Während Drohnen schon längst in der Agrar- und Landwirtschaft erfolgreich zum Einsatz kommen, steht die nächste Technikgeneration bereits Gewehr bei Fuß, um in der Zukunft ausgeklügelte Arbeiten auf den Anbaufeldern zu verrichten. Und dabei handelt es sich um Roboter. Nachdem die Automatisierung in der Landwirtschaftsbranche in den letzten Jahren unaufhaltsam voranschritt, leisten viele Bauern keine harte Arbeit auf ihren Anbaufeldern mehr, sondern kümmern sich oft verstärkt selbst nur noch um die Wartung und Reparatur von Ernte- und Saatmaschinen.

Selbstverständlich befasst sich die Automatisierungsindustrie bereits seit geraumer Zeit mit der Frage, welche technischen Hilfs- und Unterstützungsleistungen zukünftig angeboten und zur Verfügung gestellt werden könnten, um Bauern eine wichtige Zeitersparnis zu bescheren.

Es ist nicht nur der Faktor Zeit, sondern auch der Faktor Geld, die in der Zukunft in der Agrar- und Landwirtschaftsbranche weiter optimiert werden sollen. Auf diese Weise würde Bauern der Vorteil zuteil werden, ihren Zeitaufwand für die Wartung und Reparatur von Maschinen deutlich zu reduzieren.

Diese Zeitersparnis könnten die Landwirte sodann in eine Expansion und Perfektion ihrer Anbaugüter investieren. Natürlich wäre damit auch eine kostengünstigere Produktionsweise in der Landwirtschaft verbunden, welche die Gewinnmargen der Bauern erhöhen würde. 

Und somit dürfte einem baldigen Einsatz von Robotern in der Agrar- und Landwirtschaft schon bald nichts mehr im Weg stehen. Als Erntehelfer kommen Roboter schon heute in weiten Teilen der Welt zum Einsatz.

Dazu gehört zum Beispiel der Roboter SW 6010, der in Spaniens Landwirtschaft die Ernte von Erdbeeren revolutioniert hat. Hersteller des Modells ist die spanische Firma Agrobot. Schauen Sie sich zu dessen Einsatz das nachfolgende Video an:

Der SW6010 verfügt unter anderem über eine Kameraausrüstung, welche die einzelnen Reihen des Erdbeerfeldes permanent scannt und etwa 20 Fotos pro Sekunde von den heranreifenden Früchten schießt.

Als erntereif klassifizierte Früchte werden von dem Roboter sodann auch automatisch gepflückt. Nach dem Pflücken und Sammeln von Früchten werden die Erdbeeren auf  Verladebänder übertragen, um diese automatisch an einen Container weiterzuleiten.

Die dabei zum Einsatz kommende Zeitspanne beläuft sich gerade einmal auf knapp fünf Sekunden. Kommen mit Blick auf diesen Prozess eigentlich auch noch Menschen und humane Erntehelfer zum Einsatz?

Die Antwort lautet: Ja. Der finale Schritt wurde bislang nicht automatisiert, der darin besteht, die Erdbeeren in bereits bereit gestellte Verpackungen aufzuteilen. Diese werden danach auf LKWs verladen, um an diverse Abnehmer ausgeliefert zu werden.

Ein weiterer Roboter, der in der Agrar- und Landwirtschaft zum Einsatz kommt, nennt sich Rosphere, dessen Herstellung ebenfalls in Spanien erfolgt. Rosphere wurde von einem Labor der Universität Madrid konzipiert, um diverse Felddaten zu erheben.

Dazu zählen beispielweise Datensammlungen über Bodenzusammensetzungen, eine konstante Messung der Bodentemperaturen und Erhebungen zur Pflanzengesundheit. Die auf diese Weise erhobenen Felddaten werden über eine Funkverbindung automatisch an die Landwirte übertragen.  

Zur Feldbewässerung haben sich manche Automatisierungshersteller ebenfalls eine Reihe von ausgeklügelten Helfern einfallen lassen. Einer dieser Roboter nennt sich Aquarius, der auf Rädern durch Gewächshäuser fährt, und der mit einer Bewässerungspumpe ausgerüstet ist, die rund 115 Liter Wasser fasst.

Aquarius ist dazu in der Lage, nahezu exakt abzuschätzen, wie viel Wasser einzelne Pflanzen zum aktuellen Zeitpunkt benötigen. Dazu bedient sich Aquarius einer Reihe von hoch sensiblen Sensoren.

Eine weitere Revolutionierung in der Agrar- und Landwirtschaft scheint auch der Roboter Prospero einzuläuten. Prospero setzt sich aus Hunderten bis manchmal Tausenden Einheiten zusammen, die zusammengenommen als eine Einheit funktionieren. Schauen Sie sich dazu das nachfolgende Video an:

"Autonom und allein durch Roboter betrieben"

Prospero eruiert, an welchen Bodenstellen Samen am besten ausgesät werden sollten und welche Pflanzen reif für die Ernte sind. Die Aussaat übernimmt Prospero gleich selbst, indem der Roboter an gegebener Stelle ein Loch bohrt, um darin den Samen auszubringen.

Während diesem Prozess verabreicht Prospero dem Boden auch gleichzeitig eine eruierte Menge an Herbiziden und Düngemitteln – falls notwendig. Danach verschließt der Roboter das Loch und begibt sich auf die Suche nach der nächstbesten Bodenstelle.

Ein weiterer Hersteller, der sich intensiv mit der Robotisierung der Agrar- und Landwirtschaft beschäftigt, nennt sich Spread. Die japanische Firma wird im Jahr 2017 ihre erste autonom und allein durch Roboter betriebene Salatfarm in der Präfektur Kyoto eröffnen.

In diesem Zuge soll die Salatproduktion von 20.000 auf 50.000 Köpfe pro Tag gesteigert werden. Noch ambitionierter lesen sich die langfristigen Pläne des Unternehmens. Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll die Salatproduktion um das 10-fache gesteigert werden.

Allein die Aussaat der Salatsamen soll in Menschenhand verbleiben. Alle darauf folgenden Schritte sowie Anbau- und Erntemaßnahmen sollen dann jedoch komplett automatisiert erfolgen.

Wer sich über die mit Siebenmeilenstiefeln voranschreitenden Entwicklungen in der Agrar- und Landwirtschaft bewusst wird, wird sich nicht nur die Frage stellen, in welchen Bereichen demnächst Hunderttausende von Arbeitsplätzen neu geschaffen werden sollen.

Es stellt sich auch automatisch die Frage, auf welche Weise Notenbanken den höchst deflationär wirkenden Tendenzen der global voranschreitenden Automatisierung und Roboterisierung zu begegnen beabsichtigen und ob sich die eigens gesetzten Inflationsziele der Zentralbanken unter dieser Prämisse überhaupt jemals erreichen lassen werden?

Ich würde nicht darauf wetten!