Guten Tag meine Damen und Herren,

nach den teils herben Abverkäufen in der Vorwoche prägten in den letzten Tagen die grünen Vorzeichen das Geschehen an den Märkten. Eine wichtige erste Marke bei rd. 9.300 Punkten im DAX wurde in dieser Erholungsrallye übersprungen. Wie weit uns diese Gegenbewegung noch nach oben tragen wird, bleibt abzuwarten. Denn man weiß immer erst am Ende einer derartigen Bewegung, ob es sich um eine Erholung oder gar eine Trendwende handelte oder nicht. Viele erwarten – bei einer zudem charttechnisch höheren Wahrscheinlichkeit –, dass es sich hierbei um eine Bärenmarktrallye handelt und sich die Indizes im Anschluss wieder auf neue Tiefpunkte zubewegen werden. Doch gerade dann, wenn alle das Gleiche erwarten – und ich gebe zu, dass auch ich eher von einer Bärenmarktrallye ausgehe –, sollten diese Ergebnisse in besonderer Weise hinterfragt werden. Insgesamt dürfte ein Jahr mit heftigen Kursbewegungen, die erratisch in die eine wie in die andere Richtung laufen werden, vor uns liegen. Es gilt – wie immer wieder betont – nicht Recht haben zu wollen, sondern stattdessen eine geschickte Strategie.

Die Unterstützungen im DAX liegen bei 9.125, 9.000 sowie – ganz wichtig – bei 8.700 Punkten. Das große Unterstützungsband für die nächsten Monate liegt zwischen 7.600 und 8.300 Punkten. Darunter läge Polen offen, wenn man es so ausdrücken möchte. Die wichtigsten Widerstände nach oben befinden sich bei 9.700 und 9.900 Punkten. Erst darüber wäre ein nachhaltigeres Durchatmen angebracht. Unterhalb dieser Marke muss man steigende Kurse als Gegenbewegungen im Abwärtskanal ansehen. Momentan wird in vielen Anlageklassen der Trend korrigiert, der in den letzten Wochen zu schnell und zu stark übers Ziel hinausgeschossen ist.

Allerdings könnte es durchaus sein, dass wir nach diesem schwachen Start ins Jahr im Frühjahr eine Aufwärtsbewegung sehen, die bis in den Sommer hinein anhält und durchaus auch deswegen deutlich ausfallen kann, weil dies kaum jemand erwartet. Ein weiterer Schlag in die Magengrube könnte dann im Herbst folgen. Man muss mit allen Bewegungen rechnen. Niemand kann sich sicher sein zu wissen, was die nächsten Wochen bringen werden.

Harte Zahlen aus China geben weiterhin Anlass zu großer Sorge

Chinas Exporte schrumpften im Januar um 6,6 Prozent, erwartet wurde ein Minus von 3,6 Prozent. Die Importe Chinas gegenüber dem Vorjahr fielen zuletzt um 14,4 Prozent. Angesichts dieser Zahlen soll es immer noch Analysten und Strategen geben, die behaupten, in China gäbe es ein Wachstum in Höhe von 6,5 Prozent – wo auch immer das herkommen mag. Nun denn, die Erde scheint eben zuweilen eine Scheibe zu sein... Chinas Außenhandel mit Deutschland ist im Januar um rd. 13 Prozent eingebrochen. Auch das spricht für eine großartige Konjunktur in China...

Ganz anders – und durchaus spannend – sieht die Handelsstatistik mit Hong Kong aus: Die Importe aus Hong Kong sind regelrecht explodiert. China kauft also in großem Stil in Hong Kong ein, die Binnennachfrage in China nach Waren und Dienstleistungen aus Hong Kong scheint sehr stark zuzunehmen. In Hong Kong findet man alles Mögliche, was man unbedingt kaufen möchte, insbesondere im Dienstleistungssektor. Dies scheint auf den ersten Blick mit den oben vermeldeten Daten nicht recht zusammen zu passen. Von daher drängt sich die Frage auf, woher dieses „Wachstum“ in Wirklichkeit kommt. Tatsächlich handelt es sich dabei um reine Kapitalflucht.

