Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung von http://www.valuewalk.com für Cashkurs übersetzt. Den Originalbeitrag finden Sie in englischer Sprache unter: http://www.valuewalk.com/2015/07/charting-greek-referendum-path/

Griechenland verpasste es, am Dienstag die Rate von ungefähr 1.5 Milliarden Euro oder 1.7 Milliarden Dollar an den International Währungsfond (IWF) zu zahlen, was zur Folge hatte, dass das Land nun offiziell in eine Liga mit dem Sudan, Somalia und Zimbabwe rutscht. Obwohl der IWF nicht als kommerzieller Kreditgeber bezeichnet werden kann und der Fonds den Begriff „Zahlungsrückstand“ nicht benutzt, muss man unausweichlich feststellen, dass Griechenland in der Tat in Zahlungsrückstand geraten ist. All dies geschah gleichzeitig, während die europäischen Kreditgeber der Anfrage Griechenlands für einen dritten Euro-Rettungsschirmkredit in aller letzten Minute eine Absage erteilten.

Der größte „Schnorrer“ des IWF

Wie heute Morgen bekannt wurde, stellt die verpasste Zahlung Griechenlands jede der anderen „Schnorrer-Nationen“ in der Geschichte des Fonds in den Schatten. Griechenland geht damit als erste Industrienation, die eine IWF-Zahlung verpasst, in die Geschichte ein.

Tsipras gibt auf

Jetzt, wo Griechenland finanzielles Chaos und soziale Unruhen erfährt, ist der jüngste Akt in diesem griechischen Drama, dass der Premier Minister Alexis Tsipras signalisiert hat, dass die Regierung bereit sei, viele der Bedingungen eines weiteren Rettungsschirmprograms zu akzeptieren. Dies hatte man bis vor kurzem jedoch noch strikt abgelehnt (Was aber soll das bringen? Griechenland hätte das schon vor Monaten klären müssen).

Merkel sagt NEIN!

Es scheint allerdings schon zu spät zu sein, da die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, gezeichnet von einer Monate lang dauernden Politik am Rande des Abgrunds, sagte: „Vor dem neuen Referendum werden keine weiteren Verhandlungen bezüglich eines neuen Kreditprograms stattfinden“. Merkels Finanzminister, Wolfgang Schäuble, sagte zudem, dass das Land „keine Basis für weitere Gespräche bezüglich wirklich ernst gemeinten Maßnahmen geliefert habe, um so der Schuldenfalle zu entgehen.

Die Zukunft des griechischen Referendums

Aller Wahrscheinlichkeit nach, wird das Referendum immer noch am Sonntag den 5. Juli stattfinden. Unten sehen Sie einen Flowchart von Bloomberg, der die möglichen Auswirkungen des griechischen Referendums darstellt.

Falls Griechenland mit “Ja” stimmt, sollte es wahrscheinlich einen neuen Kredit in den kommenden Wochen erhalten, also bis zur nächsten Zahlungsdeadline. Das würde aller Voraussicht nach bedeuten, dass Tsipras und seine linksgerichtete Syriza Partei vor dem politischen Aus im Land stehen würden.

Falls sich die Wähler jedoch für “Nein” entscheiden, ist ein „Grexit“ durchaus möglich. Dies würde auch bedeuten, dass den griechischen Banken und der Regierung sehr schnell das Geld ausgehen würde und das momentane Chaos, geschaffen von den tiefgreifenden Kapitalkontrollen und Pensionskürzungen, noch größer werden würde.

Trotzdem würde ein “Nein” nicht unbedingt die Möglichkeit ausschließen, dass es zu neuen Verhandlungen und zu einer Art neuem Deal kommen könnte (Obwohl ich persönlich jedoch bezweifle, dass die Deutschen damit einverstanden wären).

Kaum vorstellbar, dass die Griechen einen “Grexit” überleben

Meiner Meinung nach muss die griechische Regierung ein weiteres Sparprogram akzeptieren, um somit das Land wieder auf wirtschaftlich und finanziell gesunde Beine stellen zu können. Der Anti-Sparprogrammbewegung in Griechenland nach zu urteilen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Griechenland, nachdem es den Euro und die EU-Zone verlassen und somit ohne jegliche Unterstützung dastehen würde, in der Lage wäre, hilfreiche Reformen in die Wege zu leiten, um so dem Land wieder auf die Beine zu helfen.

Viele Griechen befinden sich immer noch in einer „Traumwelt“

Tsipras ruft die Griechen dazu auf, am 5. Juli mit "Nein" zu stimmen. Es scheint, dass er immer noch die Unterstützung der meisten Griechen hat, die den „Bluff“ der EU, des IWF und Merkel nicht schlucken wollen. Wenn man aber mit Feuer spielt, muss man bereit sein, die Konsequenzen für ein bis auf die Reste abgebranntes Griechenland zu tragen.



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Mit diesem Artikel möchten wir Ihnen eine alternative Einschätzung aus dem amerikanischen Raum präsentieren. Wir freuen uns über Ihre Meinungen und Einschätzungen zu den möglichen Konsequenzen eines Grexits für Griechenland.