Bevor Sie diesen Artikel lesen, empfehle ich Ihnen nicht nur Platz zu nehmen, sondern auch dieses Video der Bundespressekonferenz anzusehen. Unverkennbar ist das „Rumgeeiere“ der Pressesprecher und das hauchdünne Eis, auf dem sich unsere Bundesregierung bewegt.

Die Baltische Rundschau zitiert dazu den Direktor der Abteilung für Rüstungskontrolle im russischen Außenministerium, Michai Uljanow: „Die Stationierung der NATO-Kräfte nach dem Rotationsprinzip kann Folgen für die militärische Sicherheit in Europa haben.“

NATO-Gipfel im Juli in Warschau

Der nächste NATO-Gipfel findet Anfang Juli in Warschau statt. Besonders delikat: Der ukrainische Präsident Poroschenko ist eingeladen. Laut NATO-Generalsekretär Stoltenberg sollen in der Ukraine „wirksamere und effizientere Verteidigungs-und Sicherheitsstrukturen geschaffen werden“.

Das Ziel ist Russland

Die neoliberalen Hardliner haben ihr Ziel, Russland zu beherrschen, noch nicht aufgegeben.

Ihr Köter „NATO“ versucht, eine möglichst lange Frontlinie entlang der russischen Grenze aufzubauen. In  den baltischen Staaten wurde bereits eine Angriffsstellung der NATO gegen St. Petersburg und Kaliningrad installiert. Nachdem die Stationierung in den baltischen Ländern weit fortgeschritten  war, galt es, das neutrale Schweden – wenn schon nicht in die NATO zu drängen – zumindest NATO-hörig zu machen. Das ist gelungen. Auch die Finnen denken über einen NATO-Beitritt nach. So berichtete schon im Januar die FAZ. Neben dem den Russen heiligen Petersburg hat die NATO auch die russische Enklave Kaliningrad im Fadenkreuz. Das ist der Grund für den Truppenaufmarsch und die Militärübung „Anakonda“ in Polen. Aus Polen und dem Baltikum könnte Kaliningrad wirksam attackiert werden. Litauen hat gemeinsame Grenzen mit Lettland, Weißrussland und der russischen Enklave Kaliningrad. In Litauen sind Soldaten der Bundeswehr mit Panzern stationiert. Die Bundeswehr beteiligt sich auch eifrig mit Kampfjets an Übungen im Baltikum.

Wenn Kaliningrad eingekreist und „außer Gefecht“ gesetzt wäre, könnte die NATO einen Schlag gegen Sankt Petersburg führen. Aus Sicht des westlichen Angriffsbündnisses bietet sich St. Petersburg an. St. Petersburg ist nur 150 km Luftlinie von der russisch-estländischen Grenze entfernt. Sie ist eine der größten und wichtigsten Städte Russlands.

Ein aus Polen und dem Baltikum gestarteter Angriff bedeutete für die Amerikaner enorme Gewinnchancen bei nur sehr geringem Risiko. Es wären ja „nur“ Europäer betroffen.

Atomarer Erstschlag

Allerdings nur, wenn man unterstellt, dass Russland nicht mit voller Wucht und atomar antwortet. Die amerikanischen Neocons, die sich unbedingt Killary Clinton als neue Präsidentin wünschen, glauben, dass sie sogar unbeschadet einen atomaren Erstschlag gegen Russland führen könnten. Sie ignorieren dabei, das vom Kreml längst in Dienst gestellte und modernisierte Perimeter-System, oder Dead Hand-System, welches im Falle eines nuklearen Enthauptungsschlags, der die russische Führung aktionsunfähig machte, einen allumfassenden atomaren Gegenschlag automatisch auslöst.

Manche Todessehnsüchtige halten die Existenz dieses Systems für ein Gerücht.  Im Dezember 2011 hat der Befehlshaber der Raketentruppen, Generalleutnant Sergej Karakajew, bestätigt, dass das System "Perimeter" existiert und sich im Gefechtsdienst befindet. Im Interview mit der Zeitung  Komsomolskaja Prawda hat Karakajew  erklärt: "Ja, das System 'Perimeter' ist heute im Gefechtsdienst eingesetzt. Und wenn die Notwendigkeit zu einem Antwortschlag entstehen sollte, wenn es keine Möglichkeit gibt, die Signale anders bis zu den Startrampen zu bringen, dann können diese Bedienungen von den speziellen Raketen aus das Signal von 'Perimeter' bekommen."

