorgängermodell wurden schon vor 20 Jahren erfolgreich durchgeführt. Tests für die SS X 30 sind für 2017 vorgesehen.

Die Sprengkraft, mit welcher die Rakete bestückt werden kann, soll mit 40 Megatonnen das 2000fache der Hiroshima-Bombe betragen. Sie soll mit einer Geschwindigkeit von 7 Kilometern pro Sekunde fliegen und  noch im Flug, über größte Entfernungen hinweg, gelenkt werden können. Da sie sowohl nahe am Boden als auch im Weltraum mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit fliegen könne, sei sie kaum bis gar nicht zu orten. Auch nichtnuklear, mit konventionellen Sprengköpfen bestückt, ist diese Rakete nicht weniger erschreckend. Sie transportiert mehrere Dutzend Überschallgefechtsköpfe, denen kein Bunker standhalten soll.  Geschweige denn die Energieerzeuger, Flughäfen, Kommunikationssysteme, Industrieanlagen…

Das Pentagon hat mit üblichem Selbstlob und Getrommel eigene Interkontinentalraketen vorgestellt. Das Marktgeschrei konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass das US-Modell deutlich schwächer ist.  

Russische IT-Wissenschaftler haben die Ziele in den USA und Europa längst programmiert und überarbeiten und überprüfen die Systeme täglich neu.  

Status 6 Nukleartorpedo, Pentagon Codename „Kanyon“

Kommen wir zum Status 6 Nukleartorpedo, Pentagon Codename „Kanyon“. Dieser Unterwassertorpedo erreicht angeblich Geschwindigkeiten von bis zu 180 Kilometern pro Stunde, taucht über 1000 Meter tief und hat eine Reichweite von 10.000 Kilometer. Der Torpedo soll auch Kobalt-Bomben transportieren können. Die Ost- und Westküste der USA könnten nach solchen Explosionen für lange Zeit unbewohnbar werden. Einige Fachleute bestritten die Existenz dieses Torpedos. Allerdings bestätigte der US-Geheimdienst im Januar 2017 derartige russische Torpedotests. Eine der tödlichen Fähigkeiten der U-Boot-Drohne ist, dass die Explosion einer Wasserstoffbombe in großer Wassertiefe einen gewaltigen Tsunami erzeugen würde. Er könnte die an den Küsten liegenden Großstädte Amerikas und Europas mit gigantischen Flutwellen überschwemmen.

Die wie ein großer Torpedo aussehende Drohne kann eine Wasserstoffbombe von bis zu 100 Megatonnen TNT  10.000 Kilometer weit in einem Kilometer Tiefe durch die Ozeane tragen. Gesteuert wird Status-6 aus großer Distanz von einem Kriegsschiff oder von einem Angriffs-U-Boot der Sarow-Klasse.

Kalibr Mittelstrecken-Lenkrakete mit dem NATO-Code SS n 30

Der erste Gefechtseinsatz von Kalibr-NK-Marschflugkörpern erfolgte im Rahmen des russischen Militäreinsatzes im Bürgerkrieg in Syrien. Am 7. Oktober 2015 starteten Schiffe der Kaspischen Flottille 26 3M14T-Marschflugkörper vom Kaspischen Meer aus gegen Ziele in Syrien. Die Entfernung zu den Zielen betrug rund 1500 Kilometer.

Die Fortsetzung folgt in Teil 4. Hier geht es zum vorherigen Beitrag