Es ist auch unter Wall Street Analysten nicht spurlos vorüber gegangen, dass sich die Gewinnausblicke unter den im S&P 500 Index gelisteten Unternehmen auf dem absteigenden Ast befinden. Es hagelt unter Analysten aus diesem Grund zurzeit auch eine Revision beziehungsweise Anpassung von ehedem viel zu optimistischen Gewinnprognosen für das 1. Halbjahr 2015. Der Entwicklung der Aktienkurse spucken diese Prognoseanpassungen unter Unternehmen und Analysten derzeit zwar noch nicht in die Suppe, scheinen allerdings auf eine Menge Ungemach in der Realwirtschaft hinzudeuten.

Analysten senken optimistische Gewinnprognosen

Die teils deutlichen Prognosesenkungen unter amerikanischen Unternehmen und Konzernen scheinen nun auch unter Wall Street Analysten wie ein Komet eingeschlagen zu sein. Nicht umsonst haben Analysten ihre zuvor zu optimistischen Gewinnprognosen für das 1. Quartal dieses Jahres um knapp 5% gesenkt.

Dies entspricht einer drastischen Verschlechterung im Vergleich mit dem 4. Quartal des vergangenen Jahres, in dem diese Prognosen noch um 3,7% kletterten. Mit fast schon sträflicher Ignoranz blenden Aktienanleger zurzeit noch aus, dass die aktuellen Prognosen an die Gewinnentwicklung unter US-Unternehmen auch für das 2. Quartal dieses Jahres um fast 2% gesenkt wurden.

Und aus diesem Faktor könnte sich großes Ungemach für die Aktivitäten in der US-Wirtschaft ableiten. Denn allen der letzten zehn Rezessionen in den Vereinigten Staaten gingen jeweils deutliche Gewinnprognosesenkungen an den Aktienmärkten voraus. Nun, ich hatte auf diesen nicht unwesentlichen Faktor bereits ab Dezember 2013 aufmerksam gemacht.

Rezession folgt auf Rückgang von Unternehmensgewinnen

Dieser Monat scheint im Rückblick betrachtet unter Umständen tatsächlich der Zeitpunkt einer Trendwende in Bezug auf die Gewinnentwicklung im Unternehmenssektor gewesen zu sein. Wie die Historie zeigt, gab es nur drei von zehn dieser Zeitpunkte eines Rückgangs der amerikanischen Unternehmensgewinne, denen eine Rezession nicht auf dem Fuße folgte. 

Während (vor allem aufgrund der massiven Aktienrückkaufprogramme unter amerikanischen Börsenfirmen) zum aktuellen Zeitpunkt noch nichts auf eine Schrumpfung der Gewinne pro Aktie hinweist, haben sich die Wolken am Himmel des Gesamtjahresausblicks im Hinblick auf die Gewinnentwicklung auf sehr unangenehme Weise verdunkelt. Es fragt sich nur, wie lange es noch dauern wird, bis die allgemeinen Gewinnprognosesenkungen zu Furcht vor dem Ausbruch einer Rezession in den USA an den Finanzmärkten führen werden.

Denn eben jene Gewinnentwicklungsrückgänge waren in der Vergangenheit stets ein sehr guter Gradmesser für das Bevorstehen einer Rezession. Das rückläufige Gewinnwachstum beziehungsweise tendenziell sinkende Gewinne könnten allerdings genau der Grund sein, warum der Dow Jones Index derzeit einfach nicht mehr recht vom Fleck kommt. Nach wie vor schlägt sich der S&P 500 Index besser, der gestern nur etwa 1% von seinem Allzeithoch entfernt war.

US-Aktienmärkte zu abhängig von Geldpolitik der FED

Plötzlich scheinen Analysten, die noch vor Kurzem die Märchengeschichte unter die Anleger brachten, dass die gesunkenen Ölpreise einen positiven Einfluss auf Amerikas Wirtschaft haben würden, zur Besinnung gekommen zu sein. Auch der deutlich in seinem Außenwert gestiegene US-Dollar wird nun keineswegs mehr derart heruntergespielt, wie dies vor kurzer Zeit noch der Fall gewesen ist.  

Plötzlich wird auch ein ganz anderer Faktor ins Spiel gebracht, der da lautet, dass die US-Aktienmärkte viel zu abhängig von der geldpolitischen Strategie der Federal Reserve seien. Längst befinden sich die Aktienmärkte wieder in dem Modus, nach dem schlechte Daten von der Konjunkturfront gute Nachrichten für die Entwicklung an den Aktienmärkten sind, weil Investoren einfach nicht erleben möchten, dass ihnen die Fed die Zinsen anhebt.

Warum und weswegen der amerikanischen Wirtschaft eine Rezession bevorstehen könnte, hatte ich Ihnen insbesondere mit Hinweis auf die Entwicklung in der kanadischen Wirtschaft, dem weltweit größten Handelspartner der Vereinigten Staaten, zu erläutern versucht. Vielleicht liest der ein oder andere von Ihnen dort noch einmal nach…