Seit dem 1. August 2013 gilt das neue Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) – und wenn es um neue Kostensätze geht, zeigt der Trend erwartungsgemäß nach oben. Im Rahmen einer Neustrukturierung der Kostentabelle sind die meisten Leistungen von Notaren und Gerichten teurer geworden. So werden künftig die Kosten von Arbeitsgerichtsprozessen je nach Streitwert und Zahl der Instanzen um rund 15 Prozent teurer.

Auch die beim Immobilienkauf für Notarvertrag, Grundschuldeintrag und Auflassung anfallenden Gebühren werden kräftig angehoben. Besonders hart trifft es Immobilienkäufer in Berlin: Dort wird ab 1. Januar 2014 die Grunderwerbsteuer von derzeit 5 Prozent auf 6 Prozent angehoben.

Indirekt wird die Verteuerung auch viele Verbraucher treffen, die keinen Immobilienerwerb planen und auch nicht vorhaben, einen Gerichtsprozess zu führen. Es ist nämlich davon auszugehen, dass die Rechtschutzversicherungen die höheren Gerichtskosten in Form von Prämienerhöhungen auf ihre Kunden abwälzen werden. Vorsorglich ließ der Gesamtverband deutscher Versicherungen (GDV) schon mal verlauten, dass für die Rechtschutzversicherer jährliche Mehrausgaben von 375 Millionen Euro pro Jahr anfallen werden – diese Meldung darf wahrscheinlich als taktische Vorbereitung der nächsten Preiserhöhungsrunde verstanden werden.

Versicherungskunden sollten die Preisentwicklung im Auge behalten und eine Prämienerhöhung zum Anlass nehmen, die Konditionen ihrer Rechtschutzpolice im Vergleich mit dem Wettbewerb auf den Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls den Versicherer zu wechseln.