Es gibt Dinge, die sich dem ein oder anderen Menschen nicht sofort erschließen. Der Grund dafür besteht meistens darin, dass Menschen aufgrund ihrer persönlichen Wahrnehmung und eines subjektiven Bewusstseins das Geschehen auf dieser Welt grundsätzlich individuell betrachten. Es ist ähnlich einem Bild, das eindeutig und klar versucht etwas Reales, etwas nicht Abstraktes abzubilden. Doch die Wahrheit des Gezeigten wird von vielen nicht gesehen, - geschweige denn verstanden! Eine unumstößlich dargestellte Realität entzieht sich dem Betrachter nachhaltig. Manche Menschen mit der besonderen Fähigkeit abstrakte Dinge schnell zu verarbeiten, sehen jedoch augenblicklich das große Bild, das sich aus unzähligen Feinheiten und Details zusammensetzt. Meist handelt es sich um künstlerisch Begabte, die unsere Welt mit gänzlich anderen Augen betrachten. Sie durchdringen und verstehen unmittelbar diese für viele Menschen unsichtbare, doch sehr präzise Realität sofort. Den meisten anderen bleibt sie hingegen für immer verborgen.

Doch hat der bis dahin Blinde die abgebildete Realität erst einmal mit eigenen Augen gesehen und vor allen Dingen verstanden, ist es unmöglich sich diesem neuen Bewusstsein zu verschließen. Ein neues Universum öffnet sich. Denn tatsächlich handelt es sich keineswegs nur um abstrakte Schatten, Flecken oder Linien, von denen man definitiv und unabänderlich glaubte, sie ergäben keinen Sinn. Das bis dahin Ungesehene und somit Unverstandene wird apodiktisch, zu einer unumstößlichen Wahrheit und das eigene Bewusstsein weiß, dass die abgebildete Realität klar erschlossen wurde. Eindeutig, unumstößlich und nicht widerlegbar kann man sich der neuen Wahrheit nicht mehr entziehen. Im Gegenteil! Man wundert sich im Nachhinein doch sehr über sich selbst. Warum nur hat man so sehr auf die Details geachtet, ohne sein Bewusstsein für das große Ganze zu öffnen?

Betrachten Sie nun bitte einmal die nachstehende Graustufen-Aquarellzeichnung und falls Sie mögen, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mir über die Kommentarfunktion mitteilen würden, welche gegenständliche, konkrete Wahrheit Sie auf dem Bild zu erkennen glauben. Selbstverständlich wird die Lösung im Anschluss nachgereicht.      

Grafik 1: Verborgene Realität

In Bezug auf die Kryptowährung Bitcoins erging es mir ähnlich, wie bei der ersten Betrachtung des obigen Aquarells. Erstmals hatte ich mich im Frühjahr 2011 mit Bitcoins (BTC) beschäftigt und die Software und Handelsplattform getestet, was auch eine Investition von 100,- Euro in fünf Bitcoins zu einem damaligen Preis von ca. 20,- €/BTC mit sich brachte. Meine Einschätzung zu dieser neuartigen, privat geschöpften Währung hatte ich damals hier auf cashkurs.com im Artikel Bitte ein Bitcoin veröffentlicht.

Als Fazit schrieb ich damals:

[...] Meine Einschätzung: Bitcoins sind nicht nur ein neues Zahlungsmittel, sondern können gut und gerne als französische Revolution des weltweiten Finanzwesens angesehen werden. Sicherlich werden noch viele weitere solcher Währungen folgen.

So wie mittlerweile Tankstellen zu kleinen Bankfilialen und Tabakläden zu Postämtern umgerüstet wurden, wird das allgegenwärtige Internet(z) dafür sorgen, dass Güter und Dienstleistungen nach ganz neuen Regeln und Standards verteilt werden. Die herkömmlichen Verteilungsmittel in Form althergebrachter nationaler Währungen, - allein von Banken kontrolliert und durch Kreditschuld geschöpft - werden somit in den nächsten Jahren und Jahrzehnten obsolet, ungebräuchlich und immer überflüssiger werden. [...]

Grafik 2: Entwicklung des Bitcoin-Kurses im November

Schaut man sich den aktuellen Bitcoin-Chart vom November an, wird deutlich welch großes Potential in diesem neuen Geld steckt, obgleich es sich bei dieser Kursentwicklung auf mittlerweile weit über 1.000 US$ selbstverständlich um eine bald platzende, temporäre Blase handeln könnte und sollte. Meine fünf im Jahr 2011 gekauften Bitcoins zuzügl. 0,55 in meinem Geschäft verdienter BTC haben aktuell - beim Schreiben dieses Beitrags ;-) - einen Verkaufswert von rund 4.500,- Euro, wobei ich mir bewusst bin, dass dieser aufgrund der extrem hohen Volatilität im Bitcoin-Handel auch sehr schnell innerhalb kürzester Zeit wieder auf 100,- Euro oder noch weniger zurückfallen könnte. Spekulation hin oder her. Aktien, Edelmetalle, Immobilien, Devisen und auch Bitcoins. An welchen Märkten findet sie nicht statt? Rein sachlich betrachtet kann ich in diesem Moment jedoch nicht erkennen, welche Anlageform innerhalb von nur knapp drei Jahren eine auch nur annähernd ähnliche Rendite abgeworfen hat. Und doch stellt sich an dieser Stelle die Frage, an welchem Punkt der von mir gesehenen „französischen Revolution des Geldsystems“ wir derzeit stehen. Und insbesondere um welche Art von Blase es sich bei der Entwicklung des Bitcoin-Kurses handelt.

