In Venezuela geschieht, was geschehen musste. Selbst im Angesicht des totalen Versagens seines Regierungsapparates klammert sich der ehemalige Busfahrer, Nachfolger von Hugo Chavez und sozialistische Staatschef, Nicolas Maduro an die Macht.

Ihr sozialistisches Utopia ist in Schall und Rauch aufgegangen, doch das interessiert die Machthaber in der Hauptstadt Caracas nicht die Bohne. Das Beispiel Venezuela könnte Pate für so viele Länder in der Welt stehen.

Denn in dem südamerikanischen Land zeigt sich auf eindrucksvolle Weise, welche Folgen eine interventionistische Regierungspolitik bei keynesianisch/monetaristischer Geldpolitik auf lange Sicht hat.

Erste Phase der Hyperinflation

Ich hatte über die Entwicklung in Venezuela in den letzten Jahren intensiv berichtet und war stets der Ansicht, dass das Land wie Simbabwe enden werde. Spätestens seit Beginn letzten Jahres, als der Bolivar in den Sinkflug gegenüber dem USD eintrat, Supermarktregale nicht mehr aufgefüllt wurden und die 1. Phase der Hyperinflation ausbrach, sah ich mich bestätigt.

Für den ehemaligen Fed-Vorsitzenden Alan Greenspan ist die Staats- und Gesellschaftskrise in Venezuela – wie auch in vielen anderen Teilen der Welt – Resultat eines seit Jahren ausbleibenden Produktivitätswachstums.

Dieser Ansicht bin ich nicht. Ich halte dieses Statement vielmehr für blanken Unsinn und ein Täuschungsmanöver, um von den wahren Verursachungsmomenten dieser Krise abzulenken. Interessant ist, dass Greenspan gleichzeitig davor warnt, dass dieser Zustand auch auf die USA übergreifen wird (ich empfehle das Anschauen des Videos).

Aus meiner Sicht zeigt sich am Beispiel Venezuelas, wohin ein Staatswesen steuert, wenn sich die Regierung anmaßt, das Wirtschafts- und Sozialleben an sich zu reißen. Die Historie beweist, dass beständige Gelderzeugung mittels der Druckerpresse langfristig in den Kollaps führen muss. In der Geschichte muss nicht weit zurückgeblickt werden, um sich dessen bewusst zu werden.

Die Ereignisse in Simbabwe dürften vielen noch in Erinnerung sein. Venezuela befindet sich in einem vollumfänglichen Krisenmodus, da es der sozialistischen Regierung nicht mehr möglich ist, die eigene Bevölkerung mit den Grundbedürfnissen einer modernen Gesellschaft zu versorgen. Dazu gehören Lebensmittel, Trinkwasser und Energie (ich berichtete).

Zwei Millionen Venezolaner für Amtsenthebung des Präsidenten

Mittlerweile haben zwei Millionen Bürger des Landes eine Petition unterschrieben, die vorsieht, Staatspräsident Nicolas Maduro aus seinem Amt zu entfernen. Doch die Regierung ignoriert deren Forderungen. Und mit Blick auf diese Entwicklung gebe ich zu, mit meinem Blogkollegen Paul Craig Roberts ausnahmsweise einmal nicht der gleichen Ansicht zu sein.

Wie Craig in einem seiner letzten Berichte ausführte, sei die Krise durch Venezuelas machthungrige Eliten und den Einfluss Washingtons ausgelöst worden. Ich kann mich dieser Sichtweise – bitte berücksichtigen Sie meine eigene Berichterstattung zu diesem Thema – keineswegs anschließen.

Vielmehr bin ich der Ansicht, dass Venezuelas Eliten und Washington nur auf dieses Finale und die damit einhergehende politische Chance gewartet haben, um den Ausbruch dieser Krise zugunsten eigener Interessen zu nutzen. Ohne eine baldige Lösung dieser Staatskrise wird der Ausbruch von schweren Straßenkämpfen und eines Bürgerkriegs vielleicht nur noch eine Frage der Zeit sein.

Inflationsrate soll sich 500-Prozent-Marke nähern

Laut jüngster Meldungen fliegen die beiden Fluglinien Latam Airlines, Südamerikas größter Carrier, und die Deutsche Lufthansa AG Venezuela bald nicht mehr an. Laut Lufthansa sei die Entscheidung gefallen, weil es immer schwieriger werde, Einnahmen aus Venezuela zu repatriieren.

Hinzu geselle sich ein massiver Einbruch in der Ticketnachfrage. Wer will es ausländischen Gesellschaften verdenken? Wie zuvor berichtet, werden ausländische Unternehmen durch die Regierung gezwungen, ihre in Venezuela getätigten Umsätze auf inländischen Konten zu halten.

Auf diese Weise sind diese Einnahmen jedoch dem nahezu täglichen Wertverlust des Bolivars ausgesetzt. Dazu gilt, dass sich Venezuela seit mehr als drei Jahren in der Rezession befindet, wodurch die Wirtschaftsaktivitäten stark beeinträchtigt wurden. Venezuelas Wirtschaft wird laut Schätzung des IWF in 2016 um weitere 8% schrumpfen. Die Inflationsrate galoppiert und soll sich bis Jahresende auf 500% (!) belaufen.