Diese Frage ist eine berechtigte, wenn man bedenkt, dass die US-Notenbank Market Maker am amerikanischen Markt für Bundesanleihen ist. Sie will diese preisbildende und dominante Rolle jetzt abgeben - nichts anderes bedeutet der Ausstieg aus dem QE-Programm. Es gibt jetzt eine offene Stelle zu besetzen: Die des Market Maker am amerikanischen Staatsanleihenmarkt. Wer möchte?

Wird China die Staatsanleihen kaufen? Daran besteht ein berechtigter Zweifel, die chinesische Notenbank gab bereits bekannt, die Anhäufung von neuen Devisenreserven (und damit auch US-Dollar-Reserven) von nun an begrenzen zu wollen.

Das Fed kaufte bis zum Jahresende 2013 noch Hypothekar- und Bundesanleihen im Wert von 85 Milliarden USD (40 Milliarden USD für Hypothekar- und 45 Milliarden USD für Bundesanleihen), ab heute Abend könnte diese Summe auf 65 Milliarden USD sinken, nachdem die Summe bereits im Dezember auf 75 Milliarden USD (35 Milliarden USD für Hypothekar- und 40 Milliarden USD für Bundesanleihen) gesenkt wurde, schreibt Jon Hilsenrath, der Fed-Insider beim "Wall Street Journal".

Wer kauft dann die Anleihen, wenn sie nicht mehr vom Fed erworben werden? Der Vorschlag von US-Präsident Obama: US-Bürger selbst.

Post-QE: Altersvorsorge mit US Treasuries?

Arbeiter in den USA sollen zukünftig steuerbegünstigt eine Altersvorsorge mit dem Kauf von US-Bundesanleihen tätigen dürfen. Dies gelte für all jene Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber keine Rentenkasse aufbaue, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Diese Käufe von Bundesanleihen können auf Wunsch auch in traditionelle individuelle Rentenkonten (IRAs) umgewandelt werden, sie werden aber so lange "myRAs" genannt und "ermöglichen den Leuten, ein Ei ins Nest zu legen", sagte US-Präsident Obama während der gestrigen Ansprache an die Nation. Es ist bislang unklar, welche Renditen diese Käufe erwirtschaften werden, Obama stellte aber klar, dass die myRAs "vernünftige Renditen" bringen und dabei gebe es "kein Risiko das zu verlieren was man hineingetan hat." Das Weiße Haus will die neuen Konten per "Exekutivorder" durchsetzen, sodass eine Zustimmung des Kongresses umgangen wird. Millionen Amerikaner besitzen keine Altersvorsorge. Das Center for Retirement Research am Boston College schätzt, dass dies für 53% der Amerikaner im erwerbsfähigen Alter gelte. Mehrere Arbeitgeberverbände kündigten am Abend in den USA an, auf weitere Details zu den Plänen zu warten.

Die Teilnahme an den myRAs ist nicht verpflichtend. Arbeitnehmer müssen freiwillig zustimmen, daran teilzunehmen. Aber es stimmt doch skeptisch, dass dies per Exekutivorder durchgesetzt werden soll, das deutet doch eine gewisse Dringlichkeit an.

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