Immer wieder kommt es zum Versuch unbedarfte Anleger um ihr Geld zu bringen. Das ist nicht neu, die Methoden aber immer faszinierender.

Hier wollen wir Ihnen wieder eine besonders einfallsreiche Masche vorstellen, um Sie wenigstens hiervor zu bewahren.

Wenn Sie plötzlich von Ihrer Bank ein Umtauschangebot für Ihre Aktien im Briefkasten finden, sollten Sie sehr genau hinschauen. Häufig handelt es sich um unseriöse Abzocke, die hier aber nicht von der Bank ausgeht, sondern von zwielichtigen Figuren, die das Aktienrecht und die Banken instrumentalisieren.

In diesem Schreiben wird Ihnen Angeboten, eine gewisse Anzahl Ihrer Aktien eines bestimmten Unternehmens (meist Aktien im Wert von wenigen Cent) im Tausch gegen Aktien eines vielversprechenden anderen Unternehmens einzutauschen.

Oft bekommen Sie für eine Ihrer Aktien gleich 5 oder 10 der neuen Aktien angeboten. Diese Aktien sind noch an keiner Börse gelistet, „sind aber ein Vielfaches Ihrer alten Aktien Wert und werden demnächst an der Börse eingeführt“. 

Ein solches Übernahmeangebot kann für wenige Euro im Börsenanzeiger von jedermann veröffentlich werden. Die Banken sind gezwungen, ein solches Angebot an Ihre Kunden weiterzuleiten. Eine Seriositätsprüfung findet nicht statt.

Viele unbedarfte Anleger gehen auf das verheißungsvolle Angebot „ihrer Bank“ ein und tauschen ihre werthaltigen (wenn auch nur wenige Cent pro Aktie) Aktien gegen womöglich völlig wertlose Aktien eines Beutelschneiders ein. Der freut sich wiederum wie ein Schnitzel, dass wieder ein paar Dumme unter den hunderten Angeschriebener war.

Die Angebote werden in der Regel so geschickt ausgearbeitet, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hier nicht eingreifen kann.

In dem mir vorliegenden Umtauschangebot wird darüber hinaus noch ein Zeitdruck aufgebaut. „Nur noch bis zum.... um 18 Uhr..“ „Sollten bis dahin mehr Angebote eingehen als.... wird in der Reihenfolge des Eingangs zugeteilt...“.

In dem mir vorliegenden Fall – ich verzichte bewusst auf die Nennung der Beteiligten, da ich nicht die Gelegenheit hatte alle Hintergründe des Unternehmens und seiner Vorstände juristisch sauber zu recherchieren – werden Aktien einer AG zum Tausch angeboten, deren einziger Zweck in der Verwaltung des eigenen Familienvermögens liegt. Ob der versprochene Börsengang je zu Stande kommt ist hier genauso fragwürdig wie der vom Anbieter selbst geschätzte Wert seiner Aktie.

Sollte Ihnen also irgendwann einmal ein Umtauschangebot für Ihre Aktien vorgelegt werden, informieren Sie sich vorher ganz genau über die Hintergründe. Nicht jedes Übernahmeangebot ist unseriös, aber die negativen Fälle häufen sich.

Die Lausbuben werden nicht alle.

Wir verweisen hier explizit auf die Warnungen seitens der BaFin:

https://www.bafin.de/cln_152/nn_722758/SharedDocs/Mitteilungen/DE/Verbraucher/VM__Weitere/vm__081219__umtauschangebote.html

und:

https://www.bafin.de/cln_152/nn_722564/SharedDocs/Artikel/DE/Service/Meldungen/meldung__091216__umtauschangebote_20aktualisiert.html?__nnn=true

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