Die Masse der Leute ist es sicherlich nicht. Anders herum könnte man sagen: Am Papiergeld hängt, zum Papiergeld drängt, doch fast jeder und immer noch. Solange die Bedingungen dafür scheinbar stimmen, obwohl die Geldproduzenten ihr Werk, Gottes Werk, alternativlos verrichten. Unterdessen steigen die Preise der Anlagegüter weiter, die Blasen an den Finanzmärkten freuen sich, so wie sie damit aufgeheizt werden.

Smart Money schweigt...

Inzwischen sind auch Kryptowährungen wie der Bitcoin in Mode gekommen. Allein in diesem Jahr wurde er um 151 Prozent teurer. Einer kostet inzwischen das Doppelte einer Unze Gold. Sogar die Presse schreibt darüber. Das verwundert auch nicht, denn heute machen meistens die Kurse die Nachrichten und nicht umgekehrt.

Auch auf den DAX und die anderen Börsen sind die Lampen gerichtet. Smartes Geld schaut aber dorthin, wo die Taschenlampen nicht hin leuchten. Nach sechs Jahren Abwärts – und Seitwärtstrend werden auch Edelmetalle irgendwann in diesen Lichtkegel rücken.

Smartes Geld redet nicht laut darüber, wohin es geht – nur dummes Geld sorgt für den Krach. Und wo der gerade stattfindet, ist nicht schwer herauszubekommen. In einem See voller Geld steigt jedes Boot, heißt es an der Börse – jedes nur unterschiedlich schnell.

Relationen beachten

Neulich wurde eine Umfrage unter 1.000 Leuten veröffentlicht, deren Ergebnis war, dass vor allem die Jüngeren Edelmetall mögen, warum auch immer. 27 Prozent der Befragten trauen Gold die größeren Kursanstiege zu im Vergleich zu anderen Anlageklassen.

Laut dieser Umfrage besitzen aber nur acht Prozent der Leute Gold und/oder Silber, gaben sie an. Ist das nicht lustig? Da klingelt das Telefon und eine fremde Stimme fragt nach, ob man denn Gold und/oder Silber besitzen würde – in Münzen oder Barren. Klar doch! Da gibt man bereitwillig und wahrheitsgemäß Auskunft – vielleicht sogar, wo man es aufbewahrt.

Das mit den erwarteten oder erhofften Preisanstiegen ist erstaunlich. Was die Gold- und Silberpreise zulegen könnten, hat mit Rendite nichts zu tun, sondern mit Kursgewinnen. Auf den Kopf gestellt, bedeutet es den Kaufkraftverlust des Papiergeldes gegenüber dem Edelmetall. Würde Gold zehn Prozent teuer, würde der Euro zehn Prozent Kaufkraft gegenüber Gold verlieren. Bei Aktien ist das nicht anders.

Dieses Jahr ist der DAX um elf Prozent teurer geworden. Der Euro hat entsprechend elf Prozent gegenüber dem DAX verloren, obwohl er doch gegenüber dem US-Dollar gestiegen ist. Gleiches gilt auch für Immobilien, Grund, Boden, Sammlerobjekte bzw. generell für Anlagegüter.

Hinter der Bühne spielt die Musik!

Unteressen ist das weltweite Vermögen auf 166 Billionen Euro gestiegen – kein Wunder bei der Produktion von neuem Geld. Die Guthaben der einen sind die Schulden der anderen. 470.000 Millionäre in Deutschland besitzen ein Viertel des gesamten Vermögens – und dieses beläuft sich laut Boston Consulting auf 5,6 Billionen Euro.

Wer also nur Euros spart, der verliert, obwohl sich doch die Zahlen auf den Geldscheinen nicht verändern. Warum in drei Teufels Namen sollte Papiergeld auf lange Sicht aufwerten? Haben Sie eine Idee?

Wenn sich Geld schneller vermehrt als Wohlstand, ist gespartes Geld nach und nach weniger wert. Doch die Sorge vor Kaufkraftverlusten hält sich in Grenzen. Wir leben in Zeiten, in denen die Verantwortlichen wie in einem Theater Stabilität vorgaukeln, und das Publikum im Saal ihnen das abnimmt, ohne die Vorstellung zu verlassen. Das wirkliche Schauspiel findet nämlich hinter der Bühne statt. Doch darüber wird nur selten berichtet.

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