Muss der Beweis mit dem Einsatz des Systems unbedingt geliefert werden?

Schlinge um den russischen Hals

Die Truppenpräsenz der NATO an den russischen Grenzen, die unmissverständliche Bedrohung Kaliningrads und St. Petersburgs dürften die Gründe für eine erneute Überraschungsübung zur Überprüfung der Truppen in Russland sein. Russland bereitet sich inzwischen aktiv auf den Krieg vor.

Die Ukraine bleibt für die Kriegsplanungen des westlichen Verteidigungsbündnisses nach wie vor unerlässlich.

Zwar wurde der ursprüngliche Plan, Sewastopol auf der Krim zu übernehmen, von Russland durchkreuzt, dennoch kontrolliert der amerikanische Geheimdienst um Victoria Nuland sowohl den ukrainischen Geheimdienst als auch das ukrainische Militär.

Schlüsselposition Ukraine und Deutschland

Die Ukraine nimmt eine Schlüsselposition in den Planungen der NATO ein. Im Norden könnten zwar einzelne Schläge gegen Kaliningrad und St. Petersburg geführt werden, allerdings würden die Truppen der Russen dort nicht ausreichend gebunden. Von der Ukraine aus sind sowohl Polen als auch das Baltikum hervorragend erreichbar. Es hat einen Zugang zum Schwarzen Meer und dadurch eine direkte Verbindung zum NATO-Mitglied Türkei. Aus der Ukraine abgeschossene Mittelstreckenraketen können ohne weiteres Moskau erreichen.

Deutschland mit seinen unzähligen US-amerikanischen Militärbasen ist das perfekte Nachschublager für sämtliche Militärtransaktionen der NATO in der Ukraine.

Die Schwarzmeer–Einkreisung der NATO ist bisher hervorragend gelaufen. Die NATO-Mitglieder Rumänien und Bulgarien grenzen an das Schwarze Meer.

Reaktion Russlands

Russland sieht diesem Treiben nicht untätig zu. Die ersten russischen Iskander-Raketensysteme wurden kürzlich in Weißrussland stationiert. Dies vereinbarten der russische Außenminister Lawrow und sein weißrussischer Kollege Wladimir Makej, wie die Kommersant berichtete. Damit ist klar, dass Minsk im Falle des Falles auf der Seite Russlands stehen wird. Das ist von höchster taktischer Wichtigkeit für Russland. Russland könnte sämtliche Militärstützpunkte in Polen sowie die komplette Infrastruktur Polens innerhalb kürzester Zeit mit Mittelstreckenraketen massiv beschädigen.

Fällt Polen aus, ist Kaliningrad weitgehend geschützt. Ein gesichertes Kaliningrad würde einen westlichen Angriff auf St. Petersburg erheblich erschweren. Auch deshalb hat der Kreml seinen Bestand an Raketen in Kaliningrad erheblich ausgebaut. Kaliningrad ist nicht nur ein Stationierungs- sondern auch Verteilungspunkt. Außerdem können von Kaliningrad aus sämtliche NATO-Militärstützpunkte in Deutschland mit Mittelstreckenraketen erreicht werden.

Die russische Armee wird Russland mit allen Mitteln verteidigen. Wer anderes glaubt, ist ein Phantast.

Gefahr eines Präventivschlages

Bei weiterem Hochschaukeln der Provokationen des Westens an den russischen Grenzen, besteht die Gefahr, dass Russland sich zu einem gezielten Präventivschlag gezwungen sieht.

Dann hätten die Kriegstreiber ihr Ziel erreicht. Dabei darf nicht vergessen werden, dass Präsident Putin klar Washington und Berlin als Raketenziele benannt hat.

Ein System im Todeskampf

Das sterbende Wirtschafts- und Finanzsystem zeigt sich in den USA einerseits in einem gigantischen Staatsdefizit und astronomischen Schuldenberg von 19 Billionen US-Dollar verzinslicher Anleihen und in 2,2 Billionen Studentenschulden, deren Schuldner, wegen beruflicher Perspektivlosigkeit keine Rückzahlungen leisten können. Andererseits darin, dass die Chinesen die Amerikaner in über 40% aller Industriezweige überholten und den Chinesen mittlerweile der Großteil Afrikas und Südamerikas gehört.
Fast die Hälfte aller Amerikaner hat keine Krankenversicherung. Das hat schon manche Familie ruiniert. 47 Millionen würden ohne staatliche Essensmarken verhungern. Von den Essensmarken gibt es aber auch nur Junk Food. Rund 3,5 Millionen sitzen in meist privat betriebenen Gefängnissen. Die echte Arbeitslosenrate, berechnet nach der alten, bis etwa ins Jahr 2000 angewendeten Methode, beläuft sich auf 23%. Die Statistiker halluzinieren derzeit von 3,8 Prozent.

Drei Prozent der Amerikaner leben üppig von der Unterhaltungsindustrie und „social media“, von der Finanzindustrie, von der Rüstungsindustrie sowie der Überwachungsindustrie.

Die restlichen 97 Prozent bleiben immer mehr auf der Strecke. Der Mittelstand ist tot.

Das mittlere Einkommen der gesamten arbeitenden Bevölkerung liegt real 5% unter dem Niveau von 1988.

Die Mehrheit der Arbeitsfähigen muss mehrere Jobs annehmen, um über die Runden zu kommen. Das Gehalt liegt zwischen 10.000 und 12.000 $ pro Jahr, bei einer Kündigungsfrist von einem Tag.

Das Land ist politisch, sozial, militärisch und finanziell am Ende.

Wie kann man das System retten?

Was könnte God’s own country oder zumindest seine Eliten noch retten? Was könnte dem Auflösungsprozess des Finanzsystems noch einen Aufschub liefern? Wenn nichts mehr wirkt, auch die verzweifelten Maßnahmen der amerikanischen Notenbank nicht, dann bleibt immer noch Krieg als politisch äußerst probates Mittel, welches von den Eliten immer wieder gern genutzt wird.

Rolle der Bundesrepublik

Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland spielt in diesem Geschehen spätestens seit dem Massaker auf dem Maidan in Kiew im Februar 2014 eine unselige Rolle. Die Bundesregierung und ihre Auftragsschreiber in den Gazetten und Sprechpuppen in Funk und Fernsehen sind maßgeblich an der Kriegstreiberei gegen Russland beteiligt. Warum sonst wird der Pleitestaat Ukraine massiv mit deutschen Steuergeldern gestützt? Warum wird dort eine Putschregierung, die von Nazis durchsetzt ist, auch von der Bundesregierung am Leben gehalten? Die Ukraine selbst ist, wirtschaftlich gesehen, reiner Ballast. Aber sie ist ein Mittel zum Zweck.

Warum beteiligt sich die Bundeswehr an Kriegsspielen im Baltikum? Hat es nicht gereicht, „Deutschland am Hindukusch zu vereidigen“, wie der verstorbene Peter Scholl-Latour es zynisch beschrieb.

Laut BamS schwenkt Außenminister Steinmeier zwar um und verurteilt das „Säbelrasseln“ der NATO. Inwieweit ihm zu trauen ist, ist im Moment unklar. Unklar ist auch, ob die angedeutete Einsicht nicht schon zu spät kommt.

Fazit

Die Kriegsgefahr ist real. Aufgepeitscht wird sie von Hardlinern jenseits des Atlantiks, die erkennen, dass ihnen die Felle davon schwimmen. Aktuell findet schon wieder ein neues NATO-Manöver an Russlands Grenze mit dem Namen „Saber Strike“ statt.

Ein großer Krieg ist (noch) unwahrscheinlich. Täglich wahrscheinlicher wird jedoch ein regional beschränkter Krieg in Europa mit gezielten Schlägen. Aufgrund der Durchdringung Deutschlands mit US-Basen und US-Kommandostrukturen, gibt es auch hier miltitärisch relevante Ziele, die im Falle einer Eskalation ausgeknipst würden, einhergehend mit entsprechenden Kollateralschäden.

Bundeswehrgeneräle, die Befehle ausführen, die gegen das Grundgesetz, und gegen völkerrechtliche Verträge verstoßen, scheinen vergessen zu haben, was die eigentliche Aufgabe der Bundeswehr ist und wem sie dienen. Sie sind eine Gefahr für unser Land und seine Menschen hier.

Werden solche verbrecherischen Befehle aus dem Verteidigungsministerium erteilt, sollten die Generäle ihre Panzer nicht ins Baltikum rollen lassen, wo sie im Ernstfall ohnehin verdampfen würden. Vielleicht wäre das Bundesverteidigungsministerium in Bonn und das Bundeskanzleramt in Berlin ein geeigneterer Treffpunkt für Panzerverbände. Da wäre aber vermutlich (noch) die US-Army vor.

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