Wenn man Geld aus China herausschaffen will, ist das im Allgemeinen gar nicht so einfach. Dafür gibt es nämlich zahlreiche Beschränkungen, gerade für die in China ansässigen Firmen und Personen. Über den Umweg Hong Kong kann man das aber sehr wohl tun. Was macht man also? Man täuscht Importbeziehungen aus Hong Kong vor, indem man behauptet, man habe größere Bestellungen und vor allem Dienstleistungen in Hong Kong – etwa bei einer dortigen Tochterfirma oder bei einem befreundeten Unternehmen – getätigt. Dafür werden entsprechende Rechnungen ausgestellt und nach China übersandt. Die für diese Dienstleistungen in Rechnung gestellten größeren Summen fließen demnach von Festland-China nach Hong Kong, von wo diese viel leichter als auf dem direkten Wege in alle Welt transferiert werden können. Genau deshalb explodieren momentan die Volumen an Dienstleistungen aus Hong Kong in Richtung China in allen möglichen Bereichen. Genau das ist nichts anderes als (verdeckte) Kapitalflucht. Manchmal lohnt es sich, ein zweites Mal hinter die vermeldeten Zahlen zu schauen, um zu verstehen, was sie eigentlich genau bedeuten.

Werfen wir darüber hinaus auch mal einen Blick auf andere wichtige Handelspartner Chinas, beispielsweise Taiwan: Die Importe Taiwans aus China verzeichneten im Januar ein Minus von 11,7 Prozent, die Exporte nach China ein Minus von 13 Prozent. Zugleich sank die Kapazitätsauslastung der Industrie in Taiwan auf inzwischen 55 Prozent. Ein Wert von etwa 80 Prozent wäre normal.

Auch die Industriegüterpreise in China gehen in die gleiche Richtung. Diese erreichten zuletzt ein Minus von 5,3 Prozent, im Dezember waren es schon - 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das heißt also, dass die Preise der industriell gefertigten Güter deutlich fallen. Warum ist das so? Weil die entsprechende Nachfrage deutlich nachlässt und hohe Überkapazitäten vorhanden sind. Wenn die Hersteller ihre Waren nicht loswerden, müssen sie die Preise herunternehmen. Die Hauptbegründung für diese Entwicklung liegt in der schwachen Inlandsnachfrage. Erinnern Sie sich, dass man uns seit Monaten verkaufen will, in China sei alles überhaupt kein Problem, denn man stelle die Wirtschaft von einer Exportorientierung hin zu einer Binnennachfrage um? Wegen einer anziehenden Binnennachfrage fallen also die Güterpreise so dramatisch und anhaltend? Lassen Sie sich solch einen Blödsinn besser nicht ans Ohr kauen, denn tatsächlich ist China in richtig großen Schwierigkeiten.

Die Kreditvergabe in China stieg zuletzt an. Dies steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den vergebenen Yuan-Krediten. Bisher wurden in China viele Kredite auf US-Dollar-Basis und im Ausland aufgenommen, u.a. weil die Zinssätze niedriger waren als in Festland-China. Mit der Abwertung des Yuan, einem steigenden US-Dollar und einer sich verstärkenden Kapitalflucht aus China werden auch diese US-Dollar-Kredite zu teuer und man versucht, diese zu drehen. Man geht also heraus aus US-Dollar-Krediten und hinein in heimische Yuan-Kredite. Nicht zuletzt deshalb steigt  die Kreditvergabe in China momentan deutlich an.

Man hofft, dass die Zentralregierung in Peking irgendetwas tut. Dies erscheint auch dringend erforderlich. Denn viele Unternehmen in China haben sich in den letzten Jahren hoch verschuldet. Inzwischen hat das Volumen der Kreditausfälle in China ein Zehn-Jahres-Hoch erklommen. Das sollte nicht wirklich verwundern. Dennoch gibt es nicht wenige, die uns erzählen, in China sei alles in Ordnung und man baue gerade nur ein wenig die Industrie des Landes um...

