Um die lahmende Wirtschaft in der Eurozone anzukurbeln plant die Europäische Zentralbank (EZB) jedem Bürger zehn Prozent seiner durchschnittlichen Einkommensteuerlast der letzten drei Jahre per Direktüberweisung zur Verfügung zu stellen. Weiterhin muss der Empfänger durch Depotauszüge nachweisen, dass er mindestens 25.000 Euro in europäischen Aktien angelegt hat. Kritiker bemängeln, dass hierdurch Besserverdienende und spekulative Sachkapitalisten begünstigt werden.

Absturz in Irland

Da für diese historisch einmalige Aktion ein Austausch von Banknoten zwischen den verschiedenen Nationalbanken innerhalb des Euro-Finanzsystems notwendig ist werden große Summen an Kapital über die Landesgrenzen hinweg befördert. Bei einem dieser Transporte kam es zu einem Absturz. Der Hubschrauber mit den als Helikopter Geld gekennzeichneten Banknoten hatte rund 100.000.000 Euro (in Worten: Einhundert Millionen) geladen. Über den genauen Verbleib ist bisher nichts bekannt. Marktbeobachter sind der Meinung, dass das Kapital über "dunkle" Wege in irische Staatsanleihen investiert wurde.

Um die Herkunft des Geldes zu verschleiern wurde eine Anleihe mit der Laufzeit von 100 Jahren (in Worten: Einhundert) gewählt. Dies würde auch Sinn ergeben, da bis zur Fälligkeit sämtliche zivil- und strafrechtlichen Verjährungsfristen abgelaufen wären. Zudem ist davon auszugehen, dass dann alle heute lebenden Zeitzeugen tot sind. Um die jährlichen Zinszahlungen zu verschleiern wurde angeblich eine führende Investmentbank mit der Konstruktion eines Finanzderivates beauftragt. Statistiker und Finanzmarktanalytiker haben bereits eine hohe Korrelation zwischen der Zinsentwicklung in Irland und dem Absturz festgestellt. Schließlich sind beide gemeinsam "abgestürzt". Für eine genaue statistische Analyse sind aber noch weitere Zeitreihen abzuwarten. Der gesunde Menschenverstand läßt aber schon heute keine andere Erklärung zu: Wer sonst würde denn einem Land für 100 Jahre zu einem Zins von 2,35 Prozent pro Jahr Geld leihen?

Zurück zu den Fakten

Das momentan dominierende Thema an den Kapitalmärkten ist aktuell die Entwicklung des US-Dollar. Die zunehmende Skepsis bzgl. einer nachhaltigen Zinswende lässt diesen gegenüber vielen anderen Währungen fallen.

Der wirtschaftliche Ausblick für die USA scheint sich einzutrüben. Ein durchaus beachtenswerter Indikator wird von der Atlanta Fed berechnet. Die grüne Linie zeigt die Erwartungen an das Bruttoinlandsprodukt. Die negative Tendenz ist nicht zu übersehen. Selbstverständlich ist auch die sorgfältigste Zusammenstellung von Eingabeparametern keine Garantie für eine korrekte Abbildung der wirtschaftlichen Entwicklung. Dennoch: Nicht nur für Dauerpessimisten passt die Entwicklung in das Bild einer sich global abschwächenden Wirtschaft.

Blick auf die Terminmärkte

Der Euro/USD-Wechselkurs (blau) und die Positionierung der Teilnehmer an einer großen Terminmarktbörse (grau) zeigen ebenfalls deutlich, dass die Spekulationen auf einen fallenden Euro abgenommen haben.

Auswirkungen

Der US-Dollar ist nicht irgendeine Währung, sondern DIE Währung. Die Aufwertung hatte daher massive Auswirkungen auf eine Vielzahl von wirtschaftlichen Zusammenhängen. Daraus resultierten auch starke Bewegungen bei einer Vielzahl von, auf den ersten Blick, unterschiedlichen Vermögensklassen. Rohstoffe und Gold litten genauso unter einem stärkeren Dollar wie auch die Schuldendienstfähigkeit einiger Schwellenländer. Die exportorientierten US-Unternehmen verloren an Wettbewerbsfähigkeit und die Euroland Exporteure hatten ein kleines Konjunkturprogramm. In einem Wertpapierdepot profitierten Anleger davon, wenn sie ihre Währungsrisiken nicht absicherten. Sollte sich dieser Trend eines steigenden Dollars nun nachhaltig umkehren, dann werden sich auch einige der genannten Effekte umkehren. Die Entwicklungen in der jüngeren Vergangenheit bei Gold (steigend), Euroland Aktien (fallend) und Schwellenländeranleihen (steigend) würden sich wohl fortsetzen. Niedrige Zinsen für US-Aktien begünstigen.

Es gibt also viel zu tun. Zum einen ist das eigene Depot auf die Auswirkungen einen solchen Trendbruchs zu betrachten. Aber auch physische Edelmetalle bergen eine Dollarposition. Vernetztes Denken ist also angesagt. Zusätzlich ist das Rezessionsrisiko gestiegen. Dementsprechend steigen die Ansprüche an das Risikomanagement. Dieses sollte ohnehin nicht fallweise agieren, sondern als konstanter Prozess verstanden werden. Ein zur persönlichen Lebensplanung und handwerklich sauber gestreutes Depot ist auch in diesen Zeiten anzuraten.

YPOS Kapitalmarkt-Dialog am 13. April 2016

Die nächste Webkonferenz „YPOS Kapitalmarkt-Dialog“ findet am Mittwoch, den 13. April 2016 um 18.00 Uhr statt. Die Dauer beträgt ca. 45 Minuten.

Am Ende des Webinars besteht die Möglichkeit, Fragen an die Referenten zu richten.

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