Dass die Vorfälligkeitsentschädigung bei einer vorzeitig aufgelösten Baufinanzierung so richtig weh tut, können betroffene Bauherren reihenweise bestätigen. Doch oft kassieren Banken schon vorher ab, indem sie happige Gebühren für die Ermittlung der Entschädigungshöhe kassieren. Heißt konkret: Dafür, dass der Kreditkunde erfährt, wie hoch die Strafzahlung bei der vorzeitigen Darlehensauflösung ist, darf er Gebühren in teilweise dreistelliger Höhe berappen.

Zu den besonders dreisten Abkassierern zählte die Commerzbank, die für diese weitgehend automatisch ablaufende Berechnung satte 300 Euro in Rechnung stellte. Dagegen hatten betroffene Kunden geklagt und vor dem Oberlandesgericht Frankfurt Recht bekommen. Die OLG-Richter ließen zwar offen, ob eine Gebühr für die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung grundsätzlich rechtens ist, äußerten jedoch klar: 300 Euro sind zu viel. Inzwischen hat die Commerzbank die Gebühr auf 75 Euro gesenkt.

Wer von seiner Bank eine Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung anfordern möchte und dafür mehr als 100 Euro zahlen soll, tut gut daran, sich dagegen zu wehren. Neben dem Hinweis auf das Frankfurter Commerzbank-Urteil können auch die Honorarsätze der Verbraucherzentralen als Maßstab gelten, die in der Regel für diesen Service 70 Euro verlangen. Ohnehin kann die Ermittlung der Entschädigung bei einer Verbraucherzentrale die bessere Alternative sein – denn Anfang des Jahres hat eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein ergeben, dass jede zweite von Banken durchgeführte Berechnung fehlerhaft ist, weil beispielsweise Sondertilgungsoptionen nicht berücksichtigt werden.