Liebe Cashkurs-Community,

uneinheitlich verlief die letzte Juli-Woche an den internationalen Aktienmärkten. Während die europäischen Börsen durchwegs Gewinne erzielen konnten, gab die Wall Street nach. Der DAX-Index gewann 1,87% hinzu und der DJ Euro Stoxx 50 konnte ein positives Ergebnis von 0,62% erwirtschaften. Dagegen musste der DJ-Industrie-Index einen Verlust von 0,75% hinnehmen. Hier haben die Konjunkturdaten eher negativ überrascht. Der Freitag in Europa stand ganz im Zeichen des Bankenstresstests. Im Vorfeld zogen insbesondere am Freitag die Bankenkurse stark an. Das Ergebnis, das dann am Freitagabend veröffentlicht wurde, war keine Überraschung. Bis auf Banca Monte dei Paschi di Siena haben alle teilnehmenden Banken den Test bestanden. Ob der Test auch in der Praxis standhalten wird, wird sich zeigen müssen. Denn die Testbedingungen wurden von den einzelnen Ländern bestimmt. Im Stress-Szenario verlor z.B. der deutsche mehr als der italienische Aktienmarkt und auch negative Zinsen, die wir im Augenblick haben, waren nicht Bestandteil des Stresstests. Fazit für die Anlagepolitik im Fonds: Wir bleiben skeptisch gegenüber den Euro-Banken, da die Ertragskraft durch das anhaltend niedrige Zinsniveau einfach zu schwach ist und es im Euroraum zu viele Banken gibt (overbanked), die im Wettbewerb zueinanderstehen und damit der Druck auf die Marge hoch bleiben wird.


Aktuelle Fondsdaten zum 01.08.2016 (basierend auf den Schlusskursen vom 29.07.2016):

Aktueller Fonds-Kurs (NAV): 90,20 Euro

Der Vergleichsindex MSCI World Value (EUR): 93,03 Euro

Aktuelles Fondsvolumen: 77,6 Mio. Euro


Der MSCI World Value Index gewann in lokaler Währung 0,7% hinzu. Beste Sektoren waren Grundversorger (Materials) und Industriewerte mit Kurssteigerungen von jeweils mehr als 2%. Dagegen zogen der fallende Ölpreis und schlechte Unternehmensresultate die Ölwerte nach unten und der Energieindex schloss mit -0,23% die Woche ab.

Was hat sich in unserem Portfolio getan?

In unserem Portfolio enttäuschte in der abgelaufenen Börsenwoche insbesondere der französische Wert Ingenico. Das Quartalsergebnis fiel schlechter aus als erwartet. So fielen der Umsatz und das operative Ergebnis um etwa 2% niedriger aus als die Konsensus-Schätzungen der Analysten. Auch die geringe Visibilität des derzeit nicht einfachen Brasilien-Geschäfts (5% vom Gesamtumsatz) und der Lageraufbau bei Geräten in den USA haben die Anleger verschreckt. Die Aktie verlor in der Woche knapp € 12 auf € 98,03. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass es bis 2020 ein zweistelliges Umsatzwachstum p.a. und eine EBITDA-Marge von 22,5% bis 2020 schaffen wird. Wir halten die Prognose für realistisch, da der Trend zu bargeldlosem Zahlungsverkehr bzw. Austausch von Kassenterminals auch in den kommenden Jahren bestehen bleiben sollte.

Obwohl das ausgewiesene Quartalsergebnis über den Erwartungen lag, musste Gilead Sciences einen herben Kursdämpfer einstecken. Die Biotech-Aktie verlor von $ 86,55 auf $ 79,47. Der Anlass dafür war ein verhaltener Ausblick für das zweite Halbjahr 2016. Das Unternehmen wird jetzt etwa $ 11,77 im laufenden Jahr verdienen (2. Quartal: $ 3,08) und damit etwa $ 1 weniger als letztes Jahr. Die Aktie hat bei den genannten Zahlen ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 7. Gilead Sciences wird ein Free-Cash-Flow von über 15,9 Mrd. $ in 2016 erwirtschaften. Was fehlt? Wachstum. Hier scheint das Management nur sehr zögerlich die liquiden Mittel für Unternehmenszukäufe einsetzen zu wollen. Auffallend aber die Aussage, dass das Aktienrückkaufprogramm zurückgefahren wird. Ein Indiz für eine größere Übernahme im laufenden Halbjahr? Eingepreist wäre ein solcher Fall sicherlich nicht.

Erfreulich lief es in der letzten Woche bei der Bertrandt AG, dem deutschen Autozulieferer in Sachen Innovation. Die Aktie konnte 5,7% auf € 97,77 zulegen. Nachrichten gab es vom Unternehmen keine. Die Fantasie liegt weiter bei den sehr hohen Anforderungen an die Automobilhersteller in Sachen CO2-Reduktion. Hier sind die Automobilbauer und Bertrandt gefragt, bis 2021 die Richtlinien zu erfüllen.

Ein Kurs-Comeback in der abgelaufenen Börsenwoche feierte Apple. Das veröffentlichte Ergebnis für das zweite Quartal ist zwar rückläufig gewesen, aber hat dennoch die Analysten und Investoren überrascht, da es über den Erwartungen lag. Erwartet wurde ein Gewinn pro Aktie von $ 1,38 und erwirtschaftet wurde $ 1,42. Insbesondere das Geschäft mit den Apps läuft sehr gut. Mit Spannung wartet der Markt auf das neue iPhone 7, denn da muss das Unternehmen beweisen, ob es zu einer Trendumkehr bei den Verkaufszahlen kommen wird. Die Aktie stieg von 98,66 auf $ 104,21 und damit erstmals seit längerer Zeit wieder über der 200-Tage-Linie von $ 102,93.

Facebook hat in der zurückliegenden Woche sehr gute Zahlen vorgelegt. Der Umsatz legte um 59% auf 6,4 Mrd US$ zu. Der Gewinn verzeichnete ein Plus von 186% auf 2,1 Mrd US$ und liegt damit nochmals deutlich über den Erwartungen. Nachbörslich steigt die Aktie um etwa 7%. Warum schreiben wir das hier? Weil Facebook seit kurzem in unser Depot Einzug gehalten hat... vor der Zahlenveröffentlichung.

Aber Licht und Schatten liegen auch während dieser Berichtssaison mal wieder eng beieinander: Der Kurs von Dialog Semiconductor gab in der zweiten Wochenhälfte deutlich nach. Die Quartalszahlen und Ergebnisse lagen wegen einer Umsatz- und Gewinnwarnung im Rahmen der Erwartungen (Umsatz: 246 Mio. $). Eigentlich ist das keine große Überraschung, denn die jetzt angekündigten Zahlen entsprechen im Wesentlichen dem, was die Analysten ohnehin erwartet haben. Jedoch wurde der Ausblick für das Gesamtjahr gesenkt. Ein Umsatzrückgang für das Gesamtjahr in Höhe von 15% wird erwartet, bislang war man von einstelligem Umsatzrückgang ausgegangen.

Noch ein Hinweis: Größte Position im Portfolio ist derzeit Qualcomm. Grund für diese Entwicklung war die Zukaufpolitik des Fonds, denn im Februar notierte die Aktie unter $ 41 und aktuell bei über $ 62. Wir haben die schwachen Kurse zum Aufbau des Bestandes genutzt. Wir hoffen, dass das kein Einzelfall war, sondern dass dies bei dem einen oder anderen „Fallen Angel“ ebenfalls möglich sein wird.

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Börsenwoche.

Ihr

Dirk Müller und Andreas Schmidt

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