Katastrophale Handelszahlen aus Japan – Die Weltkonjunktur im Bremsmodus allerorten

Auch die Exporte Japans sind im Januar um sage und schreibe 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken, nach einem 8-Prozent-Minus im Dezember. Der Rückgang japanischer Exporte nach China betrug zuletzt sogar 18 Prozent. Auch wenn das Chinesische Neujahrsfest diesen Wert regelmäßig verzerrt, lässt sich feststellen, dass dieses Minus unterm Strich die Tendenzen der letzten Monate bestätigt. Von daher sehen wir, dass die Weltkonjunktur in großen Schwierigkeiten steckt, auch wenn mit Blick auf die ebenfalls deutlich gefallenen Importvolumina Japans der eingebrochene Ölpreis einen gewissen Anteil haben dürfte. Wir sehen insgesamt eine weltwirtschaftliche Situation vor, die weit von einem Wachstumsboom entfernt liegt, ganz im Gegenteil: Die Sorgen um eine weltweite Rezession halte ich für durchaus angebracht.

Zinserhöhung: Die Fed rudert zurück

Das sieht auch die Federal Reserve inzwischen ähnlich. Der Tenor des letzten Fed-Protokolls war sinngemäß bestimmt von den „Problemen anderer Volkswirtschaften, die in die US-Wirtschaft hineingetragen werden“. Von daher zögert man, die bereits mehrfach kolportierten Zinserhöhungsschritte umzusetzen, eine abermalige Senkung wird nicht mehr ausgeschlossen. Vielleicht erinnern Sie sich noch, wie umfassend und fast schon mantra-artig wir gemeinsam mit vielen Autoren auf Cashkurs dieses Thema in den vergangenen Monaten diskutiert und festgestellt haben: Es wird keine Zinswende geben, bestenfalls ein „Zinswendchen“, bevor wir im Anschluss daran sehr wahrscheinlich über QE4 diskutieren.

OPEC und die Förderkürzungen für Öl: Einigkeit über die Uneinigkeit

Auch mit Blick auf die Gespräche und Verhandlung innerhalb und mit der OPEC stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt. Man erhofft sich eine Einigung auf eine Begrenzung, besser noch Senkung der Ölförderung in diesen Ländern und damit eine Steigerung des Ölpreises. All diejenigen, die uns in den letzten Monaten erzählt haben, dass ein niedriger Ölpreis die Wirtschaft ankurbeln würde, freuen sich jetzt, dass der Ölpreis wieder steigen soll. Man muss nicht unbedingt jeden Logikbruch auch nachvollziehen können...

In der jüngeren Vergangenheit hat eine solche Einigung innerhalb bzw. mit der OPEC relativ selten geklappt. Die Verhandlungspartner sind nämlich untereinander sehr zerstritten – und so manchen steht zusätzlich das Wasser bis zum Hals. Selbst wenn man sich offiziell einigen würde, indem man beschließt, ab sofort weniger Öl zu fördern – ich kann es abwarten, wer derjenige sein wird, der seinen Ölhahn tatsächlich entsprechend einer Beschlusslage zudreht – stellt sich die Frage, woher denn das Geld kommen soll, das nicht wenige OPEC-Mitglieder dringend in ihrer Staatskasse brauchen, um ihre teils sehr aufwändigen Haushalte zu finanzieren. Einige brauchen dieses Geld derart dringend, dass sich innerhalb weniger Monate die Existenzfrage aufdrängt. Der Irak hat übrigens inzwischen signalisiert, seine Ölförderung um 50 Prozent anheben zu wollen, der Iran gar um 100 Prozent. Warten wir also ab, ob die Hoffnung auf irgendeine Produktionskürzung entweder als erstes oder als letztes stirbt.

Dieser anhaltend niedrige Ölpreis hat natürlich auch seine Folgen für die produzierenden Länder, bis hin zur Bonität der jeweiligen Staaten. So senkt etwa die Ratingagentur Standard & Poor’s die Bonitätsnote Saudi-Arabiens um gleich zwei Stufen herab. Der Nachbarstaat Bahrain ist bereits im Ramschbereich angekommen. Wir befinden uns also – nicht mehr und nicht weniger – in Zahlungsausfalldiskussionen der „großen, reichen Ölstaaten“.

