Mit dem Siegeszug des Onlineshopping hat sich die Einkaufswelt globalisiert. Wer exotische Produkte oder besonders günstige Schnäppchen sucht, kann schnell auch mal im Ausland fündig werden. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Sie Waren bei einem Händler bestellen, der seinen Sitz außerhalb der EU hat. Dann nämlich müssen Sie nicht nur die meist deutlich höheren Versandgebühren, sondern auch die Einfuhrumsatzsteuer und eventuell noch Einfuhrzoll in Ihre Rechnung mit einbeziehen.

Die Einfuhrumsatzsteuer beträgt für die allermeisten Produkte 19 Prozent und entspricht damit der inländischen Umsatzsteuer. Fällig wird sie für eingeführte Waren, deren Wert 22 Euro übersteigt. Liegt der Warenwert über 150 Euro, kommt je nach Art der Ware möglicherweise noch Einfuhrzoll hinzu. Die Zollsätze variieren stark: Während Mobiltelefone zollfrei eingeführt werden könne, werden beispielsweise bei Textilien 12 Prozent und bei DVD-Playern sogar 13,9 Prozent Einfuhrzoll fällig.

Bei der Berechnung gilt, dass der Zoll auf den Warenwert plus Porto aufgeschlagen und für den daraus resultierenden Gesamtbetrag Einfuhrumsatzsteuer fällig wird. Ordern Sie beispielsweise in der USA Kleidung im Wert von 180 Euro zuzüglich 20 Euro Versandkosten, zahlen Sie auf den Gesamtwert von 200 Euro zunächst 12 Prozent Zoll – das ergibt 224 Euro. Hierauf werden dann noch 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer aufgeschlagen, so dass Sie am Ende 266,56 Euro berappen müssen.

Zwar gibt es für etliche Länder so genannte Zollpräferenzen, die für eine Vergünstigung der Abgaben bei der Einfuhr sorgen. Dazu zählen beispielsweise die EU-nahen Staaten in Europa, die Mittelmeerländer sowie viele Entwicklungsländer. Beliebte Onlineshopping-Destinationen wie die USA oder Hongkong sind jedoch nicht dabei.

Detaillierte Informationen über Zollsätze sowie die Liste der Länder mit Zollpräferenzen finden Sie auf der Website der Zollbehörde unter www.zoll.de