So schützen Sie sich vor fiesen Tricks

Manche Begebenheiten veranlassen einen ab und an zum Fremdschämen. Doch keine Angst ich werde jetzt nicht über Vorfälle berichten, die sich derzeit im australischen Urwald abspielen. Thema sind vielmehr manche Inhalte und Schilderungen aus dem neuen Buch vom Autorenkollegen Thomas Hammer, welches dieser als Ratgeber im Auftrag der Verbraucherzentrale verfasst hat.

Ein Buch, das Menschen ansprechen sollte, die sich im Dschungel der vielen verschiedenen Finanzanlagen und bei Beratungen durch Banken und Versicherungen oftmals hilflos und verloren vorkommen. Und tatsächlich ist es beschämend für die Finanz- und Versicherungsbranche, wie impertinent Unwissenheit und Naivität von Beratung suchenden Kunden oftmals ausgenutzt werden. Doch ist mittlerweile bekannt, dass Verkäufer von Finanzdienstleistungen in den meisten Fällen gar nicht anders können, als Verkaufsziele unbedingt zu erreichen. Sie stehen unter einem enormen Druck und nicht selten droht ihnen bei Nichterfüllung geplanter Vertriebsziele ein Verlust ihres Jobs.

Thomas Hammer berichtet in seinem Buch u.a. über Betrug und Beratungsfehler, die beispielsweise einer inzwischen über 80jährigen Kundin der Targobank widerfuhren, wobei es sich wahrlich nicht um einen Einzelfall handelt, wenn gerade ältere Menschen in übelster Form begaunert werden. Im besagten Fall ging es um eine alte Dame, die einen Ratenkredit in Höhe von 4.000 Euro bei der Bank beantragte, um ihre behinderte Tochter zu unterstützen und dann mit einem äußerst seltsamen Postulat des Bank„beraters“ konfrontiert wurde. Im Gegenzug für die Gewährung des Kredites sollte sie eine Bürgschaft in Höhe von 27.000 Euro für einen Mitbewohner ihres Altenheims unterschreiben, der zufällig einige Tage zuvor bei selbigen Kreditinstitut einen Kredit aufgenommen hatte. Der Targobank-Mitarbeiter hatte bei der Gewährung des Kredites anscheinend übersehen, dass gegen den Mitbewohner bereits ein Pfändungsverfahren eingeleitet worden war und dessen Kredit zu platzen drohte. Des Weiteren verkaufte er der alten Dame eine Restschuldversicherung, durch die zusätzliche Kosten in Höhe von 8.800 Euro entstanden. Die Frau unterschrieb den Vertrag, obwohl sie nach eigenen Angaben mit dem dreistündigen Beratungsgespräch völlig überfordert war und die Tragweite ihres Handelns während der Session mit dem Mitarbeiter der Bank nicht begriff. Als ihr klar wurde, dass man sie über den Tisch gezogen hatte, suchte sie eine Düsseldorfer Anwaltskanzlei auf und erhob Klage. Das Düsseldorfer Landgericht gab ihr Recht und stellte nicht nur die Sittenwidrigkeit des Vertrages fest, sondern auch einen klaren Schädigungsvorsatz des Kreditinstitutes.

Thomas Hammer berichtet in seinem neuen Buch über einige solcher Vorfälle und gibt wertvolle Tipps und Ratschläge, wie sich Anleger schützen können. Das „Schwarzbuch Banken und Finanzvertriebe“ ist sicherlich kein ausreichender Ratgeber für den versierten Anleger oder gar Finanzprofi, doch trotzdem macht es großen Spaß in diesem Buch zu stöbern und sich über verschiedenste Taschenspielertricks der Finanz- und Versicherungsbranche teils zu amüsieren, teils zu ärgern.

Das Buch ist klar strukturiert und bietet einen Überblick über alle herkömmlichen Finanzprodukte. Es listet Vor- und Nachteile der verschiedenen Anlageklassen auf und weist auf die spezifischen Risiken einzelner Investments hin. Insgesamt ist das „Schwarzbuch Banken und Versicherungen“ ein sehr gelungenes Werk und auf jeden Fall ein prima Geschenk für Anleger mit wenig bis mittlerer Erfahrung.   

Broschiert: 166 Seiten

Verlag: Stiftung Warentest; Auflage: 1 (25. September 2012)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3863360095

ISBN-13: 978-3863360092

Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 14,8 x 1,2 cm

€ 9,90

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