Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.0605 (07.31 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.0578 im europäischen Handel markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 109.45. In der Folge notiert EUR-JPY bei 116.05. EUR-CHF oszilliert bei 1.0682.

Es ist zunehmend verstörend, was um das Thema Syrien herum an internationalen Spannungen aufgebaut wird. Alle Hoffnungen auf eine globale Friedensdidivende für die Welt, die mit einer Abkehr von der Regime-Change Politik (die in den USA anders als in Europa medial offen thematisiert wird = Bruch internationalen Rechts) durch die Regierung Trump im Raum standen, dürfen beerdigt werden. Offensichtlich hat das neokonservative Establishment (nicht nur in den USA), das die Welt die letzten 20 Jahre "beglückte", die Oberhand gewonnen.

Wer sich um Fakten schert, hat ein Problem.

Die erfolgreiche Bekämpfung des IS seitens Syriens und Russlands, die wesentlich für die Verringerung der Flüchtlingsströme aus dieser Region verantwortlich zeichnet und zu einer markanten Stabilisierung in den wieder gewonnenen Regionen führte, wird im Westen nahezu vollständig medial und politisch ausgeblendet.

Man unterstützt Kräfte in Syrien, die nicht in der Lage sind und sein werden, Syrien zu verwalten. Damit ist man mit der Unterstützung höchst fragwürdiger Gruppierungen (diplomatischer ging es nicht!) auf dem Weg, alle Fehler der bisherigen Regime-Change-Aktionen zu wiederholen.

Was sagt das über die Ziele aus, wenn man aus Fehlern partout nicht lernen will? Sind die so genannten Fehler dann eher das Programm, das verfolgt wird in dem großen geopolitischen Spiel? Ist das verantwortlich gegenüber den Menschen in Syrien? Ist das die Form, wie westliche Werte international vermarktet werden? Ist diese Regime-Change Politik es wert, den Weltfrieden zu riskieren? Wer eskaliert?

Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Eskalationen Wirkungen auf die Weltwirtschaft entfalten werden, sind beträchtlich. Das Risikocluster nimmt derzeit zu. Die Reaktionen an den Märkten sind noch überschaubar. Spannungen nehmen zu und laufen derzeit erkennbar aus dem Ruder.

Zu den hier geäußerten Sorgen gibt es auch einen aussagekräftigen Chart. Wir sind offensichtlich nicht alleine mit diesen Sorgen.

Positiv bleibt anzumerken, dass diese Risiken bisher wenig Einfluss auf die globale Realwirtschaft mit sich brachten. Auch die Finanzmärkte, die sich eng im Fahrwasser der Zentralbankpolitik bewegen, sind von relativ wenig Volatilität geprägt. Im historischen Vergleich stellt das Verhalten der Märkte in Relation zu den Risiken tendenziell eine Anomalie dar. Dieses Anomalie ist bedingt durch die Vollkaskopolitik der Zentralbanken.

Aus der Eurozone erreichten uns zwei Datensätze:

Die Industrieproduktion der Eurozone enttäuschte mit einem Rückgang um 0,3% im Monatsvergleich (Prognose +0,1%). Im Jahresvergleich kam es zu einem Anstieg um 1,2% (Prognose 2,0%). Der Vormonatswert wurde darüber hinaus von +0,9% auf +0,3% im Monatsvergleich revidiert. Das Ergebnis war enttäuschend.

Der deutsche ZEW-Index überzeugte per April mit einem nicht erwarteten Anstieg von zuvor 12,8 auf 19,5 Punkte. Die Prognose lag bei nur 14,0 Zählern. Damit markierte der Index den höchsten Wert seit August 2015.

Auch der Lageindex verbesserte sich von 77,3 auf 80,1 Punkte. Hier lag die Prognose bei 77,7 Zählern. Der Index markierte den höchsten Wert seit Juli 2011!

Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Erst ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.0450-1.0480 dreht den Bias zu Gunsten des USD.

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