Standard & Poor’s stuft Brasilien noch tiefer in den Ramschbereich ab

Auch mit Brasiliens Bonität geht es weiter in den Keller. 2015 ging die Wirtschaft des größten lateinamerikanischen Landes um vier Prozent in die Knie, die Inflation liegt bei über zehn Prozent und die Währung verliert deutlich an Außenwert. Hinzu kommt eine politische Krise in Brasilien und der Rohstoffpreisverfall zwingt das Land zu weiteren Ausgabenkürzungen. Auch andere Schwellenländer sind in großen Problemen, die zu beträchtlichen Währungsabwertungen führen. In diesem Bereich ist an zahlreichen Stellen gleichzeitig ziemlich viel ins Rutschen gekommen – was die weltweite Situation so enorm gefährlich macht. Denn 2008 sahen wir „lediglich“ eine platzende Immobilienblase in den USA. Jetzt haben wir rund um den Globus Probleme in großer Dimension, die ganz unterschiedlicher Natur sind, aber doch alle eng miteinander zusammenhängen. Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass wir hier den „perfekten Sturm“ vor uns haben und eine Situation, die weitaus gefährlicher ist als das, was wir 2008 gesehen haben.

Ermutigende Pkw-Zulassungszahlen aus Europa – Transportsektor in den USA kriselt auf breiter Front

Die Zahlen zu den Pkw-Neuzulassungen in der Europäischen Union waren hingegen durchaus erbaulich: Für Januar wurde ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr vermeldet. Insbesondere Spanien hat zu diesem Ergebnis beigetragen, wenngleich wir wissen, dass es in Spanien staatliche Unterstützungen beim Kauf von Autos gibt. Nach Herstellern haben Daimler mit einem Plus von 9,4 Prozent und Opel mit + 11,9 Prozent ganz besonders profitiert. BMW lag mit + 4,8 Prozent im Mittelfeld. Volkswagen leidet hingegen offenbar noch unter dem Abgasskandal: Der Zuwachs bei den Neuzulassungen fiel mit einem Prozent vergleichsweise bescheiden aus.

Ein ganz anderes Bild gibt der Fahrzeugmarkt in den USA ab: Dort streicht Daimler nämlich 1.200 Stellen in seiner Nutzfahrzeugsparte und ist damit in guter Gesellschaft, denn auch die anderen Lkw-Hersteller in den USA haben bereits deutlich ihre Kapazitäten reduziert. Warum tun sie das? Weil die Nachfrage nach Lkws geringer ist. Warum fällt die Nachfrage nach Lkws in den USA? Weil weniger transportiert werden muss. Warum muss weniger transportiert werden? Weil die US-Wirtschaft abrutscht. Denn nur dann muss etwas transportiert werden, wenn die Wirtschaft rundläuft und viele Waren produziert werden, die von A nach B gebracht werden müssen. Wenn all dies nicht mehr der Fall ist, dann ist gerade das Transportgewerbe einer der wichtigsten und härtesten Indikatoren, um zu sehen, wie die Wirtschaftslage wirklich ist. Denn nur das, was benötigt und verkauft wird, wird transportiert und alles andere eben nicht. Wenn also die Transportvolumen und die Nachfrage nach Lkws nach unten gehen, dann ist das einer der einschlägigsten und belastbarsten Indikatoren für die Wirtschaft überhaupt.

Versandet die Finanztransaktionssteuer?

Für die Finanztransaktionssteuer hatte ich mich schon vor einigen Jahren engagiert, auch im Rahmen von Expertenanhörungen im Deutschen Bundestag. Diese Finanztransaktionssteuer versandet zunehmend – und das war leider auch nicht anders zu erwarten. Man konnte nie die große Hoffnung hegen, dass diese Steuer auch tatsächlich eingeführt werden würde. Dennoch wollte ich bei diesem Thema mitmischen und werde das auch weiterhin tun, wann immer sich die Möglichkeit dazu bietet, auch wenn der Einsatz bislang wenig gebracht hat. Aber steter Tropfen soll bekanntlich den Stein höhlen und mitmischen sollte man immer – auch wenn man weiß, dass man aktuell nicht viel verändern kann. Ein Einzelner kann die Welt auch nicht verändern, aber mit jedem kleinen Stück Einsatz, das man beiträgt, kann man auf Sicht doch etwas verändern. Von daher werde ich mich auch künftig immer wieder zu Wort melden.

