In den letzten 102 Tagen stieg die US-Börse an 96 Tagen, an sechs Tagen fiel sie. Kennen Sie den Grund dafür? Das ist die längste Gewinnstrecke für den Dow Jones seit 1987. Auch damals war die Stimmung der Investoren und Börsenbriefschreiber so überschäumend gut wie heute. Dann aber krachte es, natürlich vollkommen unerwartet. Heute ist das ja ausgeschlossen, denn diesmal ist wieder alles anders.

Vielleicht steigt der Dow Jones noch auf 30.000 Punkte? Dorthin wird er ohne mich klettern müssen. Die Nerven habe ich nicht! Und wenn er fällt, wie weit?

Schaut man auf die Fakten, ist der US-Aktienmarkt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 29,9 fast doppelt so teuer wie im langjährigen Durchschnitt. Nur 1929, 1999 und 2007 war er teurer. Dabei sinken die Gewinne der Unternehmen seit vier Jahren.

Sie aber kaufen inzwischen mehr eigene Aktien auf als sie für Dividenden, Forschung und Entwicklung ausgeben. Zudem sind Aktienkäufe auf Pump mit 513 Milliarden US-Dollar auf Rekordniveau in Zeiten, in denen Geld nichts kostet. Am Donnerstag ging Snapchat an die Börse. Mit 405 Millionen Umsatz im letzten Jahr und 515 Millionen US-Dollar Verlust beträgt sein Börsenwert gigantische 31 Milliarden US-Dollar. 

Haben Sie Lust auf ein kleines Spektakel? Am 15. März erreichen die USA die Schuldenobergrenze von 20 Billionen US-Dollar. Wie will Trump dann sein Ausgabenprogramm bezahlen, auf das die Wall Street setzt? Wäre das der Hebel für eine Art von „Konterrevolution“ des alten Establishments gegen den neuen Präsidenten?

Die USA machen jeden Tag 2,5 Milliarden US-Dollar neue Schulden. Unter Präsident Obama hat sich der Schuldenstand verdoppelt. Er machte mehr Schulden als seine Vorgänger zusammen. Für Trump leuchtet derzeit die Ampel knallrot. Und die US-Notenbank will die Zinsen anheben. Wir wünschen viel Spaß! Und viel Glück!

Steckt der Aktienmarkt in einer Blase? Wahrscheinlich, aber diese kann noch viel größer werden. Klar ist, auch diese Blase findet irgendwann ihre Nadel.

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