Mit den früheren Hochhaus-Silos in den Vorstädten haben die in Ballungszentren verstärkt entstehenden hochmodernen Wohntürme – außer der Höhe – kaum noch etwas gemein. Zum einen entstehen diese Wohntürme - fast weltweit – in den zentralen Lagen der Großstädte. Darüber hinaus werden diese Türme mit großem Aufwand geplant und bieten vielfältige Wohnungstypen und Grundrisse. Zum anderen, so formuliert die österreichische Sonova Group, schätzen die Bewohner einerseits die Urbanität und andererseits die Ruhe und Zurückgezogenheit, die durch die Höhe vermittelt wird.

Ausgangspunkt für diese inzwischen weltweit in den Ballungszentren entstehende Wohn(turm)form ist der in den Großstädten immer enger werdende Platz, zumal es zuletzt weltweit immer mehr Menschen in die Städte zieht. Ein Tatbestand, der auch schon zu dem Entstehen von sogenannten Mini- oder Mikro-Apartments geführt hat. (Vergl. mein Cashkurs-Beitrag vom 20.12.2015). Nun geht es mit den Wohntürmen in die Höhe. Aber nicht nur das. Es handelt sich um ein neues, zukunftsorientiertes Wohnkonzept, das innovativ, bewohner- und bedürfnisorientiert, ressourcenschonend und funktional ist, formuliert die LBBW Immobilien Capital GmbH, die die soeben zum Verkauf stehenden Wohntürme „Friends“ in München geplant hat. “Die beiden 53 Meter hohen Gebäude sollen über jeweils 15 Geschosse und insgesamt 260 Wohnungen verfügen. Geplant ist ein zukunftsorientiertes Wohnkonzept als Antwort auf die Herausforderungen des Münchner Wohnungsmarktes.“ Rund 75 Prozent der 260 Einheiten sollen bereits verkauft sein.

Chancen auch für Investoren

Und diese Wohntürme sollen, gut geplant und richtig platziert, auch den Investoren gute Chancen bieten. Soravia formuliert für ihren österreichischen Heimatmarkt: “Wien ist ein Magnet. Die Nachfrage nach Wohnraum nimmt seit Jahren zu, die Miet- und Kaufpreise steigen – gleichzeitig bietet der Markt im Vergleich zu anderen Metropolen für Kapitalanleger beste Entwicklungs- und Renditeaussichten.“

Da fragt sich der potentiell Anleger doch sofort, was denn so eine Wohnturm-Wohnung kostet. Und das kommt natürlich auf viele Faktoren an, zuerst wieder Lage, Lage, Lage. Dann die Bauausführung, die Größe, das Stockwerk (der 10. Stock ist sicher teurer als der 1. Stock) etc.. Anhaltspunkte hierzu haben wir auf Anfrage von der Vertriebsfirma der Münchner Friends-Türme, der Bauwerk Capital Gmbh & Co. KG (www.bauwerk.de) erhalten:

Lohnen sich Hochhäuser nur als Luxusbau?

„Die Quadratmeterpreise liegen zwischen 6.300 und 10.500 € pro Quadratmeter. Die teuerste Wohnung, die wir verkauft haben, liegt bei 1.085.900 €. Sie befindet sich im 14. Obergeschoss des Towers No. 1 und ist 97 qm groß. Die günstigste Wohnung, die wir bisher verkauft haben, liegt bei 229.000 €. Sie befindet sich im Erdgeschoss des Towers No. 2 und ist 47 qm groß.“

Der Hamburger Stararchitekt Hadi Teherani lässt sich auf www.dieimmobilie.de wie folgt zitieren: „Da es immer mehr Menschen in die Städte zieht orientiert man sich zunehmend in die Vertikale ...Hochhäuser lohnen sich nur als Luxusbau....Freie Sicht gewinnt immer mehr an Wert. Wenn ich in der achten Etage den Blick über die ganze Stadt schweifen lassen kann, dann habe ich ein ganz anderes Freiheits- und Wohngefühl.“ Ein gutes Hochhaus muss seiner Meinung nach vor allem viel belichtete Flächen bieten. Man braucht entsprechende Fenster für den Ausblick, windgeschützte Balkone. Auch müsse organisiert werden, dass die Fenster geputzt werden. Das Hamburger Hochhaus an der Hafencity habe einen kleinen Balkon rundherum, eine Reling. Jeder könne seine Fenster also selbst putzen und müsse nicht warten, bis alle paar Monate eine Firma die Fassade sauber mache.

Bruno Hidding