Die Woche

Die jüngsten Konjunkturnachrichten aus dem Euroraum ebenso wie aus den USA überzeugten. Hervorzuheben ist insbesondere die kräftige Erholung der europäischen Industrieproduktion, die im November mit einem Monatsplus von 1,8 % den schwachen Oktoberwert vergessen lässt. Erfreulich ist zudem, dass neben Deutschland und Italien auch Frankreich ein Plus vorweisen konnte. Für Deutschland und Italien stellten dies die Einkaufsmanagerindizes ohnehin in Aussicht. In der Woche werden die europäischen Frühindikatoren für den Januar veröffentlicht. Für den deutschen ZEW-Index und den Einkaufsmanagerindex ist nach den starken Vormonatsgewinnen mit einer leichten Gegenbewegung zu rechnen. Insgesamt sollte sich der europäische EMI weiter im Expansionsbereich halten. Das Bild einer konjunkturellen Erholung im Euroraum ist intakt. Interessant bleibt gleichwohl die Situation in Frankreich, da zeitgleich das bislang recht optimistische INSEE-Geschäftsklima veröffentlicht wird. Eine Stabilisierung würde Anlass zur Hoffnung geben, dass Frankreich nicht den Anschluss verliert. Die jüngsten Ankündigungen aus dem Elysée-Palast sind in den Stimmungsindikatoren noch nicht berücksichtigt. Immerhin nähert sich Präsident Hollande damit der „Schröderschen Agenda“ an, was die französische Wettbewerbsfähigkeit verbessern könnte.

Für die Aktienmärkte dürfte die Konjunktur aufgrund der laufenden US-Berichtssaison eine eher untergeordnete Rolle spielen. Spannender für alle Kapitalmarktakteure bleibt der Blick auf die Geldpolitik. Ambitionierte Erwartungen, das anhaltend niedrige Inflationsumfeld erlaube es den Notenbanken, auf dem Gaspedal zu bleiben bzw. im Falle der EZB sogar die Zinsen erneut zu senken, sollten enttäuscht werden. Dies erhöht den Korrekturbedarf auf Seiten der Rentenmärkte. Beim Euro-Dollar-Kurs fehlen aktuell die Impulse, die Währung aus ihrem Seitwärtskurs zu reißen. Dies sollte sich aber mit der nächsten Sitzung der Fed Ende Januar ändern.  

Der Trend

Die Woche beginnt ruhig. Das Jahr ist noch jung und nach einem schwachen Beginn erholten sich die Aktienmärkte in den letzten Wochen und meldeten sich mit neuen Rekorden zurück. Investments Fonds kauften unter Performancezwang ein.  Die Konjunkturerwartungen steigen in den Industrieländern. Doch die US Berichtssaison ist bisher mäßig verlaufen und nur Durchschnitt. Damit lässt sich kein Blumentopf gewinnen. Die Grundstimmung ist vorsichtig zu nennen. Die meisten trauen dem hohen Dax-Niveau  nicht über den Weg. Nach oben grenzt die 9790 aktuell den Markt ab. Der Januar könnte aber durchaus mit weiteren positiven Überraschungen aufwarten. Die Geldpolitik steht dabei im Fokus. Der Ausblick auf das Jahr bleibt aber bei mir durchwachsen. Achterbahnfahrt voraus.  

Der DAX wird sich diese Woche zwischen 9541 und 9790 Punkten bewegen.   

Chart der Woche

Die Aktienmarktbullen haben am gestrigen Tag noch einmal alle Kräfte mobilisiert und den DAX auf ein neues Rekordhoch getrieben, unmittelbar im Anschluss war dann allerdings eine Atempause nötig. War das der Anfang vom Ende? Für eine Fortsetzung der Hausse spricht nach wie vor, dass mit dem neuen Allzeithoch das beste Signal generiert wurde, das die technische Analyse zu bieten hat. Der Stundenchart verdeutlicht derweil, dass auch eine kurzfristig negative Weichenstellung nicht in allzu weiter Ferne liegt, zumal die 38-Stunden-Linie (akt. bei 9.734 Punkten) per Tagesschluss unterschritten wurde. So würde bereits ein Rutsch unter das Tief vom Vortag bei 9.672 Punkten eine kleine Toppbildung zum Abschluss bringen, die mit einem Abschlagspotential von rund 120 Punkten zeitnah die untere Kante des jüngst ausgeprägten Aufwärtsgaps bei 9.541 Punkten in den Fokus rücken lässt. Bei einem Schließen der angeführten Kurslücke steigt die Gefahr, dass aus der Atempause eine längerfristige Korrektur des DAX® werden könnte. Um dieses Szenario zu vermeiden, sollte der deutsche Leitindex zeitnah das Gaspedal finden und sich deutlich über den Bereich aus dem bisherigen sowie gestern erzielten Rekordhoch (9.790/94 Punkte) absetzen.

Unterstützung: 9541 + 9420 + 9300  

Widerstand: 9790

Wochen Termine KW 04/14

Montag 20.01.

US; Feiertag - Martin Luther King, Jr. Day

US; Nasdaq geschlossen

US; New York Stock Exchange geschlossen

06:30: JP; Industrieproduktion

Dienstag  21.01.

DE; ZEW-Konjunkturerwartungen

11:00: DE; ZEW-Konjunkturerwartungen

14:30: CA; Großhandelsumsatz

14:30: CA; Industriebericht

Mittwoch 22.01.

CH; ZEW-Indikator Januar 2014

CH; World Economic Forum 2014

06:30: JP; All-Industry-Index

10:30: GB; BoE Sitzungsprotokoll

10:30: GB; Arbeitsmarktdaten

13:00: US; MBA Hypothekenanträge

13:45: US; ICSC-Goldman Store Sales Index

14:55: US; Redbook

Donnerstag 23.01.

09:00: FR; Dienstleistungsindex

09:00: FR; Einkaufsmanagerindex

09:30: DE; Einkaufsmanagerindex

09:30: DE; Dienstleistungsindex

10:00: EU; Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen

10:00: EU; Einkaufsmanager Index

22:30: US; Fed Balance Sheet

22:30: US; Money Supply

Freitag 24.01.

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