Schauen wir uns deshalb an, wie viele Bitcoins bis jetzt generiert wurden und wie ungleich sie derzeit noch verteilt sind:

 Grafik 3: Anzahl der weltweit erzeugten  Bitcoins

(Gesamtmenge begrenzt auf insgesamt 21 Millionen)

 

Grafik 4: Anzahl der Bitcoin-Konten nach Höhe der Bestände

Wie wir an obigen Grafiken erkennen können, funktioniert das Mining der Coins nach Plan, genau wie der/die Erfinder es sich vorgestellt haben. Wobei sich die Verteilung der Bitcoins noch als überaus ungleich darstellt. Die Wertentwicklung gerade im November trägt alle Züge einer Blase. Doch sollten wir uns bewusst sein, wie winzig das Bitcoin-System auch im Dezember 2013 immer noch ist.

Natürlich könnte man jetzt hinter dem Bitcoin-System ein ausgeklügeltes Schneeballsystem vermuten, dass die wenigen Erzeuger (Miner) der Bitcoins zu überaus reichen Männer machen sollte. Der Einwand ist durchaus berechtigt, wenn man nur die Details, also beispielsweise die mysteriöse Entstehungsgeschichte des Systems und die Legende um Satoshi Nakamoto betrachtet. Allerdings spricht auch vieles dagegen, da das System von Beginn an jedem Menschen als Open-Source-Projekt zur Verfügung stand und es vielleicht einfach nur sehr wenige Menschen gab, die das große Bild, das sich hinter den Bitcoins verbirgt früh erkannt haben. Denn der Grund für die ungleiche Verteilung der Kryptowährung liegt eindeutig in der Natur der Sache. Bei meinem BTC-Kauf im März 2011 lag beispielsweise die Anzahl der verwendeten Bitcoin-Adressen bei gerade einmal 4000 Stück. Mittlerweile bestehen mehr als 150.000 Adressen. Doch zeigt diese Zahl, wie klein dieses System immer noch ist. Man kann sich leicht ausmalen, was passieren wird, wenn erst einmal ein paar Millionen Menschen die unbestreitbaren Vorteile des Bitcoin-Systems gesehen und vor allen Dingen verstanden haben.

Kurz möchte ich an dieser Stelle nachfragen, ob Sie das Graustufen-Aquarell schon entschlüsseln konnten oder immer noch rätseln, welches Tier (!) auf diesem Bild eindeutig (!) und unbestreitbar (!) erkennbar ist. Doch das nur am Rande...

Kommen wir nun auf besagte Vorteile der Bitcoins zu sprechen. Immer wieder hört man, dass das große Plus der Bitcoins in deren Begrenztheit zu suchen ist. Sie werden oft mit dem ebenfalls knappen Gut Gold verglichen, das ebenfalls nicht beliebig vermehrbar ist. Doch vergessen wir an dieser Stelle nicht, dass die Kaufkraft nicht vermehrbarer Währungen keinesfalls begrenzt werden kann, sondern allein von der Bewertung und Nachfrage nach eben diesen Währungen abhängt. Im übrigen sprießen Nachkömmlinge der Bitcoins allenortens aus dem Boden, wobei einzig und allein der Markt über dessen Zukunft entscheiden wird.

Natürlich handelt es sich bei der Begrenztheit auf maximal 21 Millionen Stück um ein Privileg der neuen privaten Währungen gegenüber den staatlich legitimierten beliebig ausweitbaren Bar- und Giralgeld-Coins der Noten- und Geschäftsbanken. Doch liegt der größte Vorteil der neuen Währung m.E. woanders. Nämlich in ihrer weltweiten anonymen Verwendbarkeit. Man kann auf Kryptowährungen von jedem Punkt der Welt über das Internet zugreifen, ohne dass irgendeine Regierungsmacht das nachhaltig verhindern könnte. Was natürlich nicht mit einschließt, den Gebrauch von Bitcoins – wie beispielsweise in Thailand – ähnlich dem von Drogen zu illegalisieren. Allerdings halte ich das dauerhaft für genauso unwirksam, als wenn man die Annahme von US-Dollar, Yen oder Gold als Zahlungsmittel in einem Geschäft verbieten wollte. Wie beispielsweise will man langfristig ein Verbot durchsetzen, das untersagt eine Flasche Wein für eine Schachtel Zigaretten herzugeben?

Zurzeit sind Bitcoins ohne Zweifel noch ein Spekulationsobjekt. Doch auch ein Wertaufbewahrungsmittel, dass zwar - genau wie Gold oder Silber - einer hohen Volatilität unterliegt, dabei jedoch grenzenlos einsetz- und übertragbar ist. Im übrigen bin ich mittlerweile zu der Überzeugung gekommen, dass die Entwicklung eine eindeutige Richtung aufweist. Bitcoins werden in wenigen Jahren vollständig verstanden sein und von sehr, sehr vielen Geschäften und Unternehmen als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Denn tatsächlich ist das System

auch für Unternehmen leichter und sehr viel preiswerter im täglichen Geschäft zu installieren, als beispielsweise das derzeitige Lastschriftsystem für EC- und Kreditkarten mittels Abbuchungsterminals. Die augenscheinliche Realität einer Kompliziertheit und Gefährlichkeit des Systems wird in den nächsten Jahren abgelöst werden von einer allgemeinen Begeisterung und Beteiligung.

Die französische Revolution des Geldsystems hat längst begonnen. Auch wenn es bislang nur wenige gibt, die diesen Umsturz und den gerade noch in den Kinderschuhen steckenden weltweiten Umbruch gesehen und bemerkt haben. Ähnlich der Kuh, die Ihnen auf dem Aquarell neugierig direkt ins Gesicht blickt.