Hat er sich verschluckt? Ist ihm was im Hals stecken geblieben?

Am vergangenen Samstag, den 06.12. kurz vor Mitternacht informiert uns Spiegel-Online darüber, dass sich der 53-jährige Präsident der Vereinigten Staaten zwecks einer Untersuchung im Krankenhaus befindet.

Laut dem behandelnden Arzt wäre es kein Notfall gewesen. Eine Computertomographie wurde vorsichtshalber angefertigt.

Der Reflux

Vermutlich leide der Präsident an einem Säure-Reflux.

Gründlich wie die Spiegel-Online-Schreiberlinge bei der Übermittlung der wirklich wichtigen Dinge in der Welt sind, werden wir auch gleich darüber aufgeklärt, was „Reflux“ ist. Hierzu haben die Spiegel-Online-Leute offensichtlich sogar den Chefarzt des Reflux-Zentrums in München befragt.

Ich möchte das nicht an dieser Stelle wiederholen. Das kann jeder sowieso in Wikipedia nachlesen, wenn es denn interessiert. Nur eine Äußerung des Chefarztes verdient Erwähnung: Die Ursache könne unter anderem an „starkem Stress“ liegen.

Ja, woher hat der Mann denn den Stress? Was stößt ihm denn so sauer auf?

Washingtons Sprachlosigkeit

Ich wundere mich schon seit Tagen darüber, dass aus Washington kein Kommentar wegen dem russisch-türkischen Gas-Deal kommt. Jetzt ist es mir klar. Dem Präsidenten der unverzichtbaren Nation hat es die Sprache verschlagen. Und das gewaltig. Gleich so, dass er ins Krankenhaus musste.

Türkei als Gas-Knotenpunkt

Der russische Präsident Putin und der türkische Präsident Erdogan machen das Nato-Mitglied und Nicht-EU-Mitglied zum Knotenpunkt für russisches Gas in Südeuropa.

Nachdem Washington und sein europäischer Vasall in Brüssel genügend Druck auf Bulgarien ausgeübt hatten, mit der Folge, dass Bulgariens seinerzeitiger Premier Plamen Oresharski nach einem Besuch John McCains bei ihm in Bulgarien, den Baustopp der South Stream Pipeline durch Bulgarien verkündete.

Nachdem Oresharski dämmerte, dass er hier gegen die wirtschaftlichen Interessen seines eigenen Landes entscheiden musste, dass er zum Befehlsempfänger für Anordnungen aus Washington und Brüssel degradiert wurde, und aus einer Reihe von weiteren Gründen den politischen Rückhalt, auch einer Vielzahl der Bürger verlor, trat er im Juli 2014 von seinem Amt zurück.

South Stream gegen US-Interessen

Aus Sicht der USA musste South Stream verhindert werden, da die Gaslieferungen in Europa durch die Ukraine von US-Unternehmen kontrolliert werden sollen. Mit South Stream wäre die Ukraine als Transitland von der Bildfläche verschwunden.

Nun hat Putin vor wenigen Tagen erklärt, dass South Stream beerdigt ist. Darüber konnte sich Obama noch freuen. Sah es doch so aus, als hätte er das ihm von seiner Finanz-, Rüstungs- und Ölindustrie vorgegebene Zwischenziel erreicht.

Deal zwischen Putin und Erdogan

Kurz danach bot Putin der Türkei den Bau der Pipeline durch das Schwarze Meer in die Türkei an die griechische Grenze an. Die jährliche Kapazität wird bei 63 Milliarden Kubikmetern liegen. Zusätzlich bekommt die Türkei einen erheblichen Preisabschlag und wird künftig die südeuropäischen Länder beliefern. „Glück gehabt“, wird sich Erdogan gedacht haben, „dass die Türkei kein Mitglied der EU ist und souverän entscheiden kann.“

Westliche „Führer“ überrascht

Als Washington erkannte, dass einer der wichtigsten Bündnispartner, die Türkei, die sich ja auch nicht an den Sanktionen gegen Russland beteiligt hat, nun einen gigantischen Gasdeal  gegen die Interessen der USA macht und dies weitreichende geopolitische Auswirkungen auch auf die US-Asienpolitik haben wird, hat es den kriegsfokussierten Hetzern erstmal die Sprache verschlagen.

Und Obama? Ja dem Obama kam gleich dermaßen die Magensäure hoch, dass gar nichts mehr sagen konnte und  ins Krankenhaus musste.

War Putin den engstirnigen Weststrategen einen Schritt voraus? Den Eindruck könnte man gewinnen.

Die Antwort Washingtons wird kommen. Die nächsten Wochen werden wir Zeugen einer gewaltigen Diffamierungskampagne  der West-Leitmedien gegen Erdogan werden. Lassen wir uns überraschen, als was man ihn bezeichnen wird. Vielleicht als Größenwahnsinnigen, als Diktator, vielleicht sogar als Terroristen? Ich vermute mal alles zusammen.

Am Rande sei noch angemerkt, dass die russische Rosatom das erste Atomkraft der Türkei bauen wird.

Es tut sich was

Es ist ganz schön was los. Machtachsen verschieben sich. Scholl-Latour gab seinem letzten Buch den treffenden Titel „Der Fluch der bösen Tat“. Die USA verzetteln sich im Orient. Das dort angerichtete Chaos wird immer unkontrollierbarer. Der Druck auf Russland führt zum Schulterschluss zwischen dem flächenmäßig größten Land der Erde mit dem bevölkerungsreichsten Land der Erde, China.

Der Westen schießt sich fast täglich von neuem ins eigene Bein. Mal sehen, wann er im Rollstuhl sitzt.

Russland und China bauen ihre Goldreserven dynamisch aus. Deutschland wollte seine rd. 1500 Tonnen Gold aus den USA zurückholen, bekam aber nur 5 Tönnchen vom Hegemon. Die Holländer hingegen haben vor kurzem ihr Gold aus den USA zurück geholt. Die Belgier wollen ihre 122 Tonnen nun auch lieber zuhause lagern.

Sind dies womöglich Zeichen, dass mit einem Übergang zu einem anderen Geldsystem gerechnet wird? Der Reset, den die Finanzindustrie vermeiden möchte ist ohnehin überfällig und durch die dumme Geopolitik des Westens wird er wahrscheinlicher.