Nun, es ist nach den jüngsten Entwicklungen eigentlich fast schon grotesk daran zu glauben, dass die Federal Reserve ihr QE-Programm in absehbarer Zeit herunterfahren wird, solange uns die Realität nicht eines Besseren belehrt. Wie sich Paul Craig Roberts zuletzt hier im Interview überzeigt zeigte, würde ab dem Moment eines solchen Beschlusses wohl sofort eine gewaltige Krise an den globalen Finanz- und Kapitalmärkten ausbrechen, gegen die sich die Ereignisse in den Jahren 2008/2009 lediglich wie ein Warm Up ausnehmen dürften.

Trotz allem gibt sich eine Mehrheit unter Ökonomen weiterhin davon überzeugt, dass die US-Zentralbank ihre Bondankäufe bald reduzieren könnte. Hm, wie lange hören wir dieses Gerede nun eigentlich schon? Alles begann im Mai dieses Jahres, doch bis auf hehre Worte hat sich unter dem Strich seitdem nichts geändert. Wie sich beobachten ließ, begannen die Zinsen an den amerikanischen Staatsanleihemärkten ab diesem Zeitpunkt zu steigen. Sehr wahrscheinlich fanden hier Front Running Aktivitäten statt.

Zum Jahresende haben sich die Zinsen auf 10-jährige US-Regierungsanleihen nach einigem Auf und Ab knapp unterhalb der Marke von 3% stabilisiert. Großbanken wie Goldman Sachs oder Societe Generale rechnen im kommenden Jahr mit einem weiteren Run Up in Richtung 4% – trotz dessen, dass die Fed pro Monat immer noch $85 Milliarden in ihre heimischen Finanzmärkte pumpt. Es gibt allerdings auch Marktteilnehmer, die sich anscheinend nicht durch den „Taper Talk“ von Fed-Chef Bernanke foppen lassen.

Dazu gehören unter anderem Australiens Westpac Bank und die Deutsche Bank. Bei beiden Instituten rechnet man im kommenden Jahr nicht mit einer Reduzierung der Bondankäufe, sondern sogar viel eher noch mit einer zusätzlichen Expansion dieser Aktivitäten durch die Federal Reserve. Im Fall von Westpac wird nicht vor 2015 auf eine QE-Reduzierung in den Vereinigten Staaten spekuliert.

Hauptgrund seien unter anderem Inflationsdaten, die weit unter dem Zielbereich der Fed lägen sowie Jobdaten, deren Überschrift die Lage in einem besseren Licht malten als es tatsächlich der Fall sei. Analysten der Deutsche Bank AG gehen sogar noch einen Schritt weiter, indem sie neulich in einer Mitteilung auf eine im Jahr 2014 aller Voraussicht nach bevorstehende Expansion von QE hinwiesen.

Die Deutsche Bank begründete ihre Prognose auf Basis einer sich rapide verschlechternden Wirtschaftslage in China. Die im Reich der Mitte angestrebten Reformen ließen sich nur sehr schwer in die Tat umsetzen. In der Tat zeigte sich in den vergangenen vier Jahren, dass China keineswegs erfolgreich im Hinblick auf das seit 2008 durch die Staatsführung anvisierte Ziel eines Umbaus der heimischen Ökonomie gewesen ist.

Die ehemaligen Planungen sahen eine graduelle Abkehr vom Exportmodell des Landes bei gleichzeitiger Stärkung des Inlandskonsums vor. Bis dato ist davon wenig bis nichts zu sehen. Im Gegenteil häufte China auch in den vergangenen vier Jahren rekordhohe Volumina von US-Staatsanleihen an, die das Land verwundbar in Bezug auf die Schwankungsfreudigkeit des US-Dollars machen.

 Nun, aus welcher Richtung der Wind im nächsten Jahr auch wehen wird – es dürfte Gründe genug für die Zentralbanken geben, um mit ihren irren Schuldenmonetisierungsprogrammen fortzufahren. Nicht anders liest sich die Ernennung von Janet Yellen zur designierten Fed-Chefin. Ich würde persönlich darauf wetten, dass diese Frau Helikopter Ben noch in den Schatten stellen könnte, wenn es um die elektronische Kapitalerzeugung in den USA geht.  

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