Krieg und Chaos in Syrien – eine schier endlose und grausame Geschichte

Der Krieg in Syrien nimmt immer dramatischere Ausmaße an und alle Welt mischt in diesem endlosen Konflikt mit. Jeder will mal Bomben werfen und man hat inzwischen jeglichen Überblick verloren, wer mit wem im Clinch liegt. So arbeitet man in einem Moment mit den Türken zusammen, im nächsten Moment sind es die Feinde. Dann belagern sich Türken und Russen gegenseitig. Letztere machen mit Baschar al-Assad gemeinsame Sache gegen Oppositionelle und Islamisten. Wer wird dabei eigentlich beschossen? Geht man gemeinschaftlich mit dem Westen gegen den IS vor? Gibt es von verschiedenen Seiten ein Vorgehen gegen die Kurden, die der Westen wiederum unterstützt? Dort blickt kein Mensch mehr durch, geschweige denn die Menschen vor Ort. Diese sind natürlich die Ärmsten von allen, zumal dann, wenn sogar Schulen und Krankenhäuser bombardiert werden. Denn noch immer befinden sich in Syrien Millionen von Menschen, die noch nicht auf der Flucht sind und die versuchen, irgendwie über die Runden zu kommen. Was wir alle dort anstellen, ist ein vollkommener Wahnsinn – anders kann man das gar nicht bezeichnen.

Statt den Versuch zu unternehmen, die Probleme vor Ort zu lösen – und militärisch wird dieser Konflikt (analog zu jedem Konflikt in den letzten Jahrzehnten) nicht zu lösen sein –, unterstützt selbst die Bundesregierung dieses Vorgehen. Berlin lässt sogar noch ein paar Tornados über Syrien fliegen, die dann von den Russen begleitet werden. Inzwischen bedrohen sich Türken und Russen gegenseitig, so dass man ernsthaft darüber besorgt sein sollte, wann ein Konflikt auch zwischen Türken bzw. der NATO und Russen eskalieren könnte und wir uns sogar mit Weltkriegsszenarien auseinandersetzen müssen. Alles in allem ist überhaupt nicht nachvollziehbar, was in Syrien genau passiert. Anstatt eine Lösung vor Ort zu suchen und Sicherheitszonen einzurichten, haut man lieber weiter auf das bereits massiv geschundene Land drauf. Dabei könnte man – ähnlich einer Flugverbotszone – doch auch Sicherheitszonen einrichten, in denen hunderttausende oder auch zwei bis drei Millionen Menschen leben können. Dafür könnte man auch gerne NATO-Soldaten abstellen, die ein solches Gebiet für die Zivilbevölkerung absichern. Das Problem muss – ich denke, darin sind wir uns alle einig – direkt vor Ort gelöst werden.

In dieser Region wird wohl noch viel Porzellan zerbrechen, und nicht nur Porzellan, sondern auch Knochen und viele Menschen leider auch. Wir sind auf dem Weg in eine katastrophale Welt mit Brennpunkten rund um den Globus. In diesem Sinne versuchen wir, Sie weiterhin objektiv zu informieren und, uns nicht von der Propaganda links und rechts vereinnahmen zu lassen. Alle Seiten versuchen nämlich gleichermaßen, massiv Propaganda zu betreiben, die USA bzw. der Westen wie Russland. Wir sind hierbei sehr stark der westlichen Propaganda ausgesetzt, die dafür einige teils sehr elegante Mittel zum Einsatz bringt. Auf der russischen Seite sind die Menschen dort ebenso deutlich der russischen Propaganda ausgesetzt, wo man ebenfalls versucht, die eigenen geostrategischen Interessen wahrzunehmen und durchzusetzen sowie dem entsprechend die eigene Sichtweise massiv zu überzeichnen. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Wir versuchen daher, zwischen diesen beiden Propagandablöcken irgendwie die Realität herauszufiltern – natürlich mit der Konsequenz, dass diese beiden Blöcke das, was wir tun, als Propaganda ansehen: Für die Amerikaner steht man als zu „Putin-freundlich“ da, für die Russen möglicherweise zu „US-freundlich“. In jedem Fall bleiben wir bemüht, uns neutral in der Mitte zu halten – da fühlen wir uns am wohlsten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein ruhiges und entspanntes Wochenende und viel Spaß beim Lesen der Beiträge.

Herzlichst

Ihr Dirk Müller