Liebe Leserinnen und Leser,

vom kurzfristigen Absturz unter die 200-Tage zum letzten Wochenende konnte sich der Dax gleich zu Wochenbeginn erholen und auch die folgenden Tage ging es bis auf einen kleinen Rückschlag am Mittwoch nach oben. Mit einem Kurschluss bei rund 11.940 Punkten und weiter positivem nachbörslichen Verlauf, konnte der deutsche Leitindex schon einmal das kurzfristige Erholungsziel bei 11.850 Punkten behaupten. Im großen Bild bleiben wir aber bis zu einer Überschreitung der Marke bei ca. 12.600 Punkten weiter im Bärenland und mit Blick auf den Gesamtmonat mit zwei Prozent im Minus.

Weltmachtpolitik im Scheinwerferlicht der Märkte

Nicht ganz zwei Wochen nach der öffentlichen Vermutung Trumps, dass China wohl auf Gegenmaßnahmen auf die jüngsten Strafzoll-Ankündigungen verzichten würden, führte in dieser Woche tatsächlich die entsprechende Nachricht aus Peking zu einer Erholung an den Aktienmärkten. Hieß es aus diesem Anlass an dieser Stelle Handelskrieg voll im Takt: Ein Schritt vor, ein Schritt zurück, zeigt sich einmal mehr, dass Trump den riskanten und schwierigen Drahtseilakt, einerseits China im weltwirtschaftlich alles dominierenden Handelskrieg auf „seinen Platz zu verweisen“ und auf der anderen Seite die Aktienmärkte – natürlich auch mit Blick auf die anstehenden Wahlen – weitest möglich stabil zu halten, bisher erfolgreich meistert. Doch schon droht China auch nachzuziehen, wenn am Sonntag die ersten neuen Strafzölle greifen.

Wie lange dieser Tanz auf dem Drahtseil, gerade hinsichtlich der Börsen, trotz guter Kontakte zu markttechnisch sehr einflussreichen Kreisen, also gut geht, werden wir sehen. Das primäre und langfristige Ziel, die Vereinigten Staaten von Amerika weiter als erste Weltmacht zu verteidigen, wird Trump jedoch bis zum bitteren Ende durchziehen. Und diese Tatsache ist, genau wie der weltweite in diesem Zuge entbrannte Währungskrieg, nun auch im Mainstream angekommen.

Seit über drei Wochen – und zwischenzeitlich sehr deutlich - steht der Goldpreis nun über der 1.500er Marke und konnte in dieser Woche in Euro gerechnet sogar ein neues Allzeithoch erklimmen – sicherlich trägt aktuell nicht zuletzt auch dieses unübersehbare Zeichen einer dauerhafteren Erholung des jahrelang gebeutelten Edelmetalls zur allgemeinen Erkenntnisfindung bei. Zuletzt schwächelte das Gold leicht, die Aussicht bleibt aber positiv.

Auf der großen Bühne passiert auch Vieles im Halbschatten

Überhaupt nicht so stark wurde hingegen eine, auf einer eher versteckten aber nichtsdestotrotz großen und wichtigen Bühne - beim größten jährlichen Treffen der Notenbankspitzen in Jackson Hole – sehr wichtige Bekanntmachung beachtet. Niemand anderes als der Gouverneur der Bank of England, Mark Carney, forderte hier auf dem Podium von seinem Publikum, das Ende des US-Dollars als Weltleitwährung zugunsten einer „libraähnlichen“ digitalen Weltleitwährung einzuläuten, welche sich „multipolar“ zusammensetzen solle.

Es ist nicht zu erwarten, dass diese Worte ungehört bleiben bzw. wurde diese Richtung von vielen und wichtigen Vertretern „einer vereinten Welt“ ja längst eingeschlagen - und das Programm zur Bargeld- und weiteren Freiheitsabschaffung läuft bereits wie auf Schienen. Hinsichtlich der Protagonisten ist es in diesem Zusammenhang vielleicht auch interessant, kurz auf die weiteren Posten von Carney zu schauen: U.a. ist er Vorsitzender des Financial Stability Boards, das aus einem Forum der G20 entstanden, seinen Sitz bei der BIZ in Basel hat und weitere internationale Einrichtungen wie die Weltbank oder die EZB unter sich vereint…

Steigen Sie dieses Wochenende doch einfach mal aus dem Zugabteil aus, suchen sich ein schönes Plätzchen bei diesen herrlichen spätsommerlichen Temperaturen und lassen Sie alle Fahrpläne in der Schublade, um im Hier und Jetzt etwas zu entspannen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei und natürlich viel Erkenntnisgewinn beim Lesen und Anschauen unserer Beiträge.

Herzlichst, Ihre Cashkurs-Redaktion