In der vergangenen Woche hielten Präsident Obama und Vizepräsident Biden ein eiligst einberufenes Geheimtreffen mit Federal-Reserve-Chefin Janet Yellen ab. Unter Bezugnahme auf die einparagraphische Erklärung, die durch das Weiße Haus im Anschluss an das Treffen publiziert wurde, tauschten Yellen, Obama und Biden lediglich Einschätzungen über den Zustand der US-Wirtschaft und den Fortschritt im Hinblick auf Finanzreformen aus. Weil das Treffen hinter verschlossenen Türen stattfand, verfügt die amerikanische Bevölkerung über keine Möglichkeit in Erfahrung zu bringen, worüber die Drei noch gesprochen haben.

Yellens Geheimtreffen mit dem Weißen Haus folgte im Anschluss an ein geheimes Nottreffen des Board der Federal Reserve. Die Fed hielt daraufhin ein weiteres Geheimtreffen zur Reformierung des Bankensektors ab. Diese Geheimtreffen folgen auf die jüngsten Prognosen der Federal Reserve Bank of Atlanta, laut der das Wachstum der US-Wirtschaft im ersten Quartal bei lediglich 0,1% lag, der offiziellen Definition einer Rezession in den Vereinigten Staaten gefährlich nah kam.

Aus diesem Grund könnte der wahre Grund für all diese Geheimtreffen aus Panik resultieren, die sich aus der Tatsache ableiten würde, dass die acht Jahre lang anhaltende Geldexplosion der Federal Reserve nicht nur dabei versagt, die US-Wirtschaft wiederzubeleben, sondern zu einem weiteren großen Marktzusammenbruch führen wird. Politiker des Establishments und Ökonomen können sich keinen Reim auf das Versagen der Fed machen.

Gelderzeugung der Fed soll ein robustes Wachstum erzeugt haben...

Unter Bezugnahme auf das keynesianische Paradigma, das die Denkweise der meisten Polit- und Geldstrategen noch immer dominiert, sollte die Gelderzeugung der Fed ein derart robustes Wachstum produziert haben, das die Fed heute dazu in die Lage versetzen würde, den eigenen Zinssatz anzuheben, um die Wirtschaft vor einer „Überhitzung“ zu bewahren.

Antwort der Fed auf deren Versagen ist, nach neuen Wegen zu suchen, um frisch erzeugtes Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Folge ist, dass die Federal Reserve momentan Negtivzinsen in den USA in Erwägung zieht. Negativzinsen entsprechen nichts anderem als einer versteckten Steuer auf Ersparnisse. Negativzinsen könnten die kurzfristige Illusion von Wachstum erzeugen, doch indem die Menschen zur Bildung von Ersparnissen entmutigt werden, wird dies enorme langfristige Wirtschaftsschäden zur Folge haben.

Selbst da Yellen zugibt, dass die Fed Negativzinsen bisher noch keine Absage erteilt hat, versprechen Yellen und andere Fed-Offizielle noch immer, den eigenen Leitzins in diesem Jahr abermals anzuheben. Die Federal Reserve muss zukünftige Leitzinsanhebungen in Aussicht stellen, um nervöse Investoren davon abzuhalten, aus den US-Finanzmärkten zu fliehen, was sich als Herausforderung für den US-Dollar als Weltreservewährung herausstellen würde.

Zinsanhebungen werden Milionen Amerikaner ins Schuldenchaos stürzen

Die Fed kann die Wölfe nur bei der Stange halten, indem sie ihnen eine Aussicht auf zukünftige Leitzinsanhebungen gibt, was noch so lange anhalten wird, bis deren Geldpolitik eine Dollarkrise immenses Ausmaßes heraufbeschwören wird. Wie dem auch sei, Zinsanhebungen könnten zu ernsthaften ökonomischen Problemen führen. Höhere Zinssätze werden Millionen von Amerikanern bis ins Mark treffen, die auf einen Berg von ausstehenden Studentenschulden, Kreditkartenschulden und anderen Verschuldungsformen blicken.

Schon heute sind bereits mehr als 40% aller einst durch Amerikaner aufgenommenen Studentenschulden zahlungsausfällig. Falls die zukünftige Geldpolitik der Federal Reserve die Belastungen im Sektor der Studentenschulden nochmals erhöhen sollte, wird die Anzahl der erklärten Zahlungsausfälle dramatisch ansteigen, was ein Platzen der Studentenschuldenblase zur Folge haben wird.

Indem sich die Kreditkosten der Regierung erhöhen, werden Zinsanhebungen es der Regierung ebenfalls deutlich erschweren deren Schuldendienst zu leisten. Sich erhöhende Kosten für den Schuldendienst werden der amerikanischen Bevölkerung ungeahnte Lasten auferlegen. Damit könnte der letzte Strohhalm abhanden kommen, an den sich die Regierung klammert, was Washington letztendlich in eine Finanz- und Schuldenkrise á la Griechenland befördern wird.

Diese No-Win-Situation, in der sich die Fed wiederfindet, ist nichts anderes als ein Zeichen dafür, dass wir einem unaufhaltsamen Kollaps des Fiat-Geldsystems entgegenstreben. Sollten nicht sofort Maßnahmen eingeleitet werden, um die bevorstehende Übergangsphase kontrollierend zu managen, könnte dieser potenzielle Kollaps eine ökonomische Katastrophe auslösen, gegen welche sich die Große Depression wie ein Zwerg ausnehmen würde.

Aus diesem Grund müssen diejenigen von uns, die um die Wahrheit wissen, ihre Bemühungen verdoppeln, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Falls diese Bemühungen von Erfolg gekrönt sein sollten, könnten wir uns irgendwann dazu in der Lage sehen, den Kongress dazu zu zwingen, diese Transitionsphase ordentlich zu managen, indem die staatlichen Ausgabeprogramme in allen Bereichen gekürzt werden.

Ferner muss es zu einem Audit der Federal Reserve kommen. Darüber hinaus wären wir vielleicht gar dazu in der Lage zu versichern, dass die aktuelle Krise nicht nur das Ende der Fed bedeuten wird, sondern auch des gesamten Wohlfahrts- und Warfarestaates.

Institute for Peace and Prosperity

Dr. Ron Paul war in der Vergangenheit neben seiner rund zwanzigjährigen Tätigkeit als Kongressabgeordneter für den Bundesstaat Texas in der Hauptstadt Washington auch Präsidentschaftskandidat für die Partei der Republikaner. Sein neues Buch „Swords into Plowshares“ ist im Buchhandel erhältlich.

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