Nicht vergessen: Immobilien sind immobil!

Ärger mit Bauträgern wegen schlechter Vorbereitung und Abwicklung kann die Freude am Eigenheim für viele Jahre verderben.

Deshalb sollte jeder Bauträgerkunde ein paar einfache und effektive Regeln beachten.

Da der einzige Vertragspartner des Kunden der Bauträger ist, ist eine direkte Abstimmung mit Handwerkern und Firmen nicht erforderlich und andererseits auch nur mit Zustimmung und Mitwirkung des Bauträgers möglich.

Der Bauträger ist gegenüber dem Erwerber für eine einwandfreie Ausführung der vertraglich übernommenen Verpflichtungen verantwortlich und muss dafür sorgen, dass alle Mängel beseitigt werden, die während der Bauzeit oder innerhalb der darauf folgenden  Gewährleistungs-zeit auftreten.

Neben dem Bauträger- /Bauvertrag können Käufer allerdings auch einen normalen Kaufvertrag für bereits fertiggestellte (z.B. Altbau) oder auch halbfertige Objekte (Ausbauhaus) von dem Bauträger erwerben, indem die Käufer die Fertigstellung auf eigene Kosten und Risiko übernehmen.

Das klingt soweit ganz gut. Ist aber zunächst mal nur graue Theorie.

Was hilft es, wenn ein toller Vertrag geschlossen ist, der Bauträger die Gelder aber nur sehr zögerlich an die beauftragten Handwerker weiter gibt und dann plötzlich pleite ist. Natürlich gibt es ordentliche Bauträger. Aber eben auch schwarze Schafe, die man mangels Wolle nicht sofort erkennt. Eine gesunde Portion Skepsis schadet nicht.

Zu beachten ist, dass die Übertragung des Grundstückes gesichert ist.

Baufortschrittszahlungen immer nur dann leisten, wenn die Maßnahme tatsächlich genau wie beschrieben ausgeführt worden ist. Am besten selber prüfen.

Hier die Regeln:

·         Schon bei der Auswahl dem Bauträger viele Fragen stellen,

·         Referenzen einholen, Kontakt zu früheren Kunden des Bauträgers herstellen,

·         Referenzobjekte besichtigen,

·         Bankauskunft über das Unternehmen einholen,

·         Baubeschreibung lesen. Nur, was dort steht, muss gebaut werden. Alle Informationen aus der Baubeschreibung auswerten, mit dem Bauträger ausführlich besprechen, ggf. der Verbraucherschutzzentrale vorlegen oder sich von einem Bausachverständigen erläutern lassen,

·         Vertrag mit dem Bauträger umfangreich erläutern lassen, beim Bauträger selbst nachfragen,

·         schwierige Fragen auch vom Notar erläutern lassen,

·         Rücksprache bei der finanzierenden Bank,

·         14-Tages-Frist der Vorlage des Notarvertrages ausnutzen, Fragen prüfen, evtl. Rückfrage beim Notar nehmen, wenn eine Formulierung aus dem Vertrag unklar ist, auch im Notartermin selbst noch nachfragen,

·         auf Versicherungen des Bauträgers, Gewährleistung, Insolvenzsicherung, Sicherung der Anzahlung und der bezahlten Raten achten,

·         bei Unsicherheiten baubegleitende Qualitätssicherung  z.B. durch  TÜV oder DEKRA vornehmen lassen,

·         verbindlichen, spätesten Fertigstellungstermin vereinbaren,

·         Gewährleistungsansprüche des Bauträgers gegen seine Architekten, Handwerker und Subunternehmer abtreten lassen. Gleichzeitig muss seine Gewährleistungspflicht dem Käufer gegenüber bestehen bleiben,

·         keine Vollmachten erteilen,

·         keine stillschweigende Abnahme vereinbaren.

Quelle: Vermögenssicherung im Euro-Desaster, Der kritische Immobilienkurs von Thomas Trepnau

 

Ein Bauträger muss nach MaBV Versicherungen abschließen oder Sicherheiten leisten, bevor er von einem Käufer Vermögenswerte entgegennehmen kann. Auch eventuelle Schadensersatzansprüche gegen den Bauträger oder seine Mitarbeiter müssen versichert sein. Überprüfen Sie, ob  alles da ist.

Ein Käufer darf sich niemals mit unbefriedigenden Antworten abspeisen lassen!