Gewaltiger Infrastrukturaufbau auf dem Eurasischen Kontinent

Chinas Präsident Xi Jinping präzisierte Teile dieses mit einem gewaltigen Infrastrukturaufbau und der Einrichtung neuer internationaler Finanzinstitutionen  (AIIB, NDB etc.) verbundenen Konzeptes ein paar Jahre später unter den Überschriften „One Belt, One Road bzw. „The New Silk Roads“, welches für alle beteiligten Staaten von großem Nutzen sein würde.

Doch nicht durch die später erfolgte Aufnahme des Yuan als Weltreservewährung durch den IWF, sondern durch dieses neue Konzept erwächst aus US-Perspektive die größte Gefahr für ihren Status als Hegemonialmacht.

Das auf dem G20-Gipfel in Wladiwostok ins Leben gerufene „Eastern Economic Forum“ (u.a. mit Russland, China, Japan und Süd-Korea) ist bereits als konkrete Vorstufe dieses eurasischen Zusammenschlusses anzusehen, eine Vernetzung mit dem westeurasischen Wirtschaftsraum wird angestrebt.

Konkret manifestiert sich dies anhand einer Vielzahl von Infrastrukturprojekten in ganz Eurasien, die zu einer erheblichen Zeit- und Kostenersparnis führen werden. Viele dieser Projekte, etwa zwischen China und der Mongolei, China und Russland sowie Zentralasien wurden bereits unterzeichnet, Machbarkeitsstudien erstellt bzw. der Bau bereits begonnen.

Welche Rolle spielt(e) Syrien in diesem Seidenstraßen-Konzept?

Ein wichtiger, wenn auch selten medial im Licht stehender Ast dieser Neuen Seidenstraße (auf Basis der alten Seidenstraße, die u.a. auch durch Damaskus und Palmyra führte), würde auch durch Syrien führen. China verfügt schon seit alters her über sehr gute geschäftliche Beziehungen zu Syrien. Läge das Konzept der Neuen Seidenstraße wirklich im Interesse Washingtons? Mit welchen Mitteln könnten die USA die Einbindung Syriens in diesen Eurasischen Wirtschaftsraum verhindern?

Insbesondere das neo-konservative Washington scheint überhaupt keine adäquate Antwort auf dieses eurasische Konzept finden zu können, und schon gar keine konstruktive. Die AIIB etwa wird massiv durch die USA torpediert, wenngleich ihr Zustandekommen und ihr unerwartet rasches Wachstum dadurch nicht verhindert werden konnte.

Auch die Versuche, China per internationale Abkommen zu umgehen (Stichwort TPP), sind für Washington bislang nicht von Erfolg gekrönt. Nun schickt sich das Pentagon an, den Einfluss China unter allen Umständen im Asien-Pazifik-Raum zu beschränken, und zwar ökonomisch wie militärisch. Es stellt sich jedoch die Frage, ob China tatsächlich im Zaum gehalten werden muss oder vielmehr die aufgewandten Energien in einem gemeinsamen Aufbau von Wirtschaft und Infrastruktur rund um den Pazifik besser aufgehoben wären. Denn „amerikanisch“ ist der Pazifik-Raum schon lange nicht mehr. Nichtsdestotrotz scheint man sich in den USA eher den Kopf über die jeweiligen militärischen Potenzen und Optionen zu zerbrechen...

US-Strategie des „Teile und herrsche!“

Schon seit vielen Jahren ist das Prinzip von „Teile und herrsche!“ beherrschendes Momentum der US-Geopolitik. Nicht zuletzt Zbigniew Brzezinski („The Grand Chessboard“) steht für dieses globale Geostrategieprinzip, das sich bis in die Außen-, Sicherheits- und Militärpolitik unter Barack Obama hinein nachweisen lässt. Das Konzept der Abschreckung ist dabei eine wichtige Komponente.

Die „Freiheit der Seeschifffahrt“ beispielsweise ist in diesem Zusammenhang mitnichten als Gewährleistung und Durchsetzung internationaler Verträge und Rechtsnormen anzusehen als vielmehr als Machtinstrument zur Durchsetzung von Kontrolle und der Oktroyierung eigener geopolitischer Interessen. Ein Emporkommen Chinas und auch Russlands soll mit Blick auf den Anspruch oder auch nur ein Empfinden einer „naturgesetzlichen“ US-Hegemonie unter allen Umständen verhindert werden – übrigens einer Denkweise folgend, die das Pentagon in seinem „Defense Planning Guide“ bereits vor einem knappen Vierteljahrhundert explizit zum Ausdruck gebracht hat.

Hat sich nun sogar Zbigniew Brzezinski unter dem Eindruck der jüngsten Entwicklungen vom Saulus zum Paulus gewandelt, indem er folgendes hervorhebt: „Die USA sollten eine Politik gestalten, in der mindestens einer der beiden potenziell bedrohlichen Staaten ein Partner in Fragen zunächst regionaler und später globaler Sicherheit wird. So kann der schwerer einzuschätzende und potenziell ebenbürtig werdende Staat im Zaum gehalten werden.“


Dieser bei RT erschienene und u.a. durch Global Research wiedergegebene Beitrag von Pablo Escobar wurde für Cashkurs übersetzt und die wichtigsten Kernaussagen zusammengefasst. Den englischsprachigen Beitrag finden Sie bei Global Research unter folgendem Link:

http://www.globalresearch.ca/why-the-new-silk-roads-terrify-washington